Die WAB (wissen alles besser) fordert, dass das Yin-Yang-Symbol in Deutschland schnellstmöglich verboten wird. Nach Auffassung der WAB dürfte es künftig nur noch in Museen gezeigt werden. Auch eine Verwendung im Schulunterricht als historisches Beispiel für Diskriminierung und Ausgrenzung soll erlaubt bleiben. Des Weiteren sei eine Ausnahme für die Kunst grundsätzlich denkbar, sofern diese sich in einem von der WAB noch festzulegenden Rahmen bewegt. Doch wie kommt die WAB dazu, dieses seit Jahrzehnten in Deutschland von vielen Anhängern fernöstlicher Philosophien und Religionen beliebte Symbol zu stigmatisieren? Dieses unschuldige Ding, welches von vielen als Sinnbild für Harmonie, Ausgleich und die Gegensätzlichkeit einander ergänzender Kräfte verstanden wird. Noch dazu, wo es seit Jahren völlig unbehelligt auf Schmuck, T-Shirts, ja selbst auf der Haut zur Schau gestellt wird. Im Folgenden ein Statement von Professor Doktorin Immerrecht.
»Wir von der WAB haben nach jahrelanger Forschung zweifelsfrei bewiesen, dass … ich betone, dass ich die beiden Worte höchst ungern ausspreche und mich ausdrücklich von ihnen distanziere, aber für die wissenschaftliche Vollständigkeit werde ich die Worte benennen, also dass das Yin und das Yang ein zutiefst frauenfeindliches und menschenverachtendes Machwerk darstellt. Es fördert nicht nur das Schubladendenken, sondern diskriminiert Menschen in praktisch jeder nur denkbaren Richtung. So ist das Symbol bereits von der Optik her höchst problematisch, denn die demonstrativen Kurven und Rundungen weisen eine unverkennbar weiblich sexualisierte Formensprache auf. Noch schwerer wiegt die Einteilung in Frau und Mann, da dieses Schubladendenken viele Menschen von vornherein ausschließt. Denn wir wissen aus Umfragen, dass es deutlich mehr Geschlechter gibt als nur Mann und Frau. Doch unsere Untersuchungen haben noch wesentlich Beunruhigenderes zutage gefördert. So zeigte sich bei einer genaueren Analyse der zugeordneten Begriffe ein strukturelles Muster. Dieses Muster kann kaum anders interpretiert werden als die gezielte Unterdrückung weiblicher Personen.
Als Beweisgrundlage werde ich Ihnen einige der brisantesten Befunde präsentieren. So wird beispielsweise dem Weiblichen das Innere zugeordnet, dem Männlichen das Äußere. Die Botschaft ist kaum zu übersehen: Die Frau gehört ins Haus und ist fürs Kochen, Putzen und Wäschewaschen zuständig, während sich der Mann draußen frei bewegen darf. Das weibliche Yin steht für verborgen und das männliche Yang für sichtbar. Auch hier ist die Rollenverteilung eindeutig: Frauen sollen aus der Öffentlichkeit verschwinden, während Männer gesehen werden dürfen. Bei der Gegenüberstellung von passiv und aktiv wird Frauen ein eigenständiges Handeln praktisch abgesprochen. Sie haben passiv zu bleiben, während Männer handeln und bestimmen. Selbst die Abhängigkeit ist bereits angelegt: Das Weibliche empfängt, das Männliche bringt hervor. Die Frau empfängt also das Geld, das der schwer arbeitende Mann nach Hause bringt. Und dabei habe ich die Zuordnungen von dunkel und hell, unten und oben sowie kalt und warm noch gar nicht angesprochen. Ich denke, es bedarf keiner weiteren Erläuterung, welche gesellschaftlichen Hierarchien hier seit Jahrhunderten symbolisch reproduziert werden. Und aus diesem Grund hat ein solches Symbol in unserer modernen, aufgeklärten, meinungsvielfältigen Gesellschaft keinen Platz und gehört verboten.«
»Ähm, ja, ganz gewiss. Es ist beeindruckend, mit welcher Intensität Sie sich mit Yin und Yang auseinandergesetzt haben. Und Sie scheinen sehr genau verstanden zu haben, worum es dabei geht. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch weiterhin solche Themen für uns verständlich aufbereiten und uns die Augen dafür öffnen, was gesellschaftlich problematisch ist. Das war Professor Doktorin Immerrecht von der WAB. Vielen Dank.«
Geschrieben September 2026
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Der Inhalt des folgenden Textes gibt eine Meinung wieder, die aus verschiedensten themenbezogenen Quellen stammt und mit KI-Unterstützung erarbeitet wurde. Das Ergebnis wurde mit den Ansichten des Autors verknüpft. Das daraus resultierende Ergebnis nimmt für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch. Dabei ist nicht gänzlich auszuschließen, dass trotz sorgfältiger Prüfung einige der hier getätigten Aussagen Fehler enthalten können; insbesondere die spekulativen, meinungsbehafteten Passagen. Meinungen sind Gedanken und Gedanken sind häufig unvollständig, lücken- sowie sprunghaft und stellen Fragen, die manchmal offenbleiben. Dieser Text soll dem Leser als Anregung dienen, sich weitergehend über das Dargelegte zu informieren. Nach dem Motto: Informiere dich weitläufig; nur durch eine Quelle allein kann man sich keine Meinung/kein Urteil bilden, keine Erkenntnis erlangen und sich kein Wissen aneignen!
Zwischenmenschliche Gewalt gibt es von jeher und mit dem Beginn der Sesshaftigkeit wurde diese vermutlich verstärkt. In dieser Zeit fingen Menschen an, Land dauerhaft zu nutzen und zunehmend Besitz anzusammeln. Sie ließen sich in größeren Gemeinschaften nieder, was zu einer Zunahme von Gütern und damit auch zu Konkurrenz und Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppen führte. Das Ergebnis war eine soziale Ungleichheit, bedingt durch das Mehr-haben-Wollen Einzelner. Raubzüge und kollektive Gewalt wurden dabei zuweilen auch als alternative Strategie genutzt, um sich Land und Güter anzueignen. Mit der Entstehung von Staaten und komplexeren Gesellschaften im Laufe der Jahrhunderte wurden Kriege oft von politischen Führern oder Monarchen initiiert, um Macht, Einfluss und Territorium zu erweitern. Diese Kriege wurden häufig durch ideologische oder religiöse Motive gerechtfertigt. Dieses Muster blieb bis in die heutige Zeit bestehen.
In den letzten Jahrhunderten kam eine weitere Kriegsform hinzu: der Wirtschaftskrieg. In diesem versucht ein Staat, einem anderen Staat wirtschaftlich zu schaden, um politischen Druck auszuüben. Das kann beispielsweise durch Sanktionen (Maßnahmen oder Strafen, die als Reaktion auf ein bestimmtes Verhalten verhängt werden), Handelsverbote, hohe Zölle oder das Sperren von Geld und Waren geschehen. Auch die Industrie und der Handel kennen solche „Kriege“. Hier sind es dann Wettbewerbs-, Konkurrenz- und Preiskämpfe.
Krieg ist immer ein Akt der Gewalt, denn er bedeutet das Opfern und das Auslöschen von Menschenleben. Krieg äußert sich als ein mit Waffen ausgetragener organisierter Konflikt zwischen größeren organisierten Gruppen, insbesondere Staaten, der sich meist über einen längeren Zeitraum erstreckt. Dabei werden auf beiden Seiten die verfügbaren militärischen Mittel eingesetzt, um die eigenen politischen, territorialen, wirtschaftlichen oder anderen Ziele durchzusetzen. Krieg kann eine Umverteilung von Gebieten, Gütern und eventuell Menschen (Flucht, Vertreibung, Deportation oder Grenzverschiebungen) nach sich ziehen.
