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Gedanken über … Krieg

Der Inhalt des folgenden Textes gibt eine Meinung wieder, die aus verschiedensten themenbezogenen Quellen stammt und mit KI-Unterstützung erarbeitet wurde. Das Ergebnis wurde mit den Ansichten des Autors verknüpft. Das daraus resultierende Ergebnis nimmt für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch. Dabei ist nicht gänzlich auszuschließen, dass trotz sorgfältiger Prüfung einige der hier getätigten Aussagen Fehler enthalten können; insbesondere die spekulativen, meinungsbehafteten Passagen. Meinungen sind Gedanken und Gedanken sind häufig unvollständig, lücken- sowie sprunghaft und stellen Fragen, die manchmal offenbleiben. Dieser Text soll dem Leser als Anregung dienen, sich weitergehend über das Dargelegte zu informieren. Nach dem Motto: Informiere dich weitläufig; nur durch eine Quelle allein kann man sich keine Meinung/kein Urteil bilden, keine Erkenntnis erlangen und sich kein Wissen aneignen!

Zwischenmenschliche Gewalt gibt es von jeher und mit dem Beginn der Sesshaftigkeit wurde diese vermutlich verstärkt. In dieser Zeit fingen Menschen an, Land dauerhaft zu nutzen und zunehmend Besitz anzusammeln. Sie ließen sich in größeren Gemeinschaften nieder, was zu einer Zunahme von Gütern und damit auch zu Konkurrenz und Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppen führte. Das Ergebnis war eine soziale Ungleichheit, bedingt durch das Mehr-haben-Wollen Einzelner. Raubzüge und kollektive Gewalt wurden dabei zuweilen auch als alternative Strategie genutzt, um sich Land und Güter anzueignen. Mit der Entstehung von Staaten und komplexeren Gesellschaften im Laufe der Jahrhunderte wurden Kriege oft von politischen Führern oder Monarchen initiiert, um Macht, Einfluss und Territorium zu erweitern. Diese Kriege wurden häufig durch ideologische oder religiöse Motive gerechtfertigt. Dieses Muster blieb bis in die heutige Zeit bestehen.

In den letzten Jahrhunderten kam eine weitere Kriegsform hinzu: der Wirtschaftskrieg. In diesem versucht ein Staat, einem anderen Staat wirtschaftlich zu schaden, um politischen Druck auszuüben. Das kann beispielsweise durch Sanktionen (Maßnahmen oder Strafen, die als Reaktion auf ein bestimmtes Verhalten verhängt werden), Handelsverbote, hohe Zölle oder das Sperren von Geld und Waren geschehen. Auch die Industrie und der Handel kennen solche „Kriege“. Hier sind es dann Wettbewerbs-, Konkurrenz- und Preiskämpfe.

Krieg ist immer ein Akt der Gewalt, denn er bedeutet das Opfern und das Auslöschen von Menschenleben. Krieg äußert sich als ein mit Waffen ausgetragener organisierter Konflikt zwischen größeren organisierten Gruppen, insbesondere Staaten, der sich meist über einen längeren Zeitraum erstreckt. Dabei werden auf beiden Seiten die verfügbaren militärischen Mittel eingesetzt, um die eigenen politischen, territorialen, wirtschaftlichen oder anderen Ziele durchzusetzen. Krieg kann eine Umverteilung von Gebieten, Gütern und eventuell Menschen (Flucht, Vertreibung, Deportation oder Grenzverschiebungen) nach sich ziehen.

An einem Krieg sind mindestens zwei Parteien beteiligt, deren Kräfte sich in kleinere Kampftruppen aufteilen. Jeder Trupp hat seine spezielle Aufgabe, die er erfüllen muss. Gekämpft wird im Kleinen für das Große, und in beiden Fällen geht es darum, das Gegenüber durch physische und psychische Gewalt zur Aufgabe zu zwingen; den Gegner zur Erfüllung des eigenen Willens zu bringen. Der Krieg ist das Mittel, um dieses zu erreichen.

In einem Krieg wird nicht ein Mensch allein getötet; es geht um ganze Gesellschaften mit ihren Generationen. Der Tod ist das eine und Krieg alles andere. Der Tod ist eine Folge des Krieges, der weit darüber hinausreicht. Er hinterlässt körperliche und seelische Verletzungen, zerstört Familien und gesellschaftliche Strukturen und vernichtet Lebensgrundlagen. Neben den Menschen fordert der Krieg weitere Opfer, die selten erwähnt werden, etwa Tiere, Natur und ganze Ökosysteme. Zu dieser Zerstörung tragen nicht nur die eigentlichen Kriegshandlungen bei, sondern auch eine Vielzahl militärischer Übungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie die Erprobung neuer Waffensysteme. Die Auswirkungen eines Krieges prägen somit ganze Generationen und enden nicht zwangsläufig mit dem Ende der Kampfhandlungen.

Krieg ist ausgedehnte Politik mit Gewaltmitteln. Politik ist im Kriegsfall nicht bloß Parteipolitik oder Diplomatie, sondern es geht weit über die kommunikative Ebene hinaus. Es geht um eine politisch eingebettete, geleitete Eskalation. So muss Politik auch während des Krieges bestimmen, welche militärischen Ergebnisse notwendig sind. Das Militär kann nicht selbst bestimmen, welchen politischen Zweck der Krieg haben soll. Die Politik gibt Anweisungen an die Militärspitze, die wiederum das politisch Gewollte in die Tat umsetzen muss. Die Intensität des Krieges ergibt sich daher nicht allein aus militärischen Faktoren. Sie hängt wesentlich davon ab, was politisch gewollt ist. Die Politik besitzt so die Möglichkeit oder vielmehr hat die Aufgabe, die militärische Gewalt bewusst zu begrenzen.

Krieg ist kein Selbstzweck. Die Wehrlosigkeit des Gegners sollte ein mögliches militärisches Ziel des kriegerischen Aktes sein, nicht seine Vernichtung. Wenn Staat A Staat B dazu bringen möchte, ein umstrittenes Gebiet abzutreten, lautet der politische Zweck: B soll das Gebiet abtreten. Er lautet nicht automatisch: B soll vernichtet werden. Die Niederwerfung der Streitkräfte von B könnte ein Weg sein, den politischen Zweck zu erreichen.

Krieg braucht keine Mehrheit, die ihn befürwortet, sondern nur genügend Menschen, die ihn unterstützen. Die Kriegsführung geht von der Politik aus, die dem Militär befiehlt und dem Volk ihr Tun erklären muss, damit es der politischen Führung weiter folgt und sie unterstützt. Diese drei Komponenten werden durch Emotionen (Hass, Ängste, allgemeine Feindschaft) beeinflusst, die sich auf das Volk auswirken und die Moral der Truppe beeinflussen. Da diese drei Kräfte gleichzeitig wirken und miteinander in Spannung stehen und sich durch neue Umstände permanent verändern, kann Krieg nicht als politisch geradliniger, unveränderbarer Plan betrachtet werden. Auch ein militärisch sinnvoller Plan kann scheitern, wodurch die Politik erneut gefordert ist, zu handeln.

Im Krieg handeln Menschen gegen Menschen in unterschiedlichsten Umgebungen. Zwischen Planung und Ergebnis treten Unsicherheit, Zufall, moralische Kräfte, menschlicher Wille, Gefahr, Unvorhergesehenes und die Reaktion des Gegners. Besonders zu beachten ist, dass der Gegner selbstständig handelt. „Wenn ich meinen Plan ändere, reagiert mein Gegner; auf seine Reaktion muss ich wiederum reagieren.“ Krieg ist keine Handlung gegen einen unbeweglichen Gegenstand, sondern eine Wechselwirkung zweier lebendiger Kräfte; Krieg lebt, Krieg ist Leben, ein lebendiger Vorgang. Eine Regel, die in einem Krieg funktioniert hat, muss nicht im nächsten funktionieren. Eine zahlenmäßige Überlegenheit konnte vielleicht einmal oder öfter den Sieg bringen, ist aber keine Garantie für folgende Kriege. So gibt es keine immer geltenden Vorgehensweisen wie: „In Situation X muss immer Handlung Y durchgeführt werden.“

Nüchtern betrachtet ist Krieg ein Mannschaftssport. Wie beim Fußball werden Strategien mit ihren Taktiken entworfen und angewendet. Das Ergebnis wird analysiert und Verbesserungen werden vorgenommen. Es wird ausprobiert und sich mit Theorien beschäftigt, damit relevante Faktoren erkannt werden, um Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten, Situationen zu vergleichen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und historische Erfahrungen kritisch zu beurteilen. Es wird immer mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet, da nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, welche Handlung optimal ist. Ein Angreifer hat dabei die Möglichkeit des Überraschungsmoments auf seiner Seite, doch während er voranschreitet, können Probleme entstehen, die ihn schnell schwächen können. Oder aber nach mehreren Siegen könnte angenommen werden, der Gegner sei schwach geworden. Durch solche scheinbaren Erfolge kann die Objektivität über das eventuelle gleichzeitige Abnehmen der eigenen relativen Stärke verdeckt werden. Der strategisch kluge Angreifer muss daher erkennen, wann der politische Zweck erreicht ist beziehungsweise wann die Risiken eines weiteren Vormarsches den möglichen Gewinn übersteigen; der Angreifer muss wissen, wann er aufhören muss.

