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Gedanken über … Krieg

Der Inhalt des folgenden Textes gibt eine Meinung wieder, die aus verschiedensten themenbezogenen Quellen stammt und mit KI-Unterstützung erarbeitet wurde. Das Ergebnis wurde mit den Ansichten des Autors verknüpft. Das daraus resultierende Ergebnis nimmt für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch. Dabei ist nicht gänzlich auszuschließen, dass trotz sorgfältiger Prüfung einige der hier getätigten Aussagen Fehler enthalten können; insbesondere die spekulativen, meinungsbehafteten Passagen. Meinungen sind Gedanken und Gedanken sind häufig unvollständig, lücken- sowie sprunghaft und stellen Fragen, die manchmal offenbleiben. Dieser Text soll dem Leser als Anregung dienen, sich weitergehend über das Dargelegte zu informieren. Nach dem Motto: Informiere dich weitläufig; nur durch eine Quelle allein kann man sich keine Meinung/kein Urteil bilden, keine Erkenntnis erlangen und sich kein Wissen aneignen!

Zwischenmenschliche Gewalt gibt es von jeher und mit dem Beginn der Sesshaftigkeit wurde diese vermutlich verstärkt. In dieser Zeit fingen Menschen an, Land dauerhaft zu nutzen und zunehmend Besitz anzusammeln. Sie ließen sich in größeren Gemeinschaften nieder, was zu einer Zunahme von Gütern und damit auch zu Konkurrenz und Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppen führte. Das Ergebnis war eine soziale Ungleichheit, bedingt durch das Mehr-haben-Wollen Einzelner. Raubzüge und kollektive Gewalt wurden dabei zuweilen auch als alternative Strategie genutzt, um sich Land und Güter anzueignen. Mit der Entstehung von Staaten und komplexeren Gesellschaften im Laufe der Jahrhunderte wurden Kriege oft von politischen Führern oder Monarchen initiiert, um Macht, Einfluss und Territorium zu erweitern. Diese Kriege wurden häufig durch ideologische oder religiöse Motive gerechtfertigt. Dieses Muster blieb bis in die heutige Zeit bestehen.

In den letzten Jahrhunderten kam eine weitere Kriegsform hinzu: der Wirtschaftskrieg. In diesem versucht ein Staat, einem anderen Staat wirtschaftlich zu schaden, um politischen Druck auszuüben. Das kann beispielsweise durch Sanktionen (Maßnahmen oder Strafen, die als Reaktion auf ein bestimmtes Verhalten verhängt werden), Handelsverbote, hohe Zölle oder das Sperren von Geld und Waren geschehen. Auch die Industrie und der Handel kennen solche „Kriege“. Hier sind es dann Wettbewerbs-, Konkurrenz- und Preiskämpfe.

Krieg ist immer ein Akt der Gewalt, denn er bedeutet das Opfern und das Auslöschen von Menschenleben. Krieg äußert sich als ein mit Waffen ausgetragener organisierter Konflikt zwischen größeren organisierten Gruppen, insbesondere Staaten, der sich meist über einen längeren Zeitraum erstreckt. Dabei werden auf beiden Seiten die verfügbaren militärischen Mittel eingesetzt, um die eigenen politischen, territorialen, wirtschaftlichen oder anderen Ziele durchzusetzen. Krieg kann eine Umverteilung von Gebieten, Gütern und eventuell Menschen (Flucht, Vertreibung, Deportation oder Grenzverschiebungen) nach sich ziehen.

An einem Krieg sind mindestens zwei Parteien beteiligt, deren Kräfte sich in kleinere Kampftruppen aufteilen. Jeder Trupp hat seine spezielle Aufgabe, die er erfüllen muss. Gekämpft wird im Kleinen für das Große, und in beiden Fällen geht es darum, das Gegenüber durch physische und psychische Gewalt zur Aufgabe zu zwingen; den Gegner zur Erfüllung des eigenen Willens zu bringen. Der Krieg ist das Mittel, um dieses zu erreichen.

In einem Krieg wird nicht ein Mensch allein getötet; es geht um ganze Gesellschaften mit ihren Generationen. Der Tod ist das eine und Krieg alles andere. Der Tod ist eine Folge des Krieges, der weit darüber hinausreicht. Er hinterlässt körperliche und seelische Verletzungen, zerstört Familien und gesellschaftliche Strukturen und vernichtet Lebensgrundlagen. Neben den Menschen fordert der Krieg weitere Opfer, die selten erwähnt werden, etwa Tiere, Natur und ganze Ökosysteme. Zu dieser Zerstörung tragen nicht nur die eigentlichen Kriegshandlungen bei, sondern auch eine Vielzahl militärischer Übungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie die Erprobung neuer Waffensysteme. Die Auswirkungen eines Krieges prägen somit ganze Generationen und enden nicht zwangsläufig mit dem Ende der Kampfhandlungen.

Krieg ist ausgedehnte Politik mit Gewaltmitteln. Politik ist im Kriegsfall nicht bloß Parteipolitik oder Diplomatie, sondern es geht weit über die kommunikative Ebene hinaus. Es geht um eine politisch eingebettete, geleitete Eskalation. So muss Politik auch während des Krieges bestimmen, welche militärischen Ergebnisse notwendig sind. Das Militär kann nicht selbst bestimmen, welchen politischen Zweck der Krieg haben soll. Die Politik gibt Anweisungen an die Militärspitze, die wiederum das politisch Gewollte in die Tat umsetzen muss. Die Intensität des Krieges ergibt sich daher nicht allein aus militärischen Faktoren. Sie hängt wesentlich davon ab, was politisch gewollt ist. Die Politik besitzt so die Möglichkeit oder vielmehr hat die Aufgabe, die militärische Gewalt bewusst zu begrenzen.