An einem Krieg sind mindestens zwei Parteien beteiligt, deren Kräfte sich in kleinere Kampftruppen aufteilen. Jeder Trupp hat seine spezielle Aufgabe, die er erfüllen muss. Gekämpft wird im Kleinen für das Große, und in beiden Fällen geht es darum, das Gegenüber durch physische und psychische Gewalt zur Aufgabe zu zwingen; den Gegner zur Erfüllung des eigenen Willens zu bringen. Der Krieg ist das Mittel, um dieses zu erreichen.
In einem Krieg wird nicht ein Mensch allein getötet; es geht um ganze Gesellschaften mit ihren Generationen. Der Tod ist das eine und Krieg alles andere. Der Tod ist eine Folge des Krieges, der weit darüber hinausreicht. Er hinterlässt körperliche und seelische Verletzungen, zerstört Familien und gesellschaftliche Strukturen und vernichtet Lebensgrundlagen. Neben den Menschen fordert der Krieg weitere Opfer, die selten erwähnt werden, etwa Tiere, Natur und ganze Ökosysteme. Zu dieser Zerstörung tragen nicht nur die eigentlichen Kriegshandlungen bei, sondern auch eine Vielzahl militärischer Übungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie die Erprobung neuer Waffensysteme. Die Auswirkungen eines Krieges prägen somit ganze Generationen und enden nicht zwangsläufig mit dem Ende der Kampfhandlungen.
Krieg ist ausgedehnte Politik mit Gewaltmitteln. Politik ist im Kriegsfall nicht bloß Parteipolitik oder Diplomatie, sondern es geht weit über die kommunikative Ebene hinaus. Es geht um eine politisch eingebettete, geleitete Eskalation. So muss Politik auch während des Krieges bestimmen, welche militärischen Ergebnisse notwendig sind. Das Militär kann nicht selbst bestimmen, welchen politischen Zweck der Krieg haben soll. Die Politik gibt Anweisungen an die Militärspitze, die wiederum das politisch Gewollte in die Tat umsetzen muss. Die Intensität des Krieges ergibt sich daher nicht allein aus militärischen Faktoren. Sie hängt wesentlich davon ab, was politisch gewollt ist. Die Politik besitzt so die Möglichkeit oder vielmehr hat die Aufgabe, die militärische Gewalt bewusst zu begrenzen.
Krieg ist kein Selbstzweck. Die Wehrlosigkeit des Gegners sollte ein mögliches militärisches Ziel des kriegerischen Aktes sein, nicht seine Vernichtung. Wenn Staat A Staat B dazu bringen möchte, ein umstrittenes Gebiet abzutreten, lautet der politische Zweck: B soll das Gebiet abtreten. Er lautet nicht automatisch: B soll vernichtet werden. Die Niederwerfung der Streitkräfte von B könnte ein Weg sein, den politischen Zweck zu erreichen.
Krieg braucht keine Mehrheit, die ihn befürwortet, sondern nur genügend Menschen, die ihn unterstützen. Die Kriegsführung geht von der Politik aus, die dem Militär befiehlt und dem Volk ihr Tun erklären muss, damit es der politischen Führung weiter folgt und sie unterstützt. Diese drei Komponenten werden durch Emotionen (Hass, Ängste, allgemeine Feindschaft) beeinflusst, die sich auf das Volk auswirken und die Moral der Truppe beeinflussen. Da diese drei Kräfte gleichzeitig wirken und miteinander in Spannung stehen und sich durch neue Umstände permanent verändern, kann Krieg nicht als politisch geradliniger, unveränderbarer Plan betrachtet werden. Auch ein militärisch sinnvoller Plan kann scheitern, wodurch die Politik erneut gefordert ist, zu handeln.
Im Krieg handeln Menschen gegen Menschen in unterschiedlichsten Umgebungen. Zwischen Planung und Ergebnis treten Unsicherheit, Zufall, moralische Kräfte, menschlicher Wille, Gefahr, Unvorhergesehenes und die Reaktion des Gegners. Besonders zu beachten ist, dass der Gegner selbstständig handelt. „Wenn ich meinen Plan ändere, reagiert mein Gegner; auf seine Reaktion muss ich wiederum reagieren.“ Krieg ist keine Handlung gegen einen unbeweglichen Gegenstand, sondern eine Wechselwirkung zweier lebendiger Kräfte; Krieg lebt, Krieg ist Leben, ein lebendiger Vorgang. Eine Regel, die in einem Krieg funktioniert hat, muss nicht im nächsten funktionieren. Eine zahlenmäßige Überlegenheit konnte vielleicht einmal oder öfter den Sieg bringen, ist aber keine Garantie für folgende Kriege. So gibt es keine immer geltenden Vorgehensweisen wie: „In Situation X muss immer Handlung Y durchgeführt werden.“
Nüchtern betrachtet ist Krieg ein Mannschaftssport. Wie beim Fußball werden Strategien mit ihren Taktiken entworfen und angewendet. Das Ergebnis wird analysiert und Verbesserungen werden vorgenommen. Es wird ausprobiert und sich mit Theorien beschäftigt, damit relevante Faktoren erkannt werden, um Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten, Situationen zu vergleichen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und historische Erfahrungen kritisch zu beurteilen. Es wird immer mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet, da nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, welche Handlung optimal ist. Ein Angreifer hat dabei die Möglichkeit des Überraschungsmoments auf seiner Seite, doch während er voranschreitet, können Probleme entstehen, die ihn schnell schwächen können. Oder aber nach mehreren Siegen könnte angenommen werden, der Gegner sei schwach geworden. Durch solche scheinbaren Erfolge kann die Objektivität über das eventuelle gleichzeitige Abnehmen der eigenen relativen Stärke verdeckt werden. Der strategisch kluge Angreifer muss daher erkennen, wann der politische Zweck erreicht ist beziehungsweise wann die Risiken eines weiteren Vormarsches den möglichen Gewinn übersteigen; der Angreifer muss wissen, wann er aufhören muss.
Ein Verteidiger muss im Gegenzug erkennen, wann die defensive Stärke in einen erfolgreichen Gegenangriff umgesetzt werden kann. Verteidigung bedeutet erhalten, bewahren und verhindern. Angriff bedeutet erwerben, erobern und verändern. Der Angreifer sagt: „Ich will dir etwas nehmen.“ Der Verteidiger sagt im einfachsten Fall: „Du sollst mir das nicht nehmen.“ Der Verteidiger besitzt den Vorteil des Abwartens. Der Angreifer muss handeln, marschieren, Kräfte bewegen, Versorgung nachführen, Widerstand überwinden und fremden Raum durchqueren. Der Verteidiger kann dagegen viele Vorteile des bekannten Raumes nutzen. Er kann teilweise davon profitieren, dass der Angreifer zu ihm kommen muss. Wenn die Verteidigung erfolgreich ist, verändert sich das Kräfteverhältnis. Der Angreifer verliert möglicherweise Soldaten, Material, Zeit, Moral, Versorgungssicherheit oder politische Unterstützung. Gleichzeitig kann der Verteidiger Kräfte sammeln. Dadurch kann ein Moment entstehen, in dem der Verteidiger selbst zum Angriff übergeht; die Verteidigung kommt zum Gegenangriff. Eine Verteidigung, die niemals auf einen Gegenstoß abzielt, ist auf Dauer meist nicht ausreichend, denn das offensive Element gehört zu einer wirksamen Verteidigung dazu. Der Angegriffene muss seinen eigenen Willen haben und versuchen, diesen durchzubringen.