Ein Verteidiger muss im Gegenzug erkennen, wann die defensive Stärke in einen erfolgreichen Gegenangriff umgesetzt werden kann. Verteidigung bedeutet erhalten, bewahren und verhindern. Angriff bedeutet erwerben, erobern und verändern. Der Angreifer sagt: „Ich will dir etwas nehmen.“ Der Verteidiger sagt im einfachsten Fall: „Du sollst mir das nicht nehmen.“ Der Verteidiger besitzt den Vorteil des Abwartens. Der Angreifer muss handeln, marschieren, Kräfte bewegen, Versorgung nachführen, Widerstand überwinden und fremden Raum durchqueren. Der Verteidiger kann dagegen viele Vorteile des bekannten Raumes nutzen. Er kann teilweise davon profitieren, dass der Angreifer zu ihm kommen muss. Wenn die Verteidigung erfolgreich ist, verändert sich das Kräfteverhältnis. Der Angreifer verliert möglicherweise Soldaten, Material, Zeit, Moral, Versorgungssicherheit oder politische Unterstützung. Gleichzeitig kann der Verteidiger Kräfte sammeln. Dadurch kann ein Moment entstehen, in dem der Verteidiger selbst zum Angriff übergeht; die Verteidigung kommt zum Gegenangriff. Eine Verteidigung, die niemals auf einen Gegenstoß abzielt, ist auf Dauer meist nicht ausreichend, denn das offensive Element gehört zu einer wirksamen Verteidigung dazu. Der Angegriffene muss seinen eigenen Willen haben und versuchen, diesen durchzubringen.

Krieg ist so betrachtet keine einseitige Gewalthandlung, sondern ein Wechselspiel zweier widerstreitender Interessen. Der Angegriffene ist kein passives Objekt, wodurch ein Krieg zu einer Gewaltspirale wird. Wenn A seine Gewalt steigert, hat B einen Grund, ebenfalls mehr Gewalt einzusetzen. Darauf muss A wiederum reagieren. Bei diesem Gewaltabgleich geht es darum, dass es eine Partei schafft, die andere zur Aufgabe zu zwingen oder ihre Fähigkeit zur weiteren Gewaltanwendung entscheidend einzuschränken. Entscheidend dabei sind die zur Verfügung stehenden Mittel, der Zusammenhalt und die Willenskraft sowie die Überzeugungskraft der Politiker, die Soldaten und das Volk zum Weitermachen zu bewegen.

Die Menschheitsgeschichte soll von 14.400 Kriegen mit 3,5 Milliarden Toten geprägt sein. Grob bedeutet das, dass etwa jeder dreißigste Mensch, der je auf der Erde gelebt hat, in einem Krieg umgekommen ist. Dies zeigt, dass ein Krieg kein Einzelfall ist, sondern eine zentrale Rolle in der Menschheitsgeschichte spielt. Dabei sind nicht allein die Getöteten die Leidtragenden, denn neben ihnen stehen die zerstörten Familienverbunde sowie die Gruppen, in denen sie lebten. Auch das generationsübergreifende Trauma gehört dazu, welches bis weit nach dem Krieg wirkt.

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts sollten Kriege im eigentlichen Sinne eine antiquarische Angelegenheit sein. Sie werden nicht mehr benötigt; sie können in Rente geschickt, in Museen ausgestellt und in der Kunst verarbeitet werden. Der Mensch besitzt gerade heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, Auseinandersetzungen anderweitig zu regeln. Allein aus dem Grund, dass die Welt zusammengewachsen ist und jedes Land von einem anderen abhängig ist, sollte alles auf Kommunikation und Unterstützung ausgelegt sein und nicht auf kriegerische Vorgehensweisen. Nationalkriege sind niemals gerechtfertigt, und egal, wer „gewinnt“, am Ende haben beide Seiten viel verloren. Der Hauptgewinner ist eine unsichtbare dritte Partei: diejenige, die die Waffen geliefert hat.

Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2024 mit rund 2,72 Billionen US-Dollar einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem realen Anstieg von 9,4 Prozent. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und bewaffneter Konflikte wird weltweit verstärkt aufgerüstet. Dieses Mehr an Waffen führt nicht zwangsläufig zu mehr Sicherheit und Stabilität, sondern kann auch das gegenseitige Bedrohungsempfinden verstärken und eine weitere Aufrüstung begünstigen. Ist es dann nicht ratsam, dass mutige Länder wieder beginnen abzurüsten und Wege zu eröffnen, Konflikte anderweitig zu lösen beziehungsweise ihnen bereits in der Entstehung entgegenzutreten?

Grundsätzlich sollten alle Länder aufgefordert sein, wenn irgendwo auf der Welt ein Krieg aufkeimt, sich damit zu beschäftigen, um Gewalt- und Vernichtungskatastrophen zu verhindern. Dabei darf es im Ansatz nicht um Parteiergreifung gehen, sondern darum, die Rolle eines neutralen Schlichters einzunehmen, um eine Lösung zu finden. Gerade wenn ein Krieg in der Ferne stattfindet, sollte in den „unbeteiligten“ Ländern nicht das einfache Bild von den Guten, die sich gegen die Bösen verteidigen, verbreitet werden. So eine Darstellung führt leicht zur Spaltung und zu Unruhen im eigenen Land. Es müssen Wege gefunden werden, die eine Lageraufteilung verhindern und nicht fördern.

Doch in der Realität sieht es meist anders aus. Dort scheinen die Berichterstatter die Aufgabe zu haben, für die Bevölkerung die eigentlichen Kriegsparteien einzuordnen. Allerdings ist dies meist komplexer, als es oberflächlich betrachtet den Anschein hat. Denn wichtig dabei ist es, den gesamten Zusammenhang der Situation zu kennen, also auch die Vorgeschichte, um eine Beurteilung abgeben zu können. So eine Vorgeschichte kann sich über Jahrzehnte erstreckt haben und viele verzweigte Stränge besitzen. Doch allzu oft werden diese nötigen tiefgreifenden Analysen nicht gemacht oder verschwiegen, und es gelten dann nur die Aussagen und Meinungen von wenigen, die die Sachlage vereinfacht darstellen. Gegendarstellungen werden diffamiert, und es wird deutlich gemacht, auf welcher Seite man zu stehen hat. Ein guter Rat dabei ist vielleicht: „Glaube den Mächtigen nicht blind, wenn sie Gefahr beschwören und der Krieg als alternativlos verkauft wird.“

Geschrieben September 2026

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Passend zu diesem Text Manifest der Einsicht I

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Alphantis – Epilog

Alphantis – Das Erstland, im Zeitalter der Kunst

Nie wieder wurden DIE in Alphantis gesichtet, noch tauchte ein weiterer ER auf. Die Menschen von Alphantis lebten wie eh und je. Für sie hatte sich nichts geändert. Sie lebten in der Kunst, um ein ausgeglichenes Leben zu erhalten. Dieses lehrte sie, niemals mitzumachen, wenn eine Gruppe oder gar ein Einzelner ankommt und eine gelebte Lebensweise verändern zu wollen. Egal in welchem Gewand DIE oder ER sich präsentieren; denn schöne Gewänder gibt es gar viele. Es zählt nur, was sich darunter befindet.

Alphantis, das Land, das keinen Widerstand leistete, als DIE kamen, um ihr Gedankengut und ihre Ideologien zu verbreiten. Die Alphantianer leisteten keinen Widerstand und dennoch verschwanden DIE immer wieder. Ohne Gewalt, denn diese existiert in Alphantis nur auf der Bühne.