Krieg ist kein Selbstzweck. Die Wehrlosigkeit des Gegners sollte ein mögliches militärisches Ziel des kriegerischen Aktes sein, nicht seine Vernichtung. Wenn Staat A Staat B dazu bringen möchte, ein umstrittenes Gebiet abzutreten, lautet der politische Zweck: B soll das Gebiet abtreten. Er lautet nicht automatisch: B soll vernichtet werden. Die Niederwerfung der Streitkräfte von B könnte ein Weg sein, den politischen Zweck zu erreichen.

Krieg braucht keine Mehrheit, die ihn befürwortet, sondern nur genügend Menschen, die ihn unterstützen. Die Kriegsführung geht von der Politik aus, die dem Militär befiehlt und dem Volk ihr Tun erklären muss, damit es der politischen Führung weiter folgt und sie unterstützt. Diese drei Komponenten werden durch Emotionen (Hass, Ängste, allgemeine Feindschaft) beeinflusst, die sich auf das Volk auswirken und die Moral der Truppe beeinflussen. Da diese drei Kräfte gleichzeitig wirken und miteinander in Spannung stehen und sich durch neue Umstände permanent verändern, kann Krieg nicht als politisch geradliniger, unveränderbarer Plan betrachtet werden. Auch ein militärisch sinnvoller Plan kann scheitern, wodurch die Politik erneut gefordert ist, zu handeln.

Im Krieg handeln Menschen gegen Menschen in unterschiedlichsten Umgebungen. Zwischen Planung und Ergebnis treten Unsicherheit, Zufall, moralische Kräfte, menschlicher Wille, Gefahr, Unvorhergesehenes und die Reaktion des Gegners. Besonders zu beachten ist, dass der Gegner selbstständig handelt. „Wenn ich meinen Plan ändere, reagiert mein Gegner; auf seine Reaktion muss ich wiederum reagieren.“ Krieg ist keine Handlung gegen einen unbeweglichen Gegenstand, sondern eine Wechselwirkung zweier lebendiger Kräfte; Krieg lebt, Krieg ist Leben, ein lebendiger Vorgang. Eine Regel, die in einem Krieg funktioniert hat, muss nicht im nächsten funktionieren. Eine zahlenmäßige Überlegenheit konnte vielleicht einmal oder öfter den Sieg bringen, ist aber keine Garantie für folgende Kriege. So gibt es keine immer geltenden Vorgehensweisen wie: „In Situation X muss immer Handlung Y durchgeführt werden.“

Nüchtern betrachtet ist Krieg ein Mannschaftssport. Wie beim Fußball werden Strategien mit ihren Taktiken entworfen und angewendet. Das Ergebnis wird analysiert und Verbesserungen werden vorgenommen. Es wird ausprobiert und sich mit Theorien beschäftigt, damit relevante Faktoren erkannt werden, um Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten, Situationen zu vergleichen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und historische Erfahrungen kritisch zu beurteilen. Es wird immer mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet, da nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, welche Handlung optimal ist. Ein Angreifer hat dabei die Möglichkeit des Überraschungsmoments auf seiner Seite, doch während er voranschreitet, können Probleme entstehen, die ihn schnell schwächen können. Oder aber nach mehreren Siegen könnte angenommen werden, der Gegner sei schwach geworden. Durch solche scheinbaren Erfolge kann die Objektivität über das eventuelle gleichzeitige Abnehmen der eigenen relativen Stärke verdeckt werden. Der strategisch kluge Angreifer muss daher erkennen, wann der politische Zweck erreicht ist beziehungsweise wann die Risiken eines weiteren Vormarsches den möglichen Gewinn übersteigen; der Angreifer muss wissen, wann er aufhören muss.

Ein Verteidiger muss im Gegenzug erkennen, wann die defensive Stärke in einen erfolgreichen Gegenangriff umgesetzt werden kann. Verteidigung bedeutet erhalten, bewahren und verhindern. Angriff bedeutet erwerben, erobern und verändern. Der Angreifer sagt: „Ich will dir etwas nehmen.“ Der Verteidiger sagt im einfachsten Fall: „Du sollst mir das nicht nehmen.“ Der Verteidiger besitzt den Vorteil des Abwartens. Der Angreifer muss handeln, marschieren, Kräfte bewegen, Versorgung nachführen, Widerstand überwinden und fremden Raum durchqueren. Der Verteidiger kann dagegen viele Vorteile des bekannten Raumes nutzen. Er kann teilweise davon profitieren, dass der Angreifer zu ihm kommen muss. Wenn die Verteidigung erfolgreich ist, verändert sich das Kräfteverhältnis. Der Angreifer verliert möglicherweise Soldaten, Material, Zeit, Moral, Versorgungssicherheit oder politische Unterstützung. Gleichzeitig kann der Verteidiger Kräfte sammeln. Dadurch kann ein Moment entstehen, in dem der Verteidiger selbst zum Angriff übergeht; die Verteidigung kommt zum Gegenangriff. Eine Verteidigung, die niemals auf einen Gegenstoß abzielt, ist auf Dauer meist nicht ausreichend, denn das offensive Element gehört zu einer wirksamen Verteidigung dazu. Der Angegriffene muss seinen eigenen Willen haben und versuchen, diesen durchzubringen.