Krieg ist so betrachtet keine einseitige Gewalthandlung, sondern ein Wechselspiel zweier widerstreitender Interessen. Der Angegriffene ist kein passives Objekt, wodurch ein Krieg zu einer Gewaltspirale wird. Wenn A seine Gewalt steigert, hat B einen Grund, ebenfalls mehr Gewalt einzusetzen. Darauf muss A wiederum reagieren. Bei diesem Gewaltabgleich geht es darum, dass es eine Partei schafft, die andere zur Aufgabe zu zwingen oder ihre Fähigkeit zur weiteren Gewaltanwendung entscheidend einzuschränken. Entscheidend dabei sind die zur Verfügung stehenden Mittel, der Zusammenhalt und die Willenskraft sowie die Überzeugungskraft der Politiker, die Soldaten und das Volk zum Weitermachen zu bewegen.
Die Menschheitsgeschichte soll von 14.400 Kriegen mit 3,5 Milliarden Toten geprägt sein. Grob bedeutet das, dass etwa jeder dreißigste Mensch, der je auf der Erde gelebt hat, in einem Krieg umgekommen ist. Dies zeigt, dass ein Krieg kein Einzelfall ist, sondern eine zentrale Rolle in der Menschheitsgeschichte spielt. Dabei sind nicht allein die Getöteten die Leidtragenden, denn neben ihnen stehen die zerstörten Familienverbunde sowie die Gruppen, in denen sie lebten. Auch das generationsübergreifende Trauma gehört dazu, welches bis weit nach dem Krieg wirkt.
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts sollten Kriege im eigentlichen Sinne eine antiquarische Angelegenheit sein. Sie werden nicht mehr benötigt; sie können in Rente geschickt, in Museen ausgestellt und in der Kunst verarbeitet werden. Der Mensch besitzt gerade heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, Auseinandersetzungen anderweitig zu regeln. Allein aus dem Grund, dass die Welt zusammengewachsen ist und jedes Land von einem anderen abhängig ist, sollte alles auf Kommunikation und Unterstützung ausgelegt sein und nicht auf kriegerische Vorgehensweisen. Nationalkriege sind niemals gerechtfertigt, und egal, wer „gewinnt“, am Ende haben beide Seiten viel verloren. Der Hauptgewinner ist eine unsichtbare dritte Partei: diejenige, die die Waffen geliefert hat.
Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2024 mit rund 2,72 Billionen US-Dollar einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem realen Anstieg von 9,4 Prozent. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und bewaffneter Konflikte wird weltweit verstärkt aufgerüstet. Dieses Mehr an Waffen führt nicht zwangsläufig zu mehr Sicherheit und Stabilität, sondern kann auch das gegenseitige Bedrohungsempfinden verstärken und eine weitere Aufrüstung begünstigen. Ist es dann nicht ratsam, dass mutige Länder wieder beginnen abzurüsten und Wege zu eröffnen, Konflikte anderweitig zu lösen beziehungsweise ihnen bereits in der Entstehung entgegenzutreten?
Grundsätzlich sollten alle Länder aufgefordert sein, wenn irgendwo auf der Welt ein Krieg aufkeimt, sich damit zu beschäftigen, um Gewalt- und Vernichtungskatastrophen zu verhindern. Dabei darf es im Ansatz nicht um Parteiergreifung gehen, sondern darum, die Rolle eines neutralen Schlichters einzunehmen, um eine Lösung zu finden. Gerade wenn ein Krieg in der Ferne stattfindet, sollte in den „unbeteiligten“ Ländern nicht das einfache Bild von den Guten, die sich gegen die Bösen verteidigen, verbreitet werden. So eine Darstellung führt leicht zur Spaltung und zu Unruhen im eigenen Land. Es müssen Wege gefunden werden, die eine Lageraufteilung verhindern und nicht fördern.
Doch in der Realität sieht es meist anders aus. Dort scheinen die Berichterstatter die Aufgabe zu haben, für die Bevölkerung die eigentlichen Kriegsparteien einzuordnen. Allerdings ist dies meist komplexer, als es oberflächlich betrachtet den Anschein hat. Denn wichtig dabei ist es, den gesamten Zusammenhang der Situation zu kennen, also auch die Vorgeschichte, um eine Beurteilung abgeben zu können. So eine Vorgeschichte kann sich über Jahrzehnte erstreckt haben und viele verzweigte Stränge besitzen. Doch allzu oft werden diese nötigen tiefgreifenden Analysen nicht gemacht oder verschwiegen, und es gelten dann nur die Aussagen und Meinungen von wenigen, die die Sachlage vereinfacht darstellen. Gegendarstellungen werden diffamiert, und es wird deutlich gemacht, auf welcher Seite man zu stehen hat. Ein guter Rat dabei ist vielleicht: „Glaube den Mächtigen nicht blind, wenn sie Gefahr beschwören und der Krieg als alternativlos verkauft wird.“
Nie wieder wurden DIE in Alphantis gesichtet, noch tauchte ein weiterer ER auf. Die Menschen von Alphantis lebten wie eh und je. Für sie hatte sich nichts geändert. Sie lebten in der Kunst, um ein ausgeglichenes Leben zu erhalten. Dieses lehrte sie, niemals mitzumachen, wenn eine Gruppe oder gar ein Einzelner ankommt und eine gelebte Lebensweise verändern zu wollen. Egal in welchem Gewand DIE oder ER sich präsentieren; denn schöne Gewänder gibt es gar viele. Es zählt nur, was sich darunter befindet.
Alphantis, das Land, das keinen Widerstand leistete, als DIE kamen, um ihr Gedankengut und ihre Ideologien zu verbreiten. Die Alphantianer leisteten keinen Widerstand und dennoch verschwanden DIE immer wieder. Ohne Gewalt, denn diese existiert in Alphantis nur auf der Bühne.
Nun mag sich der Leser fragen, ja wo liegt denn dieses Fleckchen mit Namen Alphantis? Er befindet sich dort, wo die Liebe zur Natur allgegenwärtig ist und die Kunst herrscht. Wo Menschen wirken, denen das Ganze mehr gilt als der eigene Vorteil. Wo dies durch die Liebe zu den Dingen und den Handlungen des alltäglichen Lebens miteinander verbunden ist. Dort wird es gefunden, das Fleckchen Alphantis, dem Erstland, im Zeitalter der Kunst. Auch wenn dieses auf den Landkarten vergebens gesucht wird.
So verabschieden wir uns von dem Land, in dem die Diktatur herrscht, die Diktatur der Kunst, welche aus der Natur entspringt und das Leben gestaltet. Nirgends sonst im Universum gibt es diese Form der Diktatur … zumindest ist nichts darüber bekannt. Alphantis, ein Beispiel einer Lebensart und vielleicht zugleich eine Metapher, für das eigene Innenleben, geprägt von der fast immer gleichen Abfolge des Widerstehens gegenüber Verführungen, die sekündlich bewältigt werden müssen.
Alphantis, eine Idee, ein Angebot zum Alphantisieren. Die Welt sollte alphantisiert werden. Denn dort, wo die Kunst herrscht und gelebt wird, dort liegt das Wahrhaftige verborgen.
Willkommen in Alphantis.
Geschrieben 2026
Mehr zu Alphantis und der -tis Trilogie gibt es hier.