Nun mag sich der Leser fragen, ja wo liegt denn dieses Fleckchen mit Namen Alphantis? Er befindet sich dort, wo die Liebe zur Natur allgegenwärtig ist und die Kunst herrscht. Wo Menschen wirken, denen das Ganze mehr gilt als der eigene Vorteil. Wo dies durch die Liebe zu den Dingen und den Handlungen des alltäglichen Lebens miteinander verbunden ist. Dort wird es gefunden, das Fleckchen Alphantis, dem Erstland, im Zeitalter der Kunst. Auch wenn dieses auf den Landkarten vergebens gesucht wird.

So verabschieden wir uns von dem Land, in dem die Diktatur herrscht, die Diktatur der Kunst, welche aus der Natur entspringt und das Leben gestaltet. Nirgends sonst im Universum gibt es diese Form der Diktatur … zumindest ist nichts darüber bekannt. Alphantis, ein Beispiel einer Lebensart und vielleicht zugleich eine Metapher, für das eigene Innenleben, geprägt von der fast immer gleichen Abfolge des Widerstehens gegenüber Verführungen, die sekündlich bewältigt werden müssen.

Alphantis, eine Idee, ein Angebot zum Alphantisieren. Die Welt sollte alphantisiert werden. Denn dort, wo die Kunst herrscht und gelebt wird, dort liegt das Wahrhaftige verborgen.

Willkommen in Alphantis.

Geschrieben 2026

Mehr zu Alphantis und der -tis Trilogie gibt es hier.

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Alphantis – Episode 8

Alphantis – Das Erstland, im Zeitalter der Kunst

Eines Tages kamen Himmelsreisende mit einem Flugschiff nach Alphantis. Sie landeten außerhalb des Dorfes Xsaxus auf einem brachliegenden Acker und verließen ihr Raumfahrzeug, um sich sogleich alles genau anzuschauen. Die Außerphantisten bewegten sich in einem zackigen Marsch, die Arme wurden im Rhythmus seitlich an ihren bulligen Körpern hoch und runter geschwungen. Einige von ihnen ließen rote Fahnen an Stangen im Wind wehen, in deren Mitte sich ein weißer Stern befand. Die schwarzen Ledermäntel hingen schwer an ihren Körpern, die Kragen hochgestellt und die Augen versteckt hinter dunklen Brillengläsern. Am Ende ging ein unscheinbar wirkender zierlicher Mann, dessen Körpergröße die anderen um fast zwei Kopflängen unterbot. Ein maßgeschneiderter dunkelblauer Anzug umschloss seinen Körper. Begleitet wurde er von zwei Männern, die etwas größer waren als er. An ihren beigefarbenen Uniformjacken funkelten zahlreiche Orden.

Die vordersten fünf Männer riefen nacheinander in Megaphone:
»ER, der gekommen ist, uns den Weg zu weisen!«
»ER, der befiehlt, damit wir folgen!«
»ER, der Führer des rechten Weges!«
»ER, der Herrscher über alles!«
»ER, der hinter den Reihen geht!«
Diese Parolen wiederholten sie, während sich die Abteilung durch Xsaxus und am Ende durch ganz Alphantis bewegten. Die Schar sorgte für großes Aufsehen und immer mehr Menschen schlossen sich ihnen an. Die Einwohner von Alphantis folgten der Prozession und wurden Teil von ihr. Dabei hatte es den Anschein, als kannten sich die neuen Besucher bestens aus, denn ihr Marsch führte direkt zum Amphitheater. Dort verteilten sich die Männer mit ihren Fahnen auf der obersten Tribüne. ER begab sich mit seinen uniformierten Begleitern zur Bühne, wo die Megafonmänner ein Rednerpult aufstellten. Währenddessen nahmen die anwesenden Bewohner von Alphantis auf der Tribüne Platz. Als alles so weit aufgebaut war, begab ER sich hinter das Pult, hob den rechten Arm und begann mit bewegendem Zeigefinger seine Worte seinem Publikum entgegenzuwerfen.

***

Die Alphantianer lauschten gespannt den Worten, die ER an sie richtete: »Meine lieben Freunde! Ich habe gehört, dass dieses Theater euer gemeinsamer Lieblingsplatz ist, drum nutze ich diesen, um zu euch zu sprechen. Ihr seid ein Volk des Wortes und des Spiels. Das begrüße ich sehr, ihr habt Verstand und macht, was gut für euch ist«, die Zuhörer nickten bestätigend und ER fuhr fort: »Daran will ich absolut nichts ändern und es spricht für euch, dass ihr allen Verführungen tapfer entgegengetreten seid. Ich bin jetzt zu euch gekommen, damit alles so bleiben kann, wie ihr es kennt. Ich und auch niemand von meinen Gefolgsleuten haben die Absicht, euch zu etwas zu überreden. Vielleicht sieht es so aus, doch es sind alles nur Vorschläge, die ihr freiwillig eingehen könnt. Ich betone: Es ist alles freiwillig, niemand wird gezwungen. Nur, und das müsst ihr mir, meine lieben Freunde, zugestehen, möchte ich gerne eure Zustimmung für meine Führungsposition. Denn ich bin der offizielle Vertreter der neuen Ordnung der Welt. Ich bin dazu auserwählt, diese umzusetzen und euch zu führen. Eine Ordnung, wie sie bereits überall herrscht. Ihr werdet ein tolles Wirtschaftssystem bekommen, ausreichend Arbeit und Geld.«

Inhaltlich wiederholte ER alles, was DIE zuvor bereits von sich gaben. Doch nur er verstand es, dass es auch bei den Menschen wirklich ankam. ER redete ohne Unterbrechung, dabei gestikulierte er wild mit seinen Armen, hob und schwenkte immer wieder mahnend den rechten Zeigefinger, den er einsetzte, wie der Dirigent seinen Taktstock. Mimik, Gestik, Stimme, alles war auf die Worte bis zur Perfektion abgestimmt. Ja, selbst die Worte sprach ER so punktgenau, dass diese eine hypnotische Wirkung entfalteten. Mal wurden die Worte langsam gesprochen, dann kamen sie kurz und knackig, Buchstaben wurden an passender Stelle gedehnt oder gerollt. So war es nicht der Inhalt, der die Menschen von Alphantis bewegte. Nein, es war die Form, der Klang, der emotionale Sog, der sich dahinter verbarg.

»Doch leider, meine Freunde, gibt es hier ein großes Übel unter euch«, er machte eine andächtige Pause, senkte leicht den Kopf und die Zuschauer hielten den Atem an. Plötzlich richtete er sich auf und es brach mit der Unterstützung seines rechten Armes aus ihm heraus: »Es ist das Übel der Rothaarigen«, erneut eine kleine Pause, »ja, ihr habt recht gehört und es ist leider so«, sein rechter Zeigefinger schwang energischer, ja geradezu drohend, »es sind die Rothaarigen unter euch, die Zwietracht säen, denn nur sie sind auf ihr eigenes Wohl bedacht. Sie sind es gewesen, die alles daran setzten, um all DIE lieben Menschen mit ihren Ideen ins Lächerliche zu ziehen. Sie haben euch blonden und dunkelhaarigen Menschen verführt, verführt dazu, Widerstand gegen DIE zu leisten. Und darum gibt es nur eine Lösung und die heißt: Vertreibung und am Ende … ich sage es ganz deutlich, meine Freunde, steht ihre Vernichtung!«

Plötzlich begannen die nicht betroffenen Menschen aufzuspringen und lauthals über die Rothaarigen zu schimpfen, zeigten auf diese und setzten sich von ihnen weg. Zu den angefeindeten gehörten auch die Geschwister Zoey und Silias mit seinem Sohn Elias. Im Gegenzug rückten die Rothaarigen angsterfüllt dichter zusammen. Nur mit Mühe und beschwichtigenden Armbewegungen schaffte ER es, die aufgebrachte Menschenmenge wieder zu beruhigen, auf dass sie ihm wieder ihre Aufmerksamkeit schenkten und sich setzten. Innerlich frohlockte er, dass ER es wieder einmal vollbracht hatte, eine Gemeinschaft in zwei Lager zu spalten. Nicht aus Böswilligkeit, es war nur zu ihrem Besten, wie alles, was er tat. So nahm er diesen Gedanken auf und sprach: »Es ist doch so, liebe Freunde, ihr wisst doch, dass ich es nur gut mit euch meine, wir stehen alle zusammen wie ein Mann und wenn ich sage, es muss so sein, dann ist das so. Und wenn ich sage, wir müssen in den Krieg ziehen, dann werden wir in den Krieg ziehen! Weil ihr ihn doch auch wollt, den absoluten Krieg gegen die Rothaarigen! Damit es zum Endfrieden kommen kann! Denn eines ist doch vollkommen klar meine Freunde«, er machte eine andächtige Pause, »ohne Krieg wird es niemals Frieden geben können! So frage ich euch, wollt ihr den absoluten Krieg gegen die Rothaarigen?«
Alle jubelten. Außer den Rothaarigen.
»Wollt ihr die absolute Führung?«
Alle jubelten. Außer den Rothaarigen.