Krieg ist so betrachtet keine einseitige Gewalthandlung, sondern ein Wechselspiel zweier widerstreitender Interessen. Der Angegriffene ist kein passives Objekt, wodurch ein Krieg zu einer Gewaltspirale wird. Wenn A seine Gewalt steigert, hat B einen Grund, ebenfalls mehr Gewalt einzusetzen. Darauf muss A wiederum reagieren. Bei diesem Gewaltabgleich geht es darum, dass es eine Partei schafft, die andere zur Aufgabe zu zwingen oder ihre Fähigkeit zur weiteren Gewaltanwendung entscheidend einzuschränken. Entscheidend dabei sind die zur Verfügung stehenden Mittel, der Zusammenhalt und die Willenskraft sowie die Überzeugungskraft der Politiker, die Soldaten und das Volk zum Weitermachen zu bewegen.

Die Menschheitsgeschichte soll von 14.400 Kriegen mit 3,5 Milliarden Toten geprägt sein. Grob bedeutet das, dass etwa jeder dreißigste Mensch, der je auf der Erde gelebt hat, in einem Krieg umgekommen ist. Dies zeigt, dass ein Krieg kein Einzelfall ist, sondern eine zentrale Rolle in der Menschheitsgeschichte spielt. Dabei sind nicht allein die Getöteten die Leidtragenden, denn neben ihnen stehen die zerstörten Familienverbunde sowie die Gruppen, in denen sie lebten. Auch das generationsübergreifende Trauma gehört dazu, welches bis weit nach dem Krieg wirkt.

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts sollten Kriege im eigentlichen Sinne eine antiquarische Angelegenheit sein. Sie werden nicht mehr benötigt; sie können in Rente geschickt, in Museen ausgestellt und in der Kunst verarbeitet werden. Der Mensch besitzt gerade heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, Auseinandersetzungen anderweitig zu regeln. Allein aus dem Grund, dass die Welt zusammengewachsen ist und jedes Land von einem anderen abhängig ist, sollte alles auf Kommunikation und Unterstützung ausgelegt sein und nicht auf kriegerische Vorgehensweisen. Nationalkriege sind niemals gerechtfertigt, und egal, wer „gewinnt“, am Ende haben beide Seiten viel verloren. Der Hauptgewinner ist eine unsichtbare dritte Partei: diejenige, die die Waffen geliefert hat.

Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2024 mit rund 2,72 Billionen US-Dollar einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem realen Anstieg von 9,4 Prozent. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und bewaffneter Konflikte wird weltweit verstärkt aufgerüstet. Dieses Mehr an Waffen führt nicht zwangsläufig zu mehr Sicherheit und Stabilität, sondern kann auch das gegenseitige Bedrohungsempfinden verstärken und eine weitere Aufrüstung begünstigen. Ist es dann nicht ratsam, dass mutige Länder wieder beginnen abzurüsten und Wege zu eröffnen, Konflikte anderweitig zu lösen beziehungsweise ihnen bereits in der Entstehung entgegenzutreten?

Grundsätzlich sollten alle Länder aufgefordert sein, wenn irgendwo auf der Welt ein Krieg aufkeimt, sich damit zu beschäftigen, um Gewalt- und Vernichtungskatastrophen zu verhindern. Dabei darf es im Ansatz nicht um Parteiergreifung gehen, sondern darum, die Rolle eines neutralen Schlichters einzunehmen, um eine Lösung zu finden. Gerade wenn ein Krieg in der Ferne stattfindet, sollte in den „unbeteiligten“ Ländern nicht das einfache Bild von den Guten, die sich gegen die Bösen verteidigen, verbreitet werden. So eine Darstellung führt leicht zur Spaltung und zu Unruhen im eigenen Land. Es müssen Wege gefunden werden, die eine Lageraufteilung verhindern und nicht fördern.

Doch in der Realität sieht es meist anders aus. Dort scheinen die Berichterstatter die Aufgabe zu haben, für die Bevölkerung die eigentlichen Kriegsparteien einzuordnen. Allerdings ist dies meist komplexer, als es oberflächlich betrachtet den Anschein hat. Denn wichtig dabei ist es, den gesamten Zusammenhang der Situation zu kennen, also auch die Vorgeschichte, um eine Beurteilung abgeben zu können. So eine Vorgeschichte kann sich über Jahrzehnte erstreckt haben und viele verzweigte Stränge besitzen. Doch allzu oft werden diese nötigen tiefgreifenden Analysen nicht gemacht oder verschwiegen, und es gelten dann nur die Aussagen und Meinungen von wenigen, die die Sachlage vereinfacht darstellen. Gegendarstellungen werden diffamiert, und es wird deutlich gemacht, auf welcher Seite man zu stehen hat. Ein guter Rat dabei ist vielleicht: „Glaube den Mächtigen nicht blind, wenn sie Gefahr beschwören und der Krieg als alternativlos verkauft wird.“

Geschrieben September 2026

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Gedanken über … die menschliche Evolution

Der Inhalt des folgenden Textes gibt eine Meinung wieder, die aus verschiedensten themenbezogenen Quellen zusammengetragen und mit den Ansichten des Autors verknüpft wurde. Das daraus resultierende Ergebnis nimmt für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch. Dabei ist nicht gänzlich auszuschließen, dass trotz sorgfältiger Prüfung einige der hier getätigten Aussagen Fehler enthalten können; insbesondere die spekulativen, meinungsbehafteten Passagen. Meinungen sind Gedanken und Gedanken sind häufig unvollständig, lücken- sowie sprunghaft und stellen Fragen, die manchmal offenbleiben. Dieser Text soll dem Leser als Anregung dienen, sich weitergehend über das Dargelegte zu informieren. Nach dem Motto: Informiere dich weitläufig; nur durch eine Quelle allein kann man sich keine Meinung/kein Urteil bilden, keine Erkenntnis erlangen und sich kein Wissen aneignen!