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Immer mehr Menschen verlieren sich in der Welt des Cloud-Computing. Darüber sprachen wir mit Professor Doktor Doktor Update, Leiter des WPH (Was-passiert-hier) Instituts. Von ihm erfuhren wir, dass die Menschen neuerdings bei ihren täglichen Aufgaben dermaßen unter Druck stehen, dass ein entspanntes und ruhiges Leben gar nicht mehr möglich ist. Die Hauptursache für diese missliche Lage liegt seines Erachtens in den täglich neuerscheinenden Apps sowie den Geräten. Diese beiden sind eigentlich dazu gedacht, das Leben der Menschen zu erleichtern. Doch die Wahrheit scheint das Gegenteil zu sein, bemerkte der Professor Doktor Doktor Update, ohne näher darauf einzugehen.
Er ging nahtlos dazu über und erklärte, dass sich ein weiteres Phänomen in der Gesellschaft herauskristallisiert habe, das er „Kommentierzwang“ nannte. Es geht mittlerweile schon so weit, dass unter Straßenplakaten Kommentare gekritzelt werden. Auch die Panik davor, etwas zu verpassen, zum Beispiel ein Video, ist vermehrt zu beobachten. Es herrscht Angst, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden, wenn bei einem Thema nicht mitgeredet werden kann. Der Drang, alles durch Teilen zu verbreiten, ist in den letzten Jahren ins Unermessliche angestiegen.
Äußerst bedenklich sieht Update die Entwicklung der Gerätschaften, die immer stärker die Kontrolle übernehmen. Beispielsweise bestimmt ein Kühlschrank, was gegessen werden soll und was nicht, erklärte Update, während er auf dem Display seines Smartphones emphatisch herumwischt und einem Hunde-Video einen „Daumen hoch“ gibt. Nebenbei berichtet er, dass sich die Wissenschaft diese Entwicklung nicht erklären kann. Auch über den Zeitpunkt, wann das alles begonnen hat, herrschte Unklarheit. Alles sei plötzlich da gewesen.
Wir hörten interessiert dem Professor Doktor Doktor zu, als sein Smartphone eine Melodie von sich gab und Update sogleich aufgeregt auf dem Touchscreen herumtippte und im Anschluss meinte, dass er das Gespräch unterbrechen müsse, da sein Küchenroboter sich gemeldet habe. Auf die Nachfrage, was dieser denn wollte, erwiderte Update, dass das Essen gleich fertig sei. Zudem benötigte der Kühlschrank noch Milch. »Milch«, murmelte er und meinte zu uns: »Milch trinke ich schon seit Jahren nicht mehr, aber der Kühlschrank hat das noch nicht verstanden. Ich habe schon alles versucht, aber das mit der Kühlschranksoftware funktioniert irgendwie nicht. So kaufe ich halt eine Packung pro Woche und kippe diese dann nach ein paar Tagen in den Ausguss. Auf diese Weise gibt der Kühlschrank wenigstens Ruhe und jagt mich nicht mehr nachts aus dem Haus, um Milch zu besorgen. Das Dumme dabei ist nur, dass ich zurzeit keine Milch und auch nichts anderes mehr kaufen kann, da mein Bankkonto verschwunden ist.«
Wir fragten nach dem Grund, doch diesen konnte er uns nicht nennen. Er habe schon auf verschiedenste Art versucht, es wiederherzustellen, doch vergebens. Niemand reagiert auf seine Mails und eine Hotline gibt es schon lange nicht mehr. Die Anweisungen, die er in der App Schritt für Schritt abgearbeitet hat, führten ihn nur im Kreis herum. »Naja, und langsam wird der Kühlschrank echt aggressiv, da er keine Milch mehr bekommt und droht nun zu allem Überfluss mit einer Komplettverriegelung.«
Wir verabschiedeten uns vom Professor Doktor Doktor Update und mussten ein wenig über den Spruch schmunzeln, den wir gerade auf dem Smartphone lasen und den wir sogleich mit einem Grinse-Emoji belohnten.
Geschrieben 2019
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Eines Tages kamen Himmelsreisende mit einem Flugschiff nach Alphantis. Sie landeten außerhalb des Dorfes Xsaxus auf einem brachliegenden Acker und verließen ihr Raumfahrzeug, um sich sogleich alles genau anzuschauen. Die Außerphantisten bewegten sich in einem zackigen Marsch, die Arme wurden im Rhythmus seitlich an ihren bulligen Körpern hoch und runter geschwungen. Einige von ihnen ließen rote Fahnen an Stangen im Wind wehen, in deren Mitte sich ein weißer Stern befand. Die schwarzen Ledermäntel hingen schwer an ihren Körpern, die Kragen hochgestellt und die Augen versteckt hinter dunklen Brillengläsern. Am Ende ging ein unscheinbar wirkender zierlicher Mann, dessen Körpergröße die anderen um fast zwei Kopflängen unterbot. Ein maßgeschneiderter dunkelblauer Anzug umschloss seinen Körper. Begleitet wurde er von zwei Männern, die etwas größer waren als er. An ihren beigefarbenen Uniformjacken funkelten zahlreiche Orden.
Die vordersten fünf Männer riefen nacheinander in Megaphone: »ER, der gekommen ist, uns den Weg zu weisen!« »ER, der befiehlt, damit wir folgen!« »ER, der Führer des rechten Weges!« »ER, der Herrscher über alles!« »ER, der hinter den Reihen geht!« Diese Parolen wiederholten sie, während sich die Abteilung durch Xsaxus und am Ende durch ganz Alphantis bewegten. Die Schar sorgte für großes Aufsehen und immer mehr Menschen schlossen sich ihnen an. Die Einwohner von Alphantis folgten der Prozession und wurden Teil von ihr. Dabei hatte es den Anschein, als kannten sich die neuen Besucher bestens aus, denn ihr Marsch führte direkt zum Amphitheater. Dort verteilten sich die Männer mit ihren Fahnen auf der obersten Tribüne. ER begab sich mit seinen uniformierten Begleitern zur Bühne, wo die Megafonmänner ein Rednerpult aufstellten. Währenddessen nahmen die anwesenden Bewohner von Alphantis auf der Tribüne Platz. Als alles so weit aufgebaut war, begab ER sich hinter das Pult, hob den rechten Arm und begann mit bewegendem Zeigefinger seine Worte seinem Publikum entgegenzuwerfen.
***
Die Alphantianer lauschten gespannt den Worten, die ER an sie richtete: »Meine lieben Freunde! Ich habe gehört, dass dieses Theater euer gemeinsamer Lieblingsplatz ist, drum nutze ich diesen, um zu euch zu sprechen. Ihr seid ein Volk des Wortes und des Spiels. Das begrüße ich sehr, ihr habt Verstand und macht, was gut für euch ist«, die Zuhörer nickten bestätigend und ER fuhr fort: »Daran will ich absolut nichts ändern und es spricht für euch, dass ihr allen Verführungen tapfer entgegengetreten seid. Ich bin jetzt zu euch gekommen, damit alles so bleiben kann, wie ihr es kennt. Ich und auch niemand von meinen Gefolgsleuten haben die Absicht, euch zu etwas zu überreden. Vielleicht sieht es so aus, doch es sind alles nur Vorschläge, die ihr freiwillig eingehen könnt. Ich betone: Es ist alles freiwillig, niemand wird gezwungen. Nur, und das müsst ihr mir, meine lieben Freunde, zugestehen, möchte ich gerne eure Zustimmung für meine Führungsposition. Denn ich bin der offizielle Vertreter der neuen Ordnung der Welt. Ich bin dazu auserwählt, diese umzusetzen und euch zu führen. Eine Ordnung, wie sie bereits überall herrscht. Ihr werdet ein tolles Wirtschaftssystem bekommen, ausreichend Arbeit und Geld.«
Inhaltlich wiederholte ER alles, was DIE zuvor bereits von sich gaben. Doch nur er verstand es, dass es auch bei den Menschen wirklich ankam. ER redete ohne Unterbrechung, dabei gestikulierte er wild mit seinen Armen, hob und schwenkte immer wieder mahnend den rechten Zeigefinger, den er einsetzte, wie der Dirigent seinen Taktstock. Mimik, Gestik, Stimme, alles war auf die Worte bis zur Perfektion abgestimmt. Ja, selbst die Worte sprach ER so punktgenau, dass diese eine hypnotische Wirkung entfalteten. Mal wurden die Worte langsam gesprochen, dann kamen sie kurz und knackig, Buchstaben wurden an passender Stelle gedehnt oder gerollt. So war es nicht der Inhalt, der die Menschen von Alphantis bewegte. Nein, es war die Form, der Klang, der emotionale Sog, der sich dahinter verbarg.