Die Alphantianer waren ganz im Banne von ER und allmählich verstanden sie, was ER wollte und waren begeistert. Sie hatten ihren Führer, ihren wahren Gott gefunden, den Gott der Kunst, den Gott der Bühne. Keiner übertraf sein Schauspiel, das Auftreten seines Gefolges, ihre Kleidung und ihr Gebaren. Es war die absolute Kunst. Alles, was ER von sich gab, war nicht zu überbieten. Es war alleine für die Bühne geschaffen worden, nicht für die Realität.

Nach der Kundgebung von ER mischten sich die Alphantianer wieder untereinander, lachten und umarmten sich herzlich. Beglückwünschten sich zu dem spontanem Schauspiel. Ariana hingegen machte sich auf den Weg zu ER. Als sie vor ihm stand, musterte sie ihn von oben bis unten und fragte: »Sag mal, wie heißt du eigentlich?«
ER senkte den Kopf und schaute lächelnd Ariana in die blauen Augen, die aus ihrem Engelsgesicht leuchteten. ER legte seine rechte Hand auf die strohblonden Locken des Kindes und sagte mit einer streichelnden Bewegung: »Mein Name ist Albert.«
»Albert … das ist ja witzig, klingt wie Albern … Onkel Albern hi, hi«, freute sich Ariana, griff nach seiner Hand und ordnete an: »Komm, lieber Onkel Albern, wir gehen Schaukeln!«

***

ER, der immer da sein wird.
ER, der sich niemals ändern wird.
ER, der niemals entfernt werden kann.
ER, der so genommen werden muss, wie ER ist … nur eines nicht: ernst.
ER kam, ER sah, ER blieb!

So wurde ER in die Gemeinschaft von Alphantis absorbiert, wie einst die Krieger. ER wurde von den Bewohnern so gelassen, wie ER war, ER schwang seine Reden auf der Bühne, auch wenn keiner da war, um ihm zuzuhören, was ihn nicht störte, solange er reden durfte. Die Alphantianer kreierten Theaterstücke, in denen ER redete und weitere Schauspieler auf der Bühne agierten in Kriegen oder inszenierten totbringende Seuchen. Einfach alles, was sich in ihrer Kiste der Bühnenkunst befand, wurde auf ER abgestimmt oder mit ihm in Verbindung gebracht. Es gab kein einziges Stück, in dem ER nicht zu sehen war. ER war immer präsent, auch wenn es nur unscheinbar im Hintergrund war. ER redete viel, doch hatte in Alphantis nichts zu sagen.

Ende der achten Alphantis-Episode, in der ER kam, um Herrscher zu werden und wurde am Ende ihr Führer – Der Führer der Kunst.

Geschrieben 2026

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Manifest der Einsicht I

Aussagen für Frieden, Gewissen und Eigenverantwortung. Es geht um die Wichtigkeit verantwortungsbewusster Entscheidungen. Ein Aufruf zu Besonnenheit und weitsichtigem Denken. Jeder Mensch kann durch seine Handlungen zu einem friedlichen Zusammenleben beitragen.

Seht ein, dass es sinnvoller ist, Wasser in Flaschen zu füllen als Pulver in Geschosse – es ist gar nicht so schwer!

Seht ein, dass jede Gewalttat die Saat weiterer Gewalt in sich trägt – es ist gar nicht so schwer!

Seht ein, dass euer Leben zu kostbar ist, um euch in einen Krieg treiben zu lassen – es ist gar nicht so schwer!

Seht ein, dass eure Kinder niemals ihr Leben für ihre Eltern und Großeltern opfern dürfen – es ist gar nicht so schwer!

Seht ein, dass jene, die Kriege befehlen, nicht selbst den Abzug betätigen – es ist gar nicht so schwer!

Seht ein, dass ein Befehl das Morden niemals rechtfertigt – es ist gar nicht so schwer!

Seht ein, dass eure Befehlshaber in weiche Kissen sinken, während ihr im Sumpf versinkt – es ist gar nicht so schwer!

Sieh ein und lass nicht zu, dass ein anderer Mensch sich töten lässt, damit du leben kannst – es ist gar nicht so schwer!

Geschrieben 2026

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Alphantis – Episode 2

Alphantis – Das Erstland, im Zeitalter der Kunst

Eines Tages kamen Himmelsreisende mit einem Flugschiff nach Alphantis. Sie landeten außerhalb des Dorfes Xsaxus auf einem brachliegenden Acker und verließen ihr Raumfahrzeug, um sich sogleich alles genau anzuschauen. Die Außerphantisten bewegten sich hintereinander im Dauerlauf. Sie trugen einheitlich weiße kurze Hosen und blaue kurzärmlige Hemden mit Nummern auf dem Rücken. Sie grüßten freundlich die Menschen, denen sie begegneten und die Bewohner nickten mit einem Lächeln zurück. Schließlich lief den Fremden ein Mädchen über den Weg, und die Besucher hielten es an: »Guten Tag, mein liebes Kind.«
»Einen schönen guten Tag, werte Gesellschaft, ich bin Ariana und wer seid Ihr?«
»Wir sind DIE und neu hier in der Gegend. Wir kommen von sehr weit her und möchten gerne wissen, wo sich hier die Sportanlagen und die Stadien befinden.«
»Sowas haben wir nicht«, antwortete Ariana.
»Nein, wo haltet ihr denn eure sportlichen Wettkämpfe ab?«
»Was sollen wir kämpfen?«
»Na, euch untereinander messen in einem ehrlichen Wettkampf. Kennt ihr etwa nicht dieses Bedürfnis? Dieses steckt doch in jedem«, fragten DIE ganz verständnislos.
»Och«, machte Ariana, schaute in den Himmel und kratzte sich am Kinn, »ich glaube, in uns steckt sowas nicht drin.«
»Aber was macht ihr denn in eurer Freizeit? Was sind eure Hobbys?«
»Freizeit? Hobbys?«
»Ja, was macht euch Spaß, bereitet euch Vergnügen?«
»Das Leben!«, entgegnete Ariana kurz.
»Das Leben?« Diese Antwort versetzte DIE in Staunen, »nur das? Wir wollen und können das nicht so recht glauben! Du veralberst uns doch?!«
»Veralbern? Wieso sollte ich albern sein?«
»Es muss doch für euch mehr geben als das Leben, da gehört doch noch viel mehr zu?«
»Mehr als das Leben?«
»Gut, vielleicht haben wir uns da missverstanden, es ging ja um eure Freizeit im Leben, wie gestaltet ihr diese?«
»Aber was ist Freizeit, das bedeutet doch letztendlich, dass es eine Zeit geben muss, die nicht frei ist. Aber bei uns ist Zeit nicht eingesperrt, sie ist Tag und Nacht frei.«
»Dann wollen wir anders fragen, was macht ihr denn so den lieben langen Tag?«
»Wir spielen, basteln, gehen ins Theater, malen … all so tolle Sachen halt.«

***

So richtig kamen DIE mit dem Mädchen nicht weiter und verabschiedeten sich von ihr. DIE machten sich weiter auf den Weg und sprachen mit den Leuten aus dem Dorf und versuchten, diese für Wettkämpfe zu begeistern. Einigen gefiel die Idee und es wurde im Gremium beschlossen, das Amphitheater für einen sportlichen Wettkampf herzurichten. Als die Tätigkeiten dafür begannen, versuchten DIE von den Bastelstätten Sponsorengelder zu bekommen. Dies müsse sein, um Werbebanner aufstellen zu können. Betonten DIE.
»Von Werbung haben wir schon einmal gehört«, erinnerte sich Zoey, die rothaarige Dorfvorsitzende des Gremiums, »das ist doch etwas, das uns sagen soll, was wir kaufen sollen, da wir es brauchen. Ja, das taucht immer wieder bei uns im Theater auf. Es ist echt witzig. Gerade für uns, die doch alles haben.«

Nach drei Stunden gaben DIE es auf und mussten einsehen, dass sich hier kein Geschäft mit Werbung machen ließ. Dann blieben ja noch die Sportwetten … so dachten DIE. Doch auch diese Geldeinnahmequelle sollte nicht so recht sprudeln, da sich herausstellte, dass die Alphantianer nichts besaßen, was für DIE als Wetteinsatz interessant war. Denn weder von Geld noch von Gold war weit und breit etwas zu sehen. Nun gut, dachten DIE, Hauptsache gewinnen, das ist doch auch ein schöner Lohn.