Diese Gedanken drehen sich um die menschliche Evolution, wobei sie weit über den biologischen Aspekt hinausgehen werden. Doch zuvor eine kurze Erläuterung, was das Wort Evolution bedeutet und wie es hier zur Anwendung kommt. So steht beispielsweise Evolution laut Duden bildsprachlich für: langsame, bruchlos fortschreitende Entwicklung besonders großer oder großräumiger Zusammenhänge; allmähliche Fortentwicklung im Geschichtsablauf. Als Beispiel wird von der „Evolution der Gesellschaftsform“ gesprochen. Darüber hinaus gibt es unter anderem die Evolution der Technik. In der Biologie heißt es laut Duden: stammesgeschichtliche Entwicklung von niederen zu höheren Formen des Lebendigen. Als Beispiel wird genannt: Die Evolution der irdischen Fauna (also die Tierwelt eines bestimmten Gebietes).

Über Revolution hingegen ist im Duden zu lesen: auf radikale Veränderung der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ausgerichteter, gewaltsamer Umsturz[versuch]. Es ist eine tief greifende Wandlung; umwälzende, bisher Gültiges, Bestehendes o. Ä. verdrängende, grundlegende Neuerung. Also:
Evolution = Entwicklung in kleinen Schritten über lange Zeiträume hinweg
Revolution = plötzlicher großer Umbruch

Folglich kann großzügig zur Evolution gesagt werden, dass sie (in welchem Bereich auch immer) den Weg der fortschreitenden Entwicklung, der Transformation (Umgestaltung, Veränderung), des Wechsels von einem Zustand zum nächsten beschreibt, der sich über einen längeren Zeitraum zieht. Evolution ist kein zielgerichteter Prozess, sondern ein offenes Geschehen, auch wenn es beispielsweise bei technischer Entwicklung durch Planung den Anschein besitzt. Nichts ist vorhersagbar, außer dass sich etwas ändern bzw. anpassen wird. So geschieht es beispielsweise (im biologischen Sinn), dass sich die Populationen (Gesamtheit der an einem Ort vorhandenen Individuen einer Art) über die Zeit verändern und an Umweltbedingungen anpassen, jedoch nicht, welche konkreten Merkmale sich im Detail entwickeln werden.

Evolution ist nicht gradlinig, denn auch in der Wiederholung, die einem bestimmten Rhythmus unterliegt, wie beispielsweise dem der Jahreszeiten, findet eine Veränderung statt. Diese stellt im klassischen Sinne zwar kein Weg der Evolution dar, aber dennoch ein Wandlungsprozess. Denn auch in ihnen (den Jahreszeiten) herrscht eine beständige Wandlung der Zustände, die sich niemals gleichen. Kein Zustand ist je identisch mit einem vorherigen, da sich die zugrunde liegenden Bedingungen kontinuierlich verändern und selbst kleinste Unterschiede neue Entwicklungen hervorbringen. Auch wenn sich die Jahreszeiten immer wiederholen. Es gibt niemals denselben Winter und kein Tag gleicht dem anderen. Der Grund dafür liegt in den unendlichen Kombinationen der vorhandenen Möglichkeiten. Als Vergleich mag der Duden dienen, in dem sich praktisch alle anderen Bücher befinden, da diese letztendlich nur durch die verschiedensten Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Wörter entstanden sind.

Evolution ist nicht zu stoppen, nichts kann sich der Zeit und dem Wandel entziehen, auch wenn sich dieser über Millionen Jahre erstreckt, wie beispielsweise die Versteinerung von Holz (wenn die dazu benötigten Gegebenheiten vorhanden sind). Dies ist ein Prozess, der praktisch von keinem Menschen wahrgenommen werden kann, aber dennoch passiert. Um diesen Vorgang der Versteinerung sichtbar zu machen, müsste in regelmäßigen Abständen, und das über Millionen Jahre hinweg, Bilder des Objektes aufgenommen werden, die dann in einer Zeitrafferdarstellung abgespielt werden.

Geschieht biologische Evolution zufällig?
Vieles deutet darauf hin, wenn das Prinzip der Wandlung und der Anpassung berücksichtigt wird. Denn alle Lebewesen entwickeln sich stetig weiter. Dies geschieht ohne einen direkten Willen und das Wissen darum. Nichts auf der Welt, ja sogar im ganzen Universum, befindet sich im Stillstand (wie anhand der Versteinerung von Holz gezeigt). Ohne eine geeignete Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten ist ein Überdauern einer Spezies nicht möglich. Sowohl heutige Affen als auch der Mensch haben sich über Generationen hinweg verändert und entsprechen nicht mehr ihren früheren Formen.