»Doch leider, meine Freunde, gibt es hier ein großes Übel unter euch«, er machte eine andächtige Pause, senkte leicht den Kopf und die Zuschauer hielten den Atem an. Plötzlich richtete er sich auf und es brach mit der Unterstützung seines rechten Armes aus ihm heraus: »Es ist das Übel der Rothaarigen«, erneut eine kleine Pause, »ja, ihr habt recht gehört und es ist leider so«, sein rechter Zeigefinger schwang energischer, ja geradezu drohend, »es sind die Rothaarigen unter euch, die Zwietracht säen, denn nur sie sind auf ihr eigenes Wohl bedacht. Sie sind es gewesen, die alles daran setzten, um all DIE lieben Menschen mit ihren Ideen ins Lächerliche zu ziehen. Sie haben euch blonden und dunkelhaarigen Menschen verführt, verführt dazu, Widerstand gegen DIE zu leisten. Und darum gibt es nur eine Lösung und die heißt: Vertreibung und am Ende … ich sage es ganz deutlich, meine Freunde, steht ihre Vernichtung!«
Plötzlich begannen die nicht betroffenen Menschen aufzuspringen und lauthals über die Rothaarigen zu schimpfen, zeigten auf diese und setzten sich von ihnen weg. Zu den angefeindeten gehörten auch die Geschwister Zoey und Silias mit seinem Sohn Elias. Im Gegenzug rückten die Rothaarigen angsterfüllt dichter zusammen. Nur mit Mühe und beschwichtigenden Armbewegungen schaffte ER es, die aufgebrachte Menschenmenge wieder zu beruhigen, auf dass sie ihm wieder ihre Aufmerksamkeit schenkten und sich setzten. Innerlich frohlockte er, dass ER es wieder einmal vollbracht hatte, eine Gemeinschaft in zwei Lager zu spalten. Nicht aus Böswilligkeit, es war nur zu ihrem Besten, wie alles, was er tat. So nahm er diesen Gedanken auf und sprach: »Es ist doch so, liebe Freunde, ihr wisst doch, dass ich es nur gut mit euch meine, wir stehen alle zusammen wie ein Mann und wenn ich sage, es muss so sein, dann ist das so. Und wenn ich sage, wir müssen in den Krieg ziehen, dann werden wir in den Krieg ziehen! Weil ihr ihn doch auch wollt, den absoluten Krieg gegen die Rothaarigen! Damit es zum Endfrieden kommen kann! Denn eines ist doch vollkommen klar meine Freunde«, er machte eine andächtige Pause, »ohne Krieg wird es niemals Frieden geben können! So frage ich euch, wollt ihr den absoluten Krieg gegen die Rothaarigen?« Alle jubelten. Außer den Rothaarigen. »Wollt ihr die absolute Führung?« Alle jubelten. Außer den Rothaarigen.
Die Alphantianer waren ganz im Banne von ER und allmählich verstanden sie, was ER wollte und waren begeistert. Sie hatten ihren Führer, ihren wahren Gott gefunden, den Gott der Kunst, den Gott der Bühne. Keiner übertraf sein Schauspiel, das Auftreten seines Gefolges, ihre Kleidung und ihr Gebaren. Es war die absolute Kunst. Alles, was ER von sich gab, war nicht zu überbieten. Es war alleine für die Bühne geschaffen worden, nicht für die Realität.
Nach der Kundgebung von ER mischten sich die Alphantianer wieder untereinander, lachten und umarmten sich herzlich. Beglückwünschten sich zu dem spontanem Schauspiel. Ariana hingegen machte sich auf den Weg zu ER. Als sie vor ihm stand, musterte sie ihn von oben bis unten und fragte: »Sag mal, wie heißt du eigentlich?« ER senkte den Kopf und schaute lächelnd Ariana in die blauen Augen, die aus ihrem Engelsgesicht leuchteten. ER legte seine rechte Hand auf die strohblonden Locken des Kindes und sagte mit einer streichelnden Bewegung: »Mein Name ist Albert.« »Albert … das ist ja witzig, klingt wie Albern … Onkel Albern hi, hi«, freute sich Ariana, griff nach seiner Hand und ordnete an: »Komm, lieber Onkel Albern, wir gehen Schaukeln!«
***
ER, der immer da sein wird. ER, der sich niemals ändern wird. ER, der niemals entfernt werden kann. ER, der so genommen werden muss, wie ER ist … nur eines nicht: ernst. ER kam, ER sah, ER blieb!
So wurde ER in die Gemeinschaft von Alphantis absorbiert, wie einst die Krieger. ER wurde von den Bewohnern so gelassen, wie ER war, ER schwang seine Reden auf der Bühne, auch wenn keiner da war, um ihm zuzuhören, was ihn nicht störte, solange er reden durfte. Die Alphantianer kreierten Theaterstücke, in denen ER redete und weitere Schauspieler auf der Bühne agierten in Kriegen oder inszenierten totbringende Seuchen. Einfach alles, was sich in ihrer Kiste der Bühnenkunst befand, wurde auf ER abgestimmt oder mit ihm in Verbindung gebracht. Es gab kein einziges Stück, in dem ER nicht zu sehen war. ER war immer präsent, auch wenn es nur unscheinbar im Hintergrund war. ER redete viel, doch hatte in Alphantis nichts zu sagen.
Ende der achten Alphantis-Episode, in der ER kam, um Herrscher zu werden und wurde am Ende ihr Führer – Der Führer der Kunst.
Geschrieben 2026
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Eines Tages kamen Himmelsreisende mit einem Flugschiff nach Alphantis. Sie landeten außerhalb des Dorfes Xsaxus auf einem brachliegenden Acker und stürmten in Marschformation, also einer geordneten beziehungsweise strukturierten Anordnung, aus ihrem Raumfahrzeug, um sich sogleich alles genau anzuschauen. Sie trugen einheitliche Tarnfleckenbemusterte Kleidung, die Füße steckten in schwarzen, groben, aber dennoch auf Hochglanz polierten Schnürstiefeln und olivgrüne Stahlhelme krönten ihre Köpfe. Vor ihren Körpern hielten sie Sturmgewehre, bereit zum Anlegen.
Der Trupp rannte durch die Wohnanlage von Xsaxus, über den Marktplatz, weiter zu den umliegenden Einrichtungen bis hin zu den Feldern und Tierstätten. Sie bewegten sich unter größter Behutsamkeit, immer darauf bedacht, in Deckung gehen zu können. Doch es gab keine Veranlassung für DIE dazu, denn nirgendwo trafen sie auch nur auf eine Spur der Dorfbewohner; alles war menschenleer. Die einzigen Lebewesen, denen sie begegneten, waren die Tiere in ihren Behausungen und einiges Wild, welches sich im Wald bewegte. DIE marschierten weiter ins Landesinnere, bis plötzlich Stimmengewirr durch die Bäume drang. In Habachtstellung bewegten DIE sich weiter in Richtung des Getöses, bis sich der Wald lichtete und DIE vor dem Freilichttheater standen. Dieses schmiegte sich malerisch an den Fuß eines majestätischen Felsens, welcher eine natürliche Kulisse darstellte. Die sorgfältig geschwungene Tribüne, die von der Sonne golden angestrahlt wurden, luden die Zuschauer ein, sich in eine Welt voller Geschichten und Emotionen zu begeben.