***

DIE trafen sich in den einzelnen Orten auf dem Dorfplatz mit den ausgewählten Bewohnern, die an den Spielen teilnehmen wollten. Dort erklärten DIE, dass es acht Mannschaften geben wird, die gegeneinander spielen. Der Verlierer scheidet aus, bis am Ende zwei Mannschaften für das Endspiel übrig bleiben. Jede der Mannschaften bekommt einen DIE als Trainer. Diesem liegt viel daran, das seine Mannschaft gewinnt, denn das wäre ja letztendlich sein Verdienst und er würde den Profit einstreichen. Doch die Trainer erkannten schnell, dass es die Leute nicht so richtig ernst nahmen. Sie hatten kein richtiges Verständnis dafür, keinen Siegerwillen, sie alberten rum, es fehlte der nötige Ernst. DIE wollten schon aufgeben, allerdings kam das für DIE nicht in Frage. Aufgeben war gleichgesetzt mit einer Niederlage. Die Spiele mussten um jeden Preis stattfinden.

***

Dann war der große Tag da, das Turnier sollte beginnen. DIE waren sehr angespannt, denn jeder wollte natürlich, dass seine Mannschaft die Siegertrophäe nach Hause bringt. Das Theater war bis zum letzten Platz besetzt, es hatte sich rumgesprochen, dass eine neue Art von Theateraufführung stattfinden sollte. Kurz bevor die Eröffnung begann, tauchten aus jeder Mannschaft zwei Spieler bei DIE auf. Unter ihnen befand sich die Dorfvorsteherin von Xsaxus, die als erstes das Wort ergriff: »Wir müssen ehrlich zu euch sein, das Ganze ist ja recht spaßig, aber wir verstehen den Sinn mit dem Gewinnen immer noch nicht so ganz.«
»Das ist doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen, ihr müsst euch nur nach dem galaktischen Motto richten: Gewinnen ist das Ziel, besser sein als die anderen! Verlieren ist was für Schwächlinge, nur der Gewinner zählt. Alle anderen sind nichts wert. Egal worum es geht, es geht im Leben immer um Gewinnen und Verlieren. Um Sieger und Besiegte. Alles andere hätte doch gar keinen Sinn. Das ist das Leben … es geht ums Gewinnen! Um die Macht des Stärkeren. Das ist im Handel, also der Wirtschaft und ganz besonders im Sport so. Gerade dieser vereint diese beiden Systeme.«
»Das mag sein, dass das bei euch so ist, aber bei uns kennen wir das nicht. Wenn wir irgendwas machen, haben immer alle etwas davon, wir sind letztendlich alle Gewinner … so würdet ihr das dann wohl nennen, also in euren Augen«, sagte Silias, der auch in einer Mannschaft spielen wollte.
»Darum haben wir etwas verändert«, begann Felina, »und zwar zum einen das Spielfeld. Doch kommt mit und seht es euch an.«

Auf dem Bühnenplatz des Amphitheaters staunten DIE über die zwei Tore, die von ihrer ehemaligen Größe so verkleinert wurden, dass gerade mal vier Bälle gleichzeitig nebeneinander hineinpassen würden. So gab es auch keine Torwarte mehr. In den ursprünglichen Toren konnten sieben Männer nebeneinander zwischen den Pfosten stehen, und wenn sie die Arme in die Luft gereckt hätten, würden sie die obere Torlatte mit den Fingerspitzen berühren. DIE schüttelten nur den Kopf. Was sollten sie auch tun? Sie beschlossen, sich an den Spielfeldrand auf den Bänken zu setzen, um zu sehen, was nun geschieht. Zu ihrem Erstaunen gab es anscheinend zwei Schiedsrichter, oder wie sie während des Spiels feststellten, Torzähler, denn zu schiedsen gab es nichts; keine Fouls. Es war regelrecht langweilig für DIE. Denn im Gegensatz zu den Dorfbewohnern, feuerten diese ihre Mannschaften von je neun Spielern und Spielerinnen energisch an. Dabei hatte eine Mannschaft, die Mannschaft, in der alle rote Haare hatten, den roten Ball, und die anderen mit den braunen und blonden Haaren bewegten einen braunen Ball. Auf diese Weise wussten die Zuschauer, welcher Ball zu welcher Mannschaft gehörte. Die Mannschaften nach der Haarfarbe zu sortieren, war der Vorschlag von DIE. Allerdings war das mit den zwei Bällen nicht vorgesehen.

Jedes Mal, wenn ein Ball durch eines der Tore rollte, brach die Menge in großen Jubel aus. Es gab eine etwa fünf Meter entfernte Linie, von der aus geschossen werden durfte. Erst wenn jeder Spieler einer Mannschaft mindestens einmal den Ball berührt hatte, durfte auf das Tor geschossen werden. Startpunkt war das gegenüber liegende Tor. Wurde vorbeigeschossen und der Ball landete hinter oder neben dem Tor, musste wieder neu gestartet werden. Das verursachte ein heilloses Durcheinander, da die Mannschaften um die gegnerischen Spieler herumspielen mussten. Der Ball vom Gegner durfte dabei nicht berührt werden. Es gab eine vorgegebene Spielzeit von zweimal zwanzig Minuten. Zudem mussten die Spieler immer in Bewegung bleiben; keiner durfte stehen. Der Gewinner war am Ende – und das zur Verblüffung von DIE – der Ball, der in dieser Zeit am häufigsten in seinem Tor gelandet war. Ein Ball gewinnt das Spiel? So etwas hatten DIE noch nie gehört. So etwas Verrücktes! Nein, das war zu viel für sie. Für die Leute von Alphantis war es die natürliche Schlussfolgerung, denn schließlich ist der Ball ins Tor gerollt und kein Mensch.

***

Jetzt verstanden DIE – beziehungsweise verstanden sie gerade nicht. Sie sahen lediglich klagend ein, dass es hier an diesem Ort, ja in ganz Alphantis keine Möglichkeit gab, ihren Ehrgeiz nach dem Sieg und dem dazugehörigen Profit zu stillen. Darum bestiegen sie eiligst ihr Flugschiff und kamen nie mehr zurück. Doch für die Alphantianer hatte sich ihr Kunstspektrum um eine neue Attraktion erweitert. Die Kunst gab ihnen die Möglichkeit, etwas zu spielen, bei dem etwas gewonnen werden konnte, ohne dass jemand verlor. Dies nannten sie Torball. Später kamen sie auf eine Variante, bei der nur die Hände benutzt werden durften. Der künstlerische Einfall der Alphantianer kannte keine Grenzen, und so folgten weitere Spiele wie Korbball, Schlägerball und Rollball, aber auch andere Kunstwettkämpfe wurden entwickelt. Da gab es den Wettlauf, bei dem der Zeitabstand zwischen den Zieleinläufen gewann, beim Hochsprung die Stange, wenn sie es schaffte, liegenzubleiben, und beim Weitwurf gewann das Differenzmaß.

Ende der zweiten Alphantis-Episode, in der DIE kamen, um Alphantis ein profitorientiertes Wettkampfsystem zu bringen.

Geschrieben 2026

Mehr zu Alphantis und der -tis Trilogie gibt es hier.