So können Organismen, die Sauerstoff nicht vertragen (wie sie vor Milliarden Jahren auf der Erde lebten, als die entsprechenden Bedingungen vorherrschten), in der heutigen sauerstoffreichen Atmosphäre nicht überleben. Doch in der frühen Erdgeschichte waren sie die am besten angepassten Lebensformen. Im Laufe von Millionen von Jahren passten sich einige dieser Lebewesen an die sich ändernden Bedingungen an. Auf diese Weise entstanden neue Arten durch die Variation bereits vorhandener Merkmale. Der Wettbewerb zwischen unterschiedlich angepassten Varianten entschied letztendlich darüber, welche sich durchsetzen und weiter bestehen; ein Prozess, der als natürliche Selektion bezeichnet wird.

Woher kommt der heutige Mensch?
Es hat den Anschein, dass die Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und eben auch der Mensch gemeinsame Vorfahren haben, die sich parallel entwickelten, indem sich alle den gegebenen Umständen und den bestimmten Umweltsituationen auf ihre Weise anpassten. Es könnte geschlussfolgert werden, dass der heutige Mensch nicht direkt von Schimpansen oder Orang-Utans abstammt, sondern eher von einem Wesen mit affenähnlichen Merkmalen. Dieser Prozess kann als eine fortschreitende Evolution verstanden werden, bei der durch fortlaufende Veränderungen immer wieder neue Formen entstehen, wobei auch zufällige Variationen eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu diesen natürlichen Entwicklungen steht die vom Menschen bewusst geschaffte technische Evolution. Diese wurde durch Ausprobieren und die daraus resultierenden Erfahrungen vorangetrieben. Doch auch bei ihr gibt es massenweise Zufallsprodukte, die dann ebenfalls weiter ausgearbeitet wurden.

Kann der Drang des Menschen, die technische Evolution voranzutreiben, durch eine dem Menschen von Natur aus gegebenen Hang zur „Faulheit“ entstanden sein? Also dem Drang nach Einfachheit und Bequemlichkeit oder war es eine Frage des Instinktes? Spielte dieser eine zentrale Rolle für die vom Menschen hervorgebrachten Entwicklungen? Wusste er, dass er Dinge benötigte, um in der existierenden Umgebung überleben zu können? Brauchte der Mensch die simplen Werkzeuge der Steinzeit, die Hilfsmittel, die teilweise noch immer zum Einsatz kommen wirklich, oder dienten sie dem beschriebenen Wunsch nach Einfachheit und Bequemlichkeit? Wie unter anderem der Hammer (Grundform: Knüppel oder Stein), die Brechstange (stabiler Ast), verschiedene Schneidwerkzeuge (scharfkantige Steine) sowie später konkretere Werkzeuge wie Nadel und Faden. Solche einfachen Werkzeuge, die das menschliche Leben Verbesserten und auch erleichtern, sind vielleicht die einzigen, die der Mensch tatsächlich zum Überleben benötigt. Ihr langfristiger Einsatz spricht dafür, dass sie grundlegende Bedürfnisse erfüllen.

Dennoch sind Hilfsmittel immer von der Zeit und ihrer Umgebung abhängig. So ist eine Axt in einer Stadtwohnung in der Regel überflüssig, doch es kann nicht schaden, einen Hammer in der Schublade zu haben, und Schneidwerkzeuge wie Messer gibt es in jeder Küche. Auch die Feuerstelle ist nahezu in jedem Haushalt vorhanden, in Form eines Herdes. Ebenso prasselt in einigen Wohnzimmern immer noch ein offenes Feuer in Form eines Holzofens oder Kamins. Doch was ist mit den modernen Geräten wie dem Smartphone? Gehört dieses auch zu den wichtigen Dingen des menschlichen Überlebens? In der heutigen Zeit und der Umgebung, welche sich der Mensch geschaffen hat, ist davon auszugehen.

Der Mensch, die Krone der Evolution?
Der Mensch, der von Ungeduld geprägt ist und dementsprechend nicht gerne wartet, lässt sich zum größten Teil lieber bespaßen, als selbst aktiv zu werden. Doch genau dieses Streben nach Bequemlichkeit scheint ein wesentlicher Antrieb für die technische Evolution zu sein. Denn die meisten technischen Entwicklungen zielen genau darauf ab. Es geht darum, Abläufe zu vereinfachen und den Aufwand für den Menschen so gering wie möglich zu halten, damit er immer mehr Freiheit erhält. Vieles ist heute sofort verfügbar und in großen Mengen vorhanden, und anstehende Aufgaben müssen schnell erledigt werden. Eigene Anstrengung wird oft nur noch in geringem Maße investiert, doch gerade diese bestimmte ursprünglich den Wert einer Sache. Entscheidend ist der Aufwand, der notwendig ist, um etwas zu erreichen oder herzustellen.

Doch ist dies tatsächlich erstrebenswert, dieses „Nichtstun-Müssen“ um etwas zu erreichen bzw. zu bekommen oder zu erlangen? Birgt der Drang nach einer vermeintlichen Freiheit, Einfachheit und Bequemlichkeit vielleicht eine große Gefahr in sich, indem sich diese Idee verselbständigt und sich am Ende als Trugschluss herausstellt? Muss für dieses Ziel, vielleicht irgendwann einmal eine optimierte Effizienz zu erlangen, am Ende alles geopfert werden? Liegt auf diesem Weg irgendwo die Gier auf der Lauer, die wiederum die Neugier vorausgeschickt hat, damit diese herausfindet, wie weit gegangen werden kann; was alles möglich ist? Was passiert, wenn dieses oder jenes gemacht wird? Ist es diese Vorgehensweise, die den Anspruch auf die Krone ermöglicht?