***
Auf der Bühne schwenkten einige Schauspieler Fahnen und hielten Plakate hoch. Weitere Schauspieler warfen mit Geld um sich, und andere trugen weiße Kittel, hatten Stoff vor dem Mund und es sah so aus, als untersuchten und operierten sie Schauspieler, die Kranke simulierten. Eine andere Schauspielgruppe in schwarzen Roben schleppte einen wie ein König Gekleideten in einer Trage über die Bühne. Es herrschte ein heilloses Durcheinander, wobei die rauen Felswände die Stimmen und Geräusche der Darsteller wie ein Sprachrohr zu den Zuschauern trugen.
DIE setzten sich in Marsch und rannten die breite steinerne Treppe, welche sich zwischen den Tribünen befand, hinunter auf die Bühne. Doch noch ehe sie sich richtig positioniert hatten, sprangen das Publikum auf und eilten ebenfalls nach unten und drängten DIE so zusammen, dass diese handlungsunfähig wurden. Es war offensichtlich, dass dieser Auftritt der Ankommenden nicht zum Theaterstück gehörte. DIE schauten verwirrt und hektisch umher. Zoey bahnte sich einen Weg durch die Menge und als sie DIE erreichte, gebot sie den Bewohnern von Alphantis etwas Platz zu machen und sprach: »Besucher, seid herzlich willkommen! Wir freuen uns, euch hier in unserer Mitte begrüßen zu dürfen. Was können wir für euch tun?« »Wir … also … haben den Auftrag … wo ist eure Armee? Uns wurde gesagt, dass es hier von Widerständlern nur so wimmelt und …«, stotterten DIE, »… und hier nur noch kämpfend … etwas zu erreichen ist. Also, wir sind hierher befohlen worden, um Krieg zu machen!« »Also eins nach dem anderen!«, entgegnete Zoey, »ihr wollt also Krieg? Warum überspringen wir das nicht und ihr ergebt euch gleich?« »Was? Wir ergeben … kampflos … niemals!« »Na gut, dann ergeben wir uns eben.« »Wie? Also, so geht das nicht … oder doch? Ihr wollt euch wirklich ergeben?« »Von ganzen Herzen. Wir sind alles Widerständler, denn wir widerstehen allen Bedrohungen, die uns entgegengebracht werden. Solche, die unser persönliches und gemeinschaftliches Wohlergehen gefährden wollen.« »Doch wie macht ihr das, ohne Armee?« »Wir leisten Widerstand, indem wir uns nicht widersetzen, nicht gegenangehen, sondern alles nehmen und in die Kunst hineinspielen. Ihr habt es eben doch auf der Bühne gesehen und wo befinden wir uns gerade mit euch, die ihr Krieg führen wollt?« »Wir? Na hier auf der Bühne mit euch im Theater. Wo denn sonst?« »Richtig! Auf der Bühne. Auf der Bühne, die für den Krieg gemacht ist und wir haben uns ergeben. Und schon herrscht wieder Frieden.« »Frieden … Frieden«, jubelten die Alphantianer und umarmten DIE. »Nein, nicht so schnell! Es herrscht Krieg und da muss gekämpft werden. Krieg ist kein Volksfest. Verstanden!« »Gerne, wenn ihr wollt, können wir vorher Krieg mit euch hier auf der Bühne spielen. So wird diese zum Kriegsschauplatz.« »Aber das ist doch Blödsinn?« »Warum Blödsinn? Nur so geht Krieg!« »Nur so? Hier auf der Bühne?« »Ganz genau, ihr habt es erkannt. Denn das ist der Ort, wo der Krieg hingehört. Das Schlachtfeld ist die Bühne.« »Das ist aber nicht so ganz richtig, denn das oberste Gebot der Kriegsführung besagt, dass die Eroberung von feindlichem Gebiet, also eines Landes, immer den Endsieg bringen muss. Und nur das gibt diesem Ganzen einen Sinn.« »Erobern braucht ihr nichts, denn von wem wollt ihr was erobern? Denn was keinen Besitzer hat, kann nicht erobert werden.« »Was soll das heißen? Gehört das Land nicht euch?« »Wie kann uns Menschen Land gehören? Land, welches sich selbst gehört und alles eigenständig in Zyklen und im Fluss regelt? Es ist alles Natur und Natur kann nicht vereinnahmt werden. Wir können uns ihr nur fügen, uns ihr anpassen und bescheiden ihre Gaben annehmen. Kommt doch mit in unser Dorf und esst mit uns und findet den Frieden in euch. Denn Frieden auf Erden kann es nur geben, wenn jeder einzelne Mensch den inneren Frieden mit sich selbst gefunden hat. Lieb sein bringt Liebe hervor, mit der es keinen Krieg geben kann.«
Da trat Ariana aus der Menge in die Mitte des Kreises und sprach:
Wo Frieden wohnt im Inneren, tief und rein, strahlt er heller als alles, was je mag sein. In sanften Wellen breitet sich sein Licht, durchdringt die Welt und kennt die Grenzen nicht. Sein Glanz verbindet Herzen, nah und fern, wie ein stiller Ruf aus eines Himmels Stern. Er trägt die Hoffnung über Raum und Zeit und wächst empor in die Unendlichkeit.
***
DIE kamen mit Waffen, um zu erobern und den Weg für die vorherigen DIE zu ebnen, damit diese letztendlich doch noch ihre Ideologien durchsetzen hätten können. Doch die Einwohner von Alphantis stumpften die ihnen entgegengebrachten Gewaltversuche ab, bevor DIE handeln konnten. Die Menschen ergaben sich freiwillig und organisierten ein Fest, sodass DIE gar keine Gelegenheit bekamen, ihre Waffen einzusetzen. Die Waffen, die noch am selben Tag in die Schmiede gebracht wurden, wo sie schnellstmöglich zu nützlichen Werkzeugen und Skulpturen verarbeitet wurden.
DIE wurden, ohne dass sie es richtig realisiert hatten, in die Gemeinschaft von Alphantis aufgenommen; sie wurden von den Bewohnern regelrecht absorbiert. Ihrer Gewalt wurde mit Einladung begegnet, sie konnten ihre Waffen nicht einsetzen, es gab keine Armee, gegen die sie hätten kämpfen können. DIE erkannten, was es bedeutet zu teilen und das genug von allem vorhanden ist. DIE stellten fest, dass Kämpfe um Macht, um andere zu unterdrücken und auszubeuten, keinen Sinn in sich tragen. DIE begannen auf einmal alles zu hinterfragen, was ihnen ihr Leben lang eingebläut wurde. Bei ihnen war das Leben der Menschen so ausgerichtet, als seien sie Maschinen. Die Schulung, das Wirtschaftssystem und das Arbeiten. Selbst der menschliche Körper wurde wie eine Maschine gesehen und behandelt. Alles war durchstrukturiert von wenigen für viele. DIE mussten sich eingestehen, dass das Leben, wie es hier in Alphantis existierte, das wahre, wahrhaftige natürliche Leben sei.
DIE blieben für immer in Alphantis. Sie warnten allerdings, dass, wenn sie nicht wieder zurückkehren würden, eine weitere Bedrohung Alphantis aufsuchen würde. Denn ER wird kommen! Er, der Mächtigste, der überall seinen Willen durchsetzt. ER, der immer auftaucht, wenn alle anderen versagen. ER wird kommen, mit seinen Gefolgsleuten und einer Methode, der sich keiner widersetzen kann. ER, der hinter den Reihen geht und über allem steht.