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Alphantis – Episode 1

Alphantis – Das Erstland, im Zeitalter der Kunst

Eines Tages kamen Himmelsreisende mit einem Flugschiff nach Alphantis. Sie landeten außerhalb des Dorfes Xsaxus auf einem brachliegenden Acker und verließen ihr Raumfahrzeug, um sich sogleich alles genau anzuschauen. Die Außerphantisten wanderten aufgeregt und gleichzeitig interessiert auf den Schotterstraßen durcheinander. Sie begutachteten die reetgedeckten, aus Baumstämmen gezimmerten schlichten Häuser, deren Fenster teilweise offenstanden und deren Türen keine Vorrichtungen boten, um abgeschlossen zu werden. Die Menschen, die sie unterwegs trafen, wurden freundlich gegrüßt und die Bewohner nickten mit einem Lächeln zurück. Einige von ihnen schöpften Wasser aus den Brunnen oder pflegten die Gemüsegärten, die sich in dem pflanzenreichen Ort verteilten. Die Gebäude und die Straßen fügten sich so in die farbenprächtige Natur ein, als seien diese ein Teil von ihr; aus ihr erwachsen. Schließlich lief den Fremden ein Mädchen über den Weg, und die Besucher sprachen es an: »Guten Tag, mein liebes Kind.«
»Einen schönen guten Tag, werte Gesellschaft, ich bin Ariana und wer seid Ihr?«
»Wir sind DIE und neu hier in der Gegend. Wir kommen von sehr weit her und wir möchten gerne wissen, wo man in diesem schönen Dorf etwas kaufen kann. Kannst du uns das verraten?«
»Kaufen?«, schaute Ariana fragend.
»Ja, kaufen, weißt du denn nicht, was kaufen ist?«
Ariana schüttelte den Kopf und DIE fragten weiter: »Müsst ihr denn nie einkaufen? Etwas zu Essen, Kleidung, technische Geräte, die einem das Leben erleichtern und vereinfachen. Eben all die Dinge, die man so dringend benötigt. Kennst du das nicht aus der Werbung?«
»Werbung? Was ist das? Und nein, hier bei uns kann man nichts einkaufen und erleichtern … wieso eigentlich erleichtern? Unser Leben ist doch nicht schwer.«
»Du kennst keine Werbung? Aber ihr benötigt doch Werbung, die euch sagt, welche neuesten und vor allem lebensnotwendigen Errungenschaften ihr benötigt?«, fragten DIE skeptisch.
»Och«, machte Ariana, schaute in den Himmel und kratzte sich am Kinn, »ich weiß auch nicht? Wir leben halt und es ist doch alles da, was wir brauchen, da müssen wir nichts kaufen, schon gar keine neuesten Errungenschaften … was auch immer das sein mag.«
»Wie, es ist alles da, was ihr braucht?«, zweifelten DIE, »du veralberst uns doch?!«
»Veralbern? Wieso sollte ich albern sein?«
»Es ist nicht zu fassen!«, staunten DIE. »Also gibt es wirklich keine Supermärkte, keine Technikgeschäfte, keine Boutiquen. Aber wir haben doch so schöne Sachen mitgebracht, die wir gerne euren Händlern zum Weiterverkauf anbieten möchten.«
»Händler? Seid ihr Händler?«
»Ja, ganz recht. Großhändler!«, erklärten DIE und nahmen eine aufrechtere Haltung an.
»Und ihr als Großhändler braucht also Kleinhändler, denen ihr was verkaufen könnt?«
»So sieht es aus. Aber sag uns doch einmal, Ariana, wenn ihr weder einen Laden noch einen Markt habt, wo bekommt ihr denn zum Beispiel euer Essen her?«
»Das Essen kommt zum Teil vom Spielplatz, den Gemüsebeeten hier im Ort oder aus dem Wasser und dem Wald.«
»Vom Spielplatz?!«, riefen DIE verblüfft.
»Sicher, woher denn sonst? Wollt ihr ihn vielleicht mal sehen?«

***

Und ob sie wollten, ganz versessen waren DIE darauf, diese Stätte kennenzulernen und so führte Ariana die Großhändler über die Hauptstraße aus dem Dorfkern hinaus. Auf ihrem Fußmarsch begegneten ihnen vereinzelnd Pferdewagen, die mit Holzstämmen und Reet beladen waren. Andere wiederum hatten Lebensmittel wie Brot, Fleisch- und Käsewaren, sowie Obst bei sich. Die Pferde schritten gemütlich voran und wurden jeweils von einem Mann oder einer Frau begleitet, die das Tier an einer Leine führten. Einige Kinder liefen nebenher und winkten Ariana und ihrer Begleitung freudig zu.

Einige hundert Meter weiter kam die Gruppe an einem Platz vorbei, wo Hühner pickten und scharrten, Schafe und Ziegen grasten, Schweine sich tummelten und Kühe sich wiederkäuend die Sonne auf den Rücken scheinen ließen. Das Areal war umgeben von Ställen, in denen lächelnde Frauen und Männer mit ihren Kindern die Schafe scherten, die Kühe melkten, die Eier einsammelten und die Tierunterkünfte ausmisteten. Ein Fluss schlängelte sich von den Bergen kommend durch die Landschaft und zwei Wassermühlen verrichteten ihre Arbeit. Etwas abseits von den Tieren wurde vor einem Haus geschlachtet und in einem weiteren Gebäude befand sich die Bäckerei, die mit frischem Mehl aus den Mühlen versorgt wurde.

Nach ungefähr einem Kilometer kam Ariana mit ihrem Gefolge am Spielplatz an. Dieser bestand aus mehreren Feldern, auf denen die Einheimischen gut gelaunt alles Zeitgemäße ernteten und pflegten. Auf der Obstplantage entdeckte Ariana ihre Eltern mit ihrem Bruder Elias. Sie winkte ihrer Familie zu sich, um die Besucher vorzustellen. Das Mädchen erklärte, es seien Großhändler, die von sehr weit hergekommen waren und die tollsten Sachen dabeihaben würden: technische Geräte, die einem das Leben erleichtern, und nun seien sie auf der Suche nach Kleinhändlern, die ihnen alles abkaufen sollen, damit diese dann etwas haben, was sie wiederum weiterverkaufen können. Auf die Nachfrage hin, wo sie denn die Dinge her haben, die sie verkaufen wollten, erklärten DIE, dass sie die Ware direkt von den Herstellern und Erzeugern erworben haben oder von weiteren Zwischenhändlern.

Ebenso wenig wie Ariana zuvor verstanden auch ihre Eltern nicht, was die Fremden eigentlich genau vorhatten, beziehungsweise was sie mit dem Ganzen bezwecken wollten, und erklärten den Gästen erneut, dass doch von allem genug da sei und es überhaupt keinen Sinn mache, etwas zu kaufen, um es dann gleich wieder weiterzuverkaufen. Warum alles drei- bis viermal kaufen und verkaufen, es hin- und herschleppen, bis es endlich da ankommt, wo es gebraucht wird.
»Aber wir sehen doch, dass euch hier so allerhand fehlt. So können wir beispielsweise nirgends Bananen- oder Ananasstauden entdecken. Doch gerade diese sind so wichtig und darum gibt es die Möglichkeit, diese von uns zu kaufen, da sie hier bei eurem Klima ja nicht wachsen.«
»Ananas … Bananen, was ist das?«, fragte Felina.
»Das ist tolles Obst, ihr könnt doch nicht nur von diesen paar Sorten leben«, DIE zeigten auf die Plantage, wo an die fünfzehn verschiedenen Obstsorten gezüchtet wurden, »wenn es doch noch so viel mehr Sorten gibt.«
»Nur weil es diese vielleicht gibt, bedeutet das doch nicht zwangsweise, dass wir diese auch benötigen! Wenn wir Bananen und all die anderen Obstsorten bräuchten, würden sie hier doch wachsen. Da sie diese aber nicht tun, brauchen wir sie also auch nicht und somit müssen diese Dinge nicht wie wild durch die Gegend transportiert werden. Ach ja, und Geräte, die einem das Leben erleichtern … wozu? Gibt es denn ein leichteres Leben als das, welches wir hier führen? Und das, was wir an Geräten haben, ist ausreichend«, lächelte Felina schließlich und richtete nun ihr Augenmerk auf die Tochter, »was ist mit dir Ariana? Kommst du mit zum Spielen aufs Feld?«
»Ich weiß nicht, ich denke, es ist notwendiger, diesen Leuten hier alles zu zeigen, damit sie unser Leben hier verstehen und erkennen, dass wir nichts kaufen oder verkaufen müssen, um zu leben.«
»Das hört sich doch vernünftig an«, bestätigte Silias und fuhr sich mit den Händen durch die roten Haare.
»Und ich werde dich dabei unterstützen«, beschloss Felina kurzentschlossen.
»Aber heute Nachmittag kommt ihr beide doch mit ins Theater oder …?«, fragte Elias erwartungsvoll.
»Na, klar! Das werden wir uns doch nicht entgehen lassen«, stimmte die Mutter mit leuchtenden Augen zu.