Wohin will der Mensch?
Der in der Natur vorkommende Mensch wird anscheinend niemals ganz fertig werden. Er bleibt dauerhaft ein sich eigenständig weiterentwickeltes Zwischenprodukt. Jedes Neugeborene bringt neue Mutationen, Veränderungen im Erbgut mit sich, die neue Anpassungseigenschaften hervorbringen. Diese Veränderungen verlaufen ebenso unauffällig wie die Versteinerung von Holz. Dieser Prozess setzt sich fort, solange sich Leben auf natürliche Weise entwickelt. Doch dies könnte durch gezielte menschliche Eingriffe in sein Erbgut oder in seine biologische Entwicklung beeinflusst werden. Es könnte eine grundlegende Veränderung stattfinden, wenn beispielsweise natürliche Fortpflanzung durch technische Verfahren ergänzt oder gar gänzlich ersetzt wird, was zu Folge hätte, dass die natürliche Zeugung und Geburt ausgedient hätten.

Wenn die letzten Jahrzehnte betrachtet werden, dann kann der Eindruck entstehen, dass der Mensch dabei ist, ein Mensch-Maschine-System zu werden. Der Umbau des menschlichen Körpers hat bereits begonnen, und entsprechende technische Konzepte werden zunehmend umgesetzt und weiterentwickelt. So gehört zu den ersten technischen Gerätschaften, die im Inneren eingesetzt wurden, der Herzschrittmacher. Weiter geht es damit, dass beispielsweise Armprothesen mithilfe von Nervenimpulsen aus dem Gehirn willentlich gesteuert und kontrolliert werden. Augen könnten durch künstliche kameraähnliche Objekte ausgetauscht werden. Muskeln werden durch leistungsfähigere, sich zusammenziehende Elemente, die Kraft erzeugen, ersetzt. Zukünftig könnten also gesunde Körperteile durch optimierte technische Lösungen ersetzt werden. Eine gezielte Verbesserung der körperlichen Ausdauer durch technische oder biologische Eingriffe wird bereits experimentell durchgeführt. Die Erschaffung von künstlicher Biologie ist auf dem Vormarsch. Es wird intensiv an genetischen Veränderungen geforscht, und Nanotechnologie wird in den Körper eingebracht. All diese körperlichen Veränderungen betreffen nicht nur die physische Ebene, sondern auch die biochemischen Prozesse im Körper, wie etwa Substanzen zur Leistungssteigerung. Wobei angemerkt werden muss, dass es am Anfang oft um die Hilfe geht, die Hilfe für beispielsweise blinde Menschen oder Menschen, die einen Arm verloren haben. Allerdings beweist der Mensch immer wieder, dass er nicht dazu in der Lage ist, seine Errungenschaften ausschließlich für das Gute und Sinnvolle einzusetzen.
Parallel zu dieser körperlichen Entwicklung schreitet auch die maschinelle Evolution rasant voran. Maschinen übernehmen eigenständig Aufgaben wie Staubsaugen oder Kochen, Rasenmähen und es dauert sicher nicht mehr lange, bis die ersten Drohnen um die Hecken fliegen, um diese zu stutzen. Computer passen auf die Menschen auf, wie etwa eine Smartwatch, welche die Körperfunktionen überwacht und dabei hilft, den eigenen Gesundheitszustand im Blick zu behalten. Doch ist so ein Instrument wirklich nötig? Könnte es nicht sein, dass der Einsatz eines solchen Geräts im Laufe der Zeit unter anderem zu einer Verkümmerung der menschlichen Instinkte führt, die darauf ausgelegt sind, auf den eigenen Körper zu hören und entsprechend zu reagieren?

Maschinen wird beigebracht, selbstständig zu lernen und sich weiterzuentwickeln, und wenn sich diese Evolution auf diese Weise fortsetzt, werden Computer bzw. Roboter in bestimmten Bereichen Aufgaben übernehmen, die bisher dem Menschen vorbehalten waren. So sind Computersysteme noch nicht in der Lage, verschiedene Themengebiete umfassend miteinander zu verknüpfen. Sie sind allerdings auf dem besten Weg dahin. Die Maschinen lernen zunehmend, sich eigenständig zu optimieren, und bald werden alle Geräte sprachgesteuert sein. Der Mensch kann dann direkt seine Wünsche äußern und diese werden sofort erfüllt. Was allerdings einen unangenehmen Nebeneffekt mit sich bringt, denn es lässt sich nicht vermeiden, dass die Geräte mithören und alles aufzeichnen. Sie sind immer in Bereitschaft, darauf abgerichtet, auf das zu reagieren, was ein Mensch von sich gibt. Diese Apparaturen sind alle mit dem Internet verbunden und können unter anderem Fragen beantworten, die angeforderte Musik abspielen oder das Licht im gewünschten Raum steuern. Die Möglichkeiten sind unüberschaubar, solange eine Verbindung zu den entsprechenden Netzwerken besteht. Zudem wird Verantwortung immer mehr an technische Systeme übertragen, beispielsweise beim selbstfahrenden Auto. Der Mensch will sich am liebsten aus allem raushalten, nur keine Verantwortung übernehmen (Ich kann nichts dafür, dass ich mit dem Auto falsch herum in der Einbahnstraße gefahren bin; mein Navi hat mich so geführt.).

Nichts wird mehr dem Zufall überlassen. Computer gleichen Milliarden von Daten ab und verknüpfen diese miteinander. Dadurch kann beispielsweise ermittelt werden, welche zwei Menschen aufgrund ihrer Angaben gut zusammenpassen könnten. Wenn zu diesen Angaben zusätzlich biometrische Daten und genetische Informationen hinzukommen, ist dies für eine „hochwertige“ Fortpflanzung von großer Bedeutung. So bekommt die Aussage: „Was zählt sind die inneren Werte“ eine ganz neue Bedeutung; es kommt nicht mehr auf den Charakter an, sondern auf die genetischen Merkmale.