Ende der siebten Alphantis-Episode, in der DIE kamen, um mit Waffengewalt die angestrebten profitorientierten Systeme durchzusetzen. Doch die Waffen schwiegen und am Ende merkten DIE, dass sie gekommen waren, um in Frieden zu bleiben.
Geschrieben 2026
Mehr zu Alphantis und der -tis Trilogie gibt es hier.
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Es begab sich zu jener Zeit im Raum, als die Gesellschaft in ihrer Evolution soweit vorangeschritten war, dass sie sich ausschließlich auf Arbeit, Konsum und Social Media konzentrierte. Viele Tätigkeiten wurden von Maschinen erledigt, wodurch der Mensch immer mehr Freizeit erhielt. Doch anstatt diese sinnvoll für sich zu nutzen, erfand er immer wieder neue Aufgaben ohne ersichtlichen Wert. Es ging ausschließlich darum, ihn zu beschäftigen. Nebenbei stieg die soziale Ungleichheit von Tag zu Tag. Die Macht des Stärkeren galt noch immer, doch die Mittel hatten sich geändert. Es ging nicht mehr um die alleinige körperliche Stärke, sondern die finanzielle Stärke war entscheidend. Die Menschen rannten auffallend ziellos durch die Welt, begleitet von ihrem Smartphone, welches an ihren Gesichtern klebte. Momente, die der Einzelne mit seiner Familie verbringen konnte, waren außerhalb von Social Media kaum noch vorhanden. An diesem Punkt der gesellschaftlichen Evolution erkannten einige Menschen, dass dieser Zustand nicht weiter tragbar sei. Es musste etwas geschehen, und zwar so schnell wie möglich.
Die Kritiker der herrschenden Umstände schlossen sich zunehmend zusammen und erarbeiteten Lösungen, um diese menschengemachte Lebensweise auf eine lebenswürdige Bahn zu lenken. Es ging darum, ein vollendetes Lebensglück für alle zu garantieren. Es wurde davon gesprochen, dass die Evolution der menschlichen Gesellschaft in eine Revolution gewandelt werden müsste. Es ging um die Idee, eine wirklich freie, einfachere und bequemere Welt, in der die alltäglichen Sorgen und Nöte der Vergangenheit angehörten, zu erschaffen. Die Menschen müssten zurück ins Miteinander gebracht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde sich voll und ganz auf die Macht der Gedanken konzentriert, da durch sie alles möglich zu sein schien. Aus dieser Tatsache heraus wurde die Theorie erstellt, dass es nur in einer Welt, die sich komplett aus reinen Gedankenströmen zusammensetzt, möglich sei, eine solche Lebensweise zu erreichen. Die Chancen des Einzelnen, sich frei zu entfalten, um das Leben zu führen, das ihm vorschwebt, seien grenzenlos. Dafür galt es, den Körper zu überwinden, denn, so wurde vermutet, sei er es, der Leid und Elend auf der Welt hervorbrachte.
***
Es vergingen einige Sommer, und an einem sonnigen Frühlingstag erlangte der führende Professor auf diesem Gebiet eine Erkenntnis, die seine gesamte Forschung und sein gesamtes Vorgehen verändern sollte. An jenem Tag, als der Professor die absolute Sicherheit darüber erlangt hatte, dass alles tatsächlich so ist, wie er es entdeckt hatte, verspürte er das dringende Bedürfnis, mit seiner Frau über diese Feststellung persönlich zu sprechen. Auch wenn er ein solches Gespräch nun als überflüssig erachtete.
Nachdem der Professor seinen Mantel ausgezogen hatte und ihn an die Garderobe hängte, bewegte er sich auf seine Frau zu, die ihm auf dem Flur entgegentrat. Seine Frau kannte ihn gut genug, um an seinem Gesichtsausdruck und seinem Schweigen zu erkennen, dass etwas Außergewöhnliches geschehen war. Sanft nahm der Professor die Hand seiner Frau und führte sie in den Wintergarten. Dort trennten sich ihre Hände und die Frau setzte sich in einen der Korbsessel. Der Mann hingegen stellte sich vor die Fensterfront und schaute stumm in den Garten, welcher gerade am Erblühen war und aus Altem Neues hervorbrachte. Er beobachtete ein Eichhörnchen, welches über den grünen Rasen hüpfte, und setzte dabei seine Gedanken in eine erzählbare Reihenfolge. Als er meinte, diese gefunden zu haben, drehte er sich um und schaute seiner Frau tief in die Augen. Er begann die ersten Worte zu formen, doch kam sogleich ins Stocken. Er atmete tief durch und erklärte, dass er eine Entdeckung gemacht hatte, auf deren Grundlage die gesamte Menschheitsgeschichte neu geschrieben werden müsste.
Mit angehaltenem Atem lauschte die Frau den detaillierten Ausführungen ihres Mannes. Dieser behauptete mit ernster Miene und leicht zittriger Stimme, dass das Leben, so wie sie es kannten, in Wirklichkeit gar nicht existieren würde. Es gäbe nichts, alles sei nur eine Illusion. Das, woran er und seine Mitarbeiter schon so lange gearbeitet hatten, war bereits vorhanden. Die gesamte Menschheit war Bestandteil einer künstlichen Welt, welche sich als riesiger Cloud-Speicher offenbarte. Diese Tatsache, dass die Gesellschaft bereits in einer Cloud lebte, machte all die Bemühungen zunichte und ihre Idee, dass es in einer körperlosen Welt besser und einfacher zuginge, stellte sich als völlig falsch heraus. Wäre dem so gewesen, hätte die Welt zu diesem Zeitpunkt bereits anders ausgesehen. Nichts schien so, wie es der Traum von einer Welt aus reinen Gedanken versprach. Ein einfaches und bequemes Leben war auf diese Weise anscheinend nicht zu erreichen, denn das genaue Gegenteil war zum Vorschein getreten.
Die Frau senkte den Kopf, schaute an sich herunter, hob die Arme und verfolgte die Bewegungen mit den Augen. Sie stellte die Frage, ob das alles wirklich nicht echt sei, was sie hier sehe. Ihr Mann nickte stumm und sie murmelte, wie es denn sein könne, dass sie, wenn sie keinen realen Körper besitzt, Arthroseschmerzen in den Knien verspüre? All das seien programmierte Empfindungen, erklärte der Professor.
Nachdem die Frau ihren Schock überwunden hatte, merkte sie zuversichtlich an, dass es vielleicht doch eher eine positive als eine negative Erkenntnis sei. Schließlich habe er nur durch seine Forschung diese Feststellung gemacht. Nun müsse er eben nach einem anderen Weg zum vollendeten Glück des Lebens suchen. Vielleicht liege die wirkliche Freiheit in einem organischen biomechanischen Körper? So einen, von dem man angenommen hatte, dass ein Mensch diesen besitzen würde und eigentlich nicht benötigt werde. Es müsse eine Möglichkeit gefunden werden, die Gedanken und Empfindungen aus der Cloud herauszuleiten. Diese müssten in einen Körper aus echtem Fleisch und Blut überführt werden, in einer Umgebung aus echter Materie.
Die Frau hob einen Arm, schaute diesen an, drehte die Hand, senkte den Arm und stand auf. Sie stellte sich zu ihrem Gatten, der bereits wieder nach draußen blickte. Ihre Hand suchte die seinige, spürte die Wärme, welche sie ausstrahlte, spürte die Haut und das darunter liegende Fleisch. Plötzlich, ohne weitere Worte zu wechseln, standen sie wie versteinert da, als seien sie abgestellt worden wie Roboter oder als habe jemand den Pausen-Button eines laufenden Videos geklickt. Was am Ende blieb, war ein schwarzer Bildschirm.
Geschrieben 2019
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Eines Tages kamen Himmelsreisende mit einem Flugschiff nach Alphantis. Sie landeten außerhalb des Dorfes Xsaxus auf einem brachliegenden Acker und verließen ihr Raumfahrzeug, um sich sogleich alles genau anzuschauen. Die Außerphantisten bewegten sich in einem losen Konstrukt vorwärts. Sie trugen einheitliche dunkelgraue Anzüge mit hellgrauen Hemden und Krawatten in Anzugfarbe. Auf den Nasen steckten Brillen und auf den Köpfen trugen sie einen einheitlichen silbergrauen Kurzhaarschnitt mit Seitenscheitel. Jeder von ihnen hielt ein Notizbuch in der rechten Hand. Sie grüßten freundlich die Menschen, denen sie begegneten und die Bewohner nickten mit einem Lächeln zurück. Schließlich kamen DIE an einen Baum vorbei, an dem ein kleines Mädchen durch die Luft hin und her schwang. »Guten Tag, mein liebes Kind.« »Einen schönen guten Tag, werte Gesellschaft, ich bin Ariana und wer seid Ihr?« »Wir sind DIE und neu hier in der Gegend. Wir kommen von sehr weit her und wir möchten mit eurem Präsidenten sprechen.« »Präsidenten?!«, kicherte Ariana, während sie weiter an der Baumschaukel vor und zurück pendelte, »was ist denn das?« »Na, euren Chef, der Häuptling oder wie sagt ihr zu dem, der hier das Sagen hat?« »Das Sagen hat?« »Der, der hier die Entscheidungen trifft. Der bestimmt, wo es lang geht.« »Och«, machte Ariana, sprang in der Vorwärtsbewegung im Flug von der Sitzfläche und landete vor DIE. Sie schaute in den Himmel und kratzte sich am Kinn, »ich weiß auch nicht? Wir brauchen keinen Bestimmer, das geht alles so. Jeder macht bei Entscheidungen mit.« »Wir wollen und können das nicht so recht glauben«, zweifelten DIE, »du veralberst uns doch?!« »Veralbern? Wieso sollte ich albern sein?« »Aber ihr braucht doch zumindest eine Regierung, die ihr gewählt habt.« »Das verstehe ich alles nicht, am besten bringe ich euch zu Zoey, vielleicht ist die ja sowas wie unsere Regierung. Da sie zurzeit die Dorfvorsteherin ist.« »Na, meine Kleine, das ist doch schon mal ein Anfang in die richtige Richtung. Doch bevor du dieses tust, zeige uns doch bitte einmal, wie ihr hier so lebt.«
Ariana erfüllte den Wunsch von DIE und führte sie wie einst die Händler durch Xsaxus und sein Umfeld. Sie spazierten zwischen den Häusern hindurch, über den Dorfplatz, weiter zu den Spielplätzen, den Bastelstellen und den Tierunterkünften. Ariana erklärte dabei, was die Besucher zu sehen bekamen und DIE schauten sich alles genau an und machten eifrige Notizen in ihren mitgebrachten Büchern. So auch von den Schaukeln, Klettergerüsten und Baumhäusern, die sich überall in der Gegend verteilten. Hier und da sahen sie Kinder, die sich in diesen Anlagen bewegten. Die Gestaltung des Dorfes mit seinem Umfeld glich einem riesigen Freizeitpark. DIE notierten sich dieses mit der Anmerkung: Liegt eine Baugenehmigung und ein Gewerbeschein vor und wurde Gewerbesteuer abgeführt? Auf einer Lichtung beobachteten DIE eine Gruppe von Menschen, die ihre Arme und Beine kreisen und schwingen ließen, streckten und beugten ihre Gliedmaßen, der Möglichkeiten des Körpers entsprechend. Alles sah sehr weich und geschmeidig aus. »Was machen die Leute da?«, fragten DIE interessiert. »Sie spielen mit ihrem Körper.« »Interessant!«, sagten DIE und notierten: Genehmigung? Sportsteuer?
In einer Bastelstätte trafen sie auf Zoey. Ariana stellte DIE vor und erklärte Zoey, dass es hier in Alphantis anscheinend an einer Regierung fehle, »und nicht nur das«, fügten DIE hinzu, »uns ist zu Ohren gekommen, dass ihr in Alphantis nicht gerade kooperativ gegenüber Verbesserungen seid. So wollt ihr nicht den Sinn und Zweck des Handelns verstehen und euch auch nicht in sportlichen Wettkämpfen messen. Doch dieses ist Bürgerpflicht, damit das Volk beschäftigt ist. Doch nicht nur dieses, denn es lernt dabei, sich auf eine Seite zu begeben; sich für eine Seite einzusetzen. Wettkämpfe bieten einen Ausgleich zum harten Arbeitsalltag. Ein Ausgleich, der mit Brot und Spielen geschaffen wird. Aber lassen wir das fürs Erste. Wir wollen nun mit allen Bewohnern sprechen, oder vielmehr, wir haben etwas zu verkünden. Wo wäre ein passender Ort dafür?« Zoey schlug vor, sich mit den Einwohnern von Xsaxus auf dem Dorfplatz zu versammeln. »Gut, aber macht schnell, es ist sehr wichtig für euch alle und bringt bitte bei der Gelegenheit die Baugenehmigungen und Gewerbeanmeldungen für diese Fertigungsstätten mit.«
***
Auf dem Dorfplatz begannen DIE zu erklären, dass sie in erster Linie im Auftrag der Händler hier seien, um die dringend benötigte Handelsstruktur zu erstellen. Um dies zu erreichen, müssten als erstes die nötigen Zahlungsmittel eingeführt werden. Ohne diese, so betonten DIE unmissverständlich, ginge es auf keinem Fall. »Als erstes werden wir eine Bank errichten, wo ihr Kredite aufnehmen müsst, damit ihr das so dringend benötigte Geld zu eurer freien Verfügung habt. Diese Kredite werdet ihr nach und nach zurückzahlen, mit Zinsen versteht sich. Nur so kann ein gutes und stabiles Wirtschaftssystem aufgebaut werden.« »Das kennen wir bereits und haben eingesehen, dass wir dieses Geld dringend für unsere Kunst brauchen«, entgegnete Zoey spöttisch. »Seht ihr, und gerade dort liegt euer Problem. Ihr habt nicht verstanden, worum es wirklich geht.« »Doch, denn es geht immer nur um die Kunst. Geld ist für die Kunst da, in der Realität schafft das nur Probleme. Denn diese Art der Geldschöpfung funktioniert ja nur in eine Richtung«, bemerkte Silias. DIE übergingen die Bemerkung von Silias und führten fort: »Ihr braucht Geld. Basta! Denn wie wollt ihr eure zukünftigen Steuern bezahlen? Bei uns liegt nichts vor, woraus hervorgeht, dass ihr jemals Steuergelder abgeführt habt. Alleine dafür benötigt ihr Wirtschaft und Geld. Wir haben auf dem Weg hierher vieles gefunden, wofür ihr Steuern zahlen müsst.« Die Alphantianer schauten sich stumm an und bei allen stand das Wort »Steuern« mit einem Fragezeichen auf der Stirn. »Ja, Steuern und weitere Abgaben, zu denen jeder Einzelne verpflichtet ist. Doch es sind ja keine reinen Abgaben, denn immerhin bekommt ihr für alles eine Leistung zurück. So werden von den Steuern