***

Ariana und ihre Mutter spazierten mit DIE an einem See vorbei, wo einige Menschen in Ruderboten saßen und Netze auswarfen. Ihre weitere Wanderung brachte die Gruppe zu einem Wald, in dem sie Holzfäller trafen, die dabei waren, Feuerholz zu hacken, welches von den Frauen und Kindern auf bereitstehende Fuhrwerke gestapelt wurde. Ein weiterer Trupp stellte Baumaterial her und verlud es ebenfalls auf die Wagen. Zwei Frauen, die jeweils einen Köcher mit Pfeilen und einen Bogen über den Rücken trugen, hatten ein Reh auf einer Trage liegen, das sie zum Schlachthaus bringen wollten.

Nach einer Weile hatten sie den Wald sowie eine Lichtung, die neu bepflanzt wurde, hinter sich gelassen und erreichten das Bastlerviertel. So wurde der Ortsteil genannt, in dem sich unter anderem die Gerberei, die Webstuben und Schneider, die Tischler und Schmiede mit dem Werkzeugmacher sowie die Töpferei befanden. Das Rohmaterial für die verschiedensten Güter stammte von den umliegenden Erzminen, den Tongruben und Wäldern sowie der Rinderfarm. Von diesem Bastelviertel aus konnten in einiger Entfernung bereits wieder die Wohnhäuser gesehen werden, da die Führung entlang der Hauptstraße verlief und diese einen Rundweg darstellte. An dieser Straße befand sich alles Lebensnotwendige. Die abgehenden Wege führten zu den Minen, den Tongruben und in die Wälder.

Die anwesenden Kinder versammelten sich neugierig um DIE und erzählten, dass sie hier zusammen mit ihren Eltern alle notwendigen Sachen basteln würden. Befremdlich wirkte auf DIE auch hier die Vorgehensweise, wie die Leute ihre Tätigkeiten ausübten. Es schien so, als passiere die eigentliche Arbeit nebenbei und alles, was mit Arbeit in dem Sinne der DIE zu tun hatte, wurde hier als Spielen oder Basteln bezeichnet.
»Wie könnt ihr alle hier nur so ruhig arbeiten … also ich meinte basteln? Habt ihr denn keine Termine, um die Aufträge einzuhalten?«, fragten DIE.
»Termine? Aufträge? Was bedeutet das?«, fragte Felina. Doch ohne die Antwort abzuwarten sagte sie: »Wir fertigen und pflanzen das an, was gerade benötigt wird. So einfach ist das.«
»Ja, und wenn alle mit anpacken, wird nach ungefähr vier Stunden mit dem Spielen und Basteln aufgehört«, erklärte Ariana, »und jeder nimmt sich das, was er für sich und seine Familie braucht, mit nach Hause. So ist es in ganz Alphantis.«
»Das hört sich alles so unglaublich an, Felina, doch erkläre uns bitte, wie wird das alles hier denn nun finanziert?«
»Was meint ihr?«
»Wer oder wie bezahlt ihr das alles?«
»Das verstehe ich nicht, hier bei uns macht jeder das Notwendige und so muss keiner bezahlen … was auch immer das sein mag. Hier in Alphantis gibt es viele Lebenswirtschaftsräume wie den unsrigen, den wir Xsaxus nennen. Dabei besuchen wir uns untereinander und tauschen unser Wissen miteinander.«
»So kennt ihr also gar nicht das schöne Gefühl, sich was leisten zu können. Die Befriedigung, wenn man sich etwas Tolles kaufen kann, etwas, was andere vielleicht nicht haben, nicht besitzen können, weil sie nicht hart genug arbeiten, um es sich leisten zu können. Je mehr man hat, umso schöner ist es doch und noch viel schöner, wenn es andere nicht vergönnt ist, es zu haben«, meinten DIE mit einem befriedigenden Gesichtsausdruck. »Wir wollen immer alles besitzen, alles haben. Am besten immer mehr, denn man braucht doch so vieles und vor allem mehr davon.«
»Ihr habt vielleicht sonderbare Ideen«, entgegnete Felina, »oder was meinst du Ariana?«
»So ganz kapier ich es auch nicht. Vielleicht kommt es daher, weil wir nicht arbeiten.«
DIE klatschten in die Hände: »Ha, erwischt! Natürlich arbeitet ihr, wir haben es doch gesehen … okay, ihr nennt es Spielen, aber in Wirklichkeit ist es arbeiten. Ihr macht euch da etwas vor«, erwiderten DIE, als hätten sie Mutter und Tochter überführt.
»Ganz gewiss nicht, denn wie kann jemand arbeiten, der nur erntet und vielleicht etwas einsät?«, fragte Felina.
»Ja, Mutti, so ist es! Arbeiten tut doch die Saat die wir aufbringen, die arbeitet zusammen mit der Erde, der Sonne und dem Regen. Die Bäume arbeiten sich groß, das Schaf produziert Wolle, die Kühe Milch und die Hühner legen die Eier, die wir nur noch aufsammeln müssen. Die Arbeit macht doch das Huhn und die Pferde ziehen die beladenen Karren. Dies ist die eigentliche Arbeit, wozu auch die Wassermühlen gehören. Aber was wir hier machen, ist doch nicht die Arbeit.«
»Ja, aber eure Häuser, die Kleidung, die ihr tragt, sind doch durch eure Arbeit produziert worden.«
»Ihr meint durch unser Basteln?«, korrigierte Felina.
»Von mir aus nenn es so.«
»Es ist so, nicht nur so genannt. Denn die Grundstoffe sind ja alle da, wir fügen sie lediglich zusammen. Das kann man nun wirklich nicht als Arbeit bezeichnen.«

***

Jetzt sahen DIE es ein, dass sie bei diesen Menschen von Alphantis aus dem Ort Xsaxus nichts erreichen würden. Klagend erkannten sie, dass es hier in diesem Lebensraum, ja anscheinend in ganz Alphantis, keine Möglichkeit gab, ihre Waren zu veräußern. So haben DIE es nicht geschafft, dieses Land mit ihrer Wirtschaftsideologie zu erobern. Es hatte den Anschein, dass dieses Gedankengut unbeachtet an den Bewohnern von Alphantis abglitt. So bestiegen DIE ihr Raumfahrzeug und wurden nie wieder gesehen.

Einige Monate später tauchten neue Skulpturen und Bilder in Alphantis auf, die Händler darstellten. Es wurden Geschichten von Großhändlern und Händlern erzählt, welche rastlos umherliefen. Getrieben von Terminen. Es wurden Aufträge erteilt, die andere ausführen mussten. Güter wurden hin- und hergeschleppt. Diese neuen Geschichten erweiterten den Kunstbetrieb von Alphantis um weitere heitere Anekdoten aus dem Bereich des Absurden. Die Alphantianer spielten die Idee des Kaufens und Verkaufens kaputt, auf dass sie nicht entstehen konnte.

Ende der ersten Alphantis-Episode, in der DIE kamen, um Alphantis ein profitorientiertes Konsumsystem zu bringen.

Geschrieben 2026

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Alphantis – Prolog

Alphantis – Das Erstland, im Zeitalter der Kunst

Sie waren völlig außer Atem. Allein die Aufregung und die Vorfreude trieben sie unermüdlich voran. Kein Weg war zu weit, um dem zu erwartenden Spektakel von Anfang an beizuwohnen. So waren es auch die Kinder, die durch ihr Rennen als Erste am Ort des Geschehens eintrafen. Die schaulustigen Erwachsenen folgten gemächlich mit deutlichem Abstand, da sie wussten, dass sie rechtzeitig eintreffen würden. Dennoch waren sie, ebenso wie die Kinder, begierig auf die spannende Attraktion, die ihnen in absehbarer Zeit geboten würde. Dabei spielte es keine Rolle, wie oft die Bewohner von Alphantis schon dabei waren, es mit eigenen Augen gesehen, miterlebt und mitgefühlt hatten. Die Neugier verlor nichts von ihrer Kraft, und das Geschehen blieb für sie immer jenseits ihrer Vorstellungskraft, egal wie oft sie zusahen.