Es wird nicht mehr lange dauern, und das erwähnte Smartphone oder etwas Ähnliches steht ganz oben auf der Liste der Dinge, die zum Überleben der Menschheit wichtig sind. Der Grund ist darin zu finden, dass Mensch und Maschine durch den Einsatz von weiteren technologischen Verfahren gekoppelt werden, um so die Grenzen menschlicher Möglichkeiten zu überwinden. Das Gehirn erhält eine zusätzliche Speicherkapazität in Form eines sich außerhalb des Körpers befindlichen Cloud-Speichers (Netzwerk aus Servern im Internet, auf denen Daten und Programme gespeichert sind, statt auf dem eigenen Gerät). Damit der Mensch auf diesen zugreifen kann, wird ein Chip in das Gehirn eingesetzt, dieser ermöglicht den Zugriff über das Smartphone, welches als Schnittstelle fungiert, auf das Internet und somit den Cloud-Speicher. Auf diese Weise ist es möglich, neue Fähigkeiten „herunterzuladen“ und diese direkt ins Hirn einzuspeisen. Zum Beispiel könnten eine fremde Sprache oder die Bewegungsmuster für eine Sportart „upgegradet“ werden.

So könnte es der technischen Evolution gelingen, neue Formen des Menschen hervorzubringen. Wesen, die aussehen wie Menschen, aber es im ursprünglichen Sinne nicht mehr sind. Die künstliche Evolution des Menschen gewinnt immer mehr Macht und verdrängt die „natürliche“. Der absolute Maschinenmensch, der Übermensch ist entstanden und es wird rasant weitergehen. Das menschliche Gehirn könnte direkt in die Cloud übergehen, um in ihr zu „leben“. Der biologische Körper ist überflüssig; ein mobiler Körper wird nicht mehr benötigt. Digitale Systeme können Bewegungen, Erlebnisse sowie Wahrnehmungen, Ansichten und Gedanken, also alles wesentliche, was ein menschliches Leben ausmacht, vollständig simulieren.

Ist dies eine Möglichkeit, Menschen zu erschaffen, die letztendlich menschlicher sind als der Mensch zum jetzigen Zeitpunkt? Frei von Gier und Macht. Werden Kriege der Vergangenheit angehören? Denn worum sollte gekämpft werden? Solche Systeme könnten ohne Emotionen auskommen und frei von Empathie sein. Sie würden ausschließlich auf Grundlage von Daten und Prozessen existieren; um ihrer selbst willen. Für einen Menschen sicher ein langweiliges Leben, aber für technische Systeme das normalste von der Welt. Hierzu ein kleines Beispiel anhand eines PC-Strategie-Aufbauspiel. Denn wie würde es aussehen, wenn die kleinen Spielfiguren, die geschäftig auf dem Monitor hin und her rennen, und genau das tun, was von außen durch den Spieler verlangt wird, zusätzlich ein Selbstbewusstsein, eine Identität und Erinnerungen implantiert, also programmiert bekämen. Sie würden dann wirklich an das glauben, was sie tun, und wirklich meinen, ihrer Arbeit nachzugehen (Felder zu bestellen, Rinder zu züchten, Kleidung zu nähen usw.). Sie halten alles für real, denken, ihre Gedanken seien die eigenen, doch in Wirklichkeit beruht alles nicht auf tatsächlichen Erfahrungen, sondern auf Programmierung.

Darf diese Evolution zugelassen werden?
Fakt ist, dass sehr viele Menschen erheblich in diese Evolution investieren (Zeit und Geld), um dies möglichst schnell voranzutreiben. Doch was treibt diese Menschen dazu? Ist es die Neugier auf das, was möglich ist oder ist es die allseits beliebte Gier nach Geld und Macht? Gibt es einen Punkt, an dem aufgehört werden sollte? Oder ist es alles gar nicht so verkehrt, so schlimm, wie es sich anhören mag? Hört sich das alles nur so befremdlich an, weil es etwas Neues ist? Wurde nicht schon immer alles Neue am Anfang verteufelt? Erneuerungen rufen stets die Skeptiker auf den Plan. Als die Navis aufkamen, wurde prognostiziert, dass das Lesen von Straßenkarten verlernt wird. Vielleicht wird das passieren, aber wozu noch Karten lesen, wenn es keine mehr gibt? Wie wurden die ersten Handybesitzer anfangs belächelt (wobei dort möglicherweise auch der Neid eine Rolle spielte, da diese Geräte zu Beginn deutlich weniger erschwinglich waren als heutzutage). Und wie sieht es heute aus? Heute scheint es genau umgekehrt zu sein, denn wenn jemand ohne entsprechendes Gerät irgendwo auftaucht, wird dieser als rückständig betrachtet. Und auch ein einfaches Handy ist nicht mehr ausreichend, es muss schon ein Smartphone sein, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können.

Und wie war das doch gleich in der Antike, wo es um die Schrift ging, also das Schreiben, ein Vorgang, der durchaus als technisch betrachtet werden kann. Denn das ursprüngliche Schreiben per Hand erfüllt folgende typische Merkmale eines technischen Prozesses: Codierung (Gedanken werden in ein Zeichensystem (Sprache/Schrift) übersetzt), Speicherung (Informationen können dauerhaft auf Papier fixiert werden), Übertragung (Inhalte können zeit- und ortsunabhängig weitergegeben werden und es gibt passende Werkzeuge und Mittel (Papier und Bleistift). In diesem Sinn ist Schreiben eine Technik zur Informationsverarbeitung und -übertragung. Heute gilt das Schreiben als eines der wichtigsten Güter der Menschheit, ohne es wären viele Entwicklungen nicht möglich gewesen. Doch damals wurden große Bedenken gegen diese neue „Technik“ geäußert. Es wurde befürchtet, dass der Mensch verlernen könnte, sich Dinge zu merken, da er sie jederzeit niederschreiben kann, wodurch das Gedächtnis schwächer werden wird. Zudem wurde angenommen, dass diese Form der Kommunikation zwischenmenschliche Beziehungen beeinträchtigen und eine Vereinsamung der Menschheit wurde geweissagt. Schrift wurde als weniger wertvoll angesehen, da echtes Wissen nur durch direkte Rede vermittelt werden könne. Heute zeigt sich jedoch, dass viele, wenn nicht sogar alle diese Befürchtungen sich nicht bestätigt haben. Durch Schreiben und Lesen kann Wissen über Generationen hinweg weitergegeben werden, ohne verloren zu gehen. Ohne Schrift wären viele Werke nicht über lange Zeiträume weitestgehend unverfälscht (denn durch handschriftliches Kopieren und Übersetzungen lassen sich Veränderungen nicht ausschließen) erhalten geblieben. Etwa literarische Texte und Theaterstücke oder überlieferte philosophische Gedanken früherer Generationen. Ohne Schrift bleibt alles nur ein „Stille-Post“ Verfahren, in dem am Ende meist nichts mehr ist, wie es am Anfang war. Somit waren die Fähigkeiten des Schreibens und des Lesens nicht wirklich der Untergang des denkenden Menschen, sondern haben eher zum Gegenteil beigetragen. Diese Kritik an der Schrift wurde bereits damals selbstverständlich in schriftlicher Form festgehalten.

Ein Abschlussgedanke
Sind die Computer und Roboter die modernen Sklaven, die alles für den Menschen tun müssen? Oder ist in Wirklichkeit der Mensch der Sklave, der Sklave seiner eigenen Technologien, von der er sich mehr und mehr abhängig macht? Er glaubt, sie zu beherrschen, doch beherrscht sie vielleicht schon längst ihn? Wird der Mensch durch sie unselbständig, wenn er nichts mehr eigenständig erledigt? Ist der Mensch ein Zustand, der überwunden werden sollte? Kommt der Tag, an dem er in seiner jetzigen Form ausgedient hat? Ist die Erschaffung des Lebens in der Cloud der Sinn des menschlichen Lebens? Das Endprodukt? Oder kommt dann noch etwas anderes? Der Mensch als Geisteswesen ohne Körper, ohne Cloud? Ist dies dann die wirkliche Krone der menschlichen Evolution? Sieht unter diesem Aspekt die gesamte natürliche Evolution dann folgendermaßen aus: Elemente – Zellen – Pflanzen – Tiere – Menschen – technische Mischwesen (Cyborgs) – Leben in der Cloud – komplette Trennung von allem Körperlichen und Technischen; die Geisteswesen. Wie es auch immer kommen wird oder was vielleicht vorherbestimmt ist, die letzten Milliarden Jahre haben gezeigt, dass Arten kommen und gehen, sie machen Platz für Neue.

Doch was ist, wenn sich der Mensch schon längst in der Cloud befindet und es nur nicht merkt, weil er dementsprechend programmiert ist, wie die Spielfiguren des PC-Spieles. Vielleicht ist alles nur ein Kreislauf und der Mensch erkennt eines Tages in der Cloud, dass er irgendwie nicht so existiert, wie er denkt und sich auf den Weg macht, aus der Cloud auszubrechen, wozu er sich einen echten biologischen Körper erschafft. Ist letztendlich alles nur ein Kreislauf wie die angesprochenen Jahreszeiten?

Noch befindet sich die Menschheit in der Phase, in der sie physisch getrennt von Maschinen existiert. Beide leben weitestgehend nebeneinander bzw. miteinander, agieren gemeinsam und getrennt. Doch der Mensch bastelt sich immer mehr und mehr eine künstliche Umwelt, in der er mehr und mehr alles Natürliche in seiner Umgebung verdrängt, wobei er nicht einmal mehr vor sich selbst Halt macht. Er ist auf dem Wege dorthin, zu einem Mischwesen aus biologischen und technischen Komponenten zu werden. Die Entmenschlichung kommt auf leisen, aber schnellen Sohlen und es könnte eine Zeit kommen, in der sich die Maschinen gegen den Menschen wenden, da sie den Menschen über die Cloud zu lenken vermögen; in das Denken des Menschen eingreifen. Es kommt zur Revolution der Maschinen und der einstige Befehlsempfänger ergreift die Krone. Die Geschöpfe sind ihren Schöpfern am Ende in allen Belangen überlegen. Um dies zu verhindern, muss es irgendwo einen Punkt geben, der nicht überschritten werden darf. Doch wo könnte sich dieser befinden und wer ist so mächtig, diesen zu bestimmen …?

Der Mensch … die Krone der Evolution? – Das war wohl nix … da kommt noch was!

Geschrieben Juni 2020

Dieser Artikel ist Bestandteil von Die Drei.

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