***

Das Grauen ließ nicht lange auf sich warten, als sich die Todesschreie unter das ratternde Gebrüll der Schnelltötungsgeräte mischten. Die Soldaten schossen kreuz und quer in die Menschenmenge. Kinder, Frauen und Männer stürzten blutüberströmt zu Boden. Menschen rannten um ihr Leben. Die Körper der Gefallenen wurden unter den Füßen der in Panik davonstürzenden zerquetscht. Am Ende überlebten nur wenige das Massaker. Die Soldaten trieben diese zusammen und es schlossen sich Eisenschellen mit Ketten um Handgelenke. Die in Ketten gelegten wurden unter Peitschenschlägen in die Kerker getrieben, wo sie sich schutzlos den Folterungen ihrer Peiniger ausgeliefert vorfanden.

Die Gruppe von Personen, die unbeteiligt aus sicherer Entfernung dem Geschehen folgte, konnte sich bei so mancher Szene das Lachen nicht verkneifen. Sie gaben ihren Nachbarn einen leichten Stoß und deuteten schenkelklopfend auf die Gequälten. Dies ging so lange, bis sich nach zwei Stunden das Schauspiel auf den Höhepunkt zubewegte. Ein Höhepunkt, der kein glückliches Ende kannte. Ein Ende, welches zeigte, dass alles so weiterlaufen würde wie gehabt. An diesem Punkt hielt es die Zuschauer nichts mehr auf ihren Bänken. Sie sprangen auf und spendeten tosenden Applaus. Sie waren Zeugen davon geworden, wie Menschen sich anfangs gegenseitig belogen, um daraus ihren eigenen Vorteil zu erlangen. Intrigen wurden gesponnen, um Macht über andere zu gewinnen. Menschen wurden von Menschen benutzt, ausgebeutet; als Sklaven gehalten und letztendlich getötet.

Als die Schauspieler den Bühnenplatz verlassen hatten und die ersten Zuschauer das Amphitheater verließen, blieben noch einige Besucher auf der Tribüne zurück und unterhielten sich über das Gesehene. Sie schüttelten dabei belustigt und verblüfft zugleich die Köpfe.
»Nein, nein, was diese Theaterleute nur für eine Fantasie haben«, staunte eine Frau.
»Und die ganzen Ideen für diese Teile, womit sie die Menschen getötet haben, wie nannten sie diese doch gleich?«, fragte ein Mann und schaute nachdenklich hinauf in den blauen Himmel.
Die Antwort kannte der zwölfjährige Elias: »Schnelltötungsgeräte!«
»Richtig … «, bestätigte der Mann, und die Frau beteiligte sich erneut an dem Gespräch: »Überhaupt auf die Idee zu kommen, einen anderen Menschen zu verletzen oder gar zu töten, das ist doch völlig absurd, da kann man doch nur drüber lachen.«
»Ganz recht, das macht überhaupt keinen Sinn … Es sah aber dennoch sehr realistisch aus«, erwiderte ein weiterer Mann mit Namen Silias.
»Aber ist doch immer witzig«, fügte die achtjährige Ariana, die Tochter von Silias hinzu, »mir gefallen immer die gespielten Tötungen mit dem ganzen Blut.«
»Das stimmt, das ist richtige Magie, denn so richtig sieht man gar nicht, wo das Blut herkommt und am Ende bei der Verbeugung stehen alle unversehrt wieder auf«, bestätigte ihre Mutter Felina, die zweite Frau in der Gesprächsrunde.
»Das machen die wirklich gut, das ist alles bis ins Kleinste einstudiert. Das Blut kommt übrigens aus kleinen versteckten Lederbeuteln und ist natürlich Rinder- oder Schweineblut«, erklärte Silias und wendete sich an seinen Sohn Elias, »und du, mein Junge, wie gefiel dir das Theaterstück?«
»Och, hab schon bessere gesehen. Wenn ich groß bin, werde ich auch solche Stücke entwerfen.«
»Davon bin ich überzeugt, mein Sohn!«, bekräftigte der Vater und wuschelte dem Sohn durch die roten Haare.

***

Am Abend saß Felina vor dem Kamin und strickte Socken, als ihre Tochter den Wohnraum betrat. Ariana setzte sich neben ihre Mutter auf das weiche Schafsfell, welches der robusten Holzbank eine flauschige Sitzfläche bereitete.
»Du, Mutti! Verstehe ich es eigentlich richtig, dass es in den Theaterstücken immer irgendwie darum geht, dass es nicht die großen Anführer sind, also, ähm, diese witzigen Redenschwinger, die es immer wieder schaffen, sich selbst zu erheben, also dass diese es sind, die nicht selbst Hand anlegen, um zu morden und so.«
»Das siehst du richtig, mein Schatz. Denn das Einzige, was diese Herrscher können, ist reden und nochmals reden, sie beherrschen diese Kunst bis zur Perfektion, und zwar so täuschend, dass die Menschen es nicht als solche erkennen. Auf diese Art schaffen sie es immer, ihre hörigen Gefolgsleute wie Marionetten an den Fäden tanzen zu lassen.«
»Es sind also Menschen, die blind alles befolgen. Sie geben ihre Hände, um ihre Mitmenschen zu quälen und zu töten, indem sie auf sie schießen oder wer weiß was anstellen.«
»Das hast du gut gesagt, die Handlanger geben ihre Hände und an dritter Stelle stehen dann die Mitläufer der tanzenden Puppen. Diese geben den selbsternannten Herrschern letztendlich die vollständige Macht, und die, die dieses Spiel nicht mitmachen wollen, die Verweigerer, Menschen, die anders denken und handeln, als es die Machthaber verlangen, werden Opfer der gehorsamen Armee.«
»Wieso tun sie das? Sind die vielleicht ein bisschen doof?«
Die Mutter lächelte und legte das Strickzeug auf ihren Schoß: »Wenn du es so ausdrückst, irgendwie schon. Es sind Leute, die nicht eigenständig denken, die immer jemanden brauchen, der ihnen sagt, was sie zu tun haben und wo es langgeht. Diese Menschen hinterfragen nicht, was die … wie nanntest du sie … die witzigen Redenschwinger, so von sich geben, egal wie absurd und widersprüchlich so manches ist. Ebenso verhält es sich mit den Mitläufern, die nicht erkennen, wie die Redner alles so hinbiegen, dass es in ihr erschaffenes herrschsüchtiges Konstrukt passt.«
»Aber das sind doch alles nur Märchen, so etwas gibt es doch nicht in Wirklichkeit … oder?«
»Nein, natürlich nicht. Das ist alles Erfindung und nun geh schön schlafen und träume süß.«

***

So ging an einem weiteren Tag in Alphantis die Sonne unter, deren Bewohner das Theater über alles liebten. Aus allen umliegenden Dörfern strömten die Menschen in das große Freilichttheater, um sich diese Schauspiele über die Absurditäten, die sich bis hin zur ausufernden Gewalt erstreckten, anzusehen. Jener Wahnsinn, den es in der Realität von Alphantis nicht gab, noch nie gegeben hatte. Es war für die Alphantianer undenkbar, dass solche Dinge in Wirklichkeit passieren könnten. Ihr Leben war das eine, die Bühne etwas ganz anderes. Auf ihr wurde alles Undenkbare denkbar und das Unmögliche möglich. Und nicht nur das Theater diente ihnen dazu, sondern die gesamte Bandbreite der Kunst erfüllte diesen Zweck. In ihr oder durch sie werden schlimme Gedanken, Aggressivität, Gewalt, Missgunst, Verrat und alle weiteren negativen Emotionen und Feindseligkeiten ausgelebt. All jenes bildete den Antrieb für ihre Kunst. Woher dieses Verlangen kam, wieso es so war, konnte keiner benennen; es war für sie nicht greifbar. Doch tief in ihrem Inneren spürten die Alphantianer, dass es da etwas gab, was in ihnen schlummerte, was raus musste, aber niemals das Licht der realen Welt erblicken durfte. Denn es war fehlerhaft und völlig unnütz. Um das zu erreichen, benötigten sie ein Ventil, und dieses Ventil entdeckten sie in der Kunst, welche sich in ganz Alphantis verteilte. Anhand von Skulpturen, Bildern und Geschichten, die sie sich erzählten und auf die Bühne brachten. Sie leiteten diese, für sie nicht wirklich spürbaren, negativen Energien aus sich heraus und spielten sie in die Kunst hinein. Die Kunst spielte sich an ihnen ab. So war es seit Anbeginn der Zeit in Alphantis – Dem Erstland, im Zeitalter der Kunst.

Geschrieben 2026

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Alphantis – Serienstart 16.06.2026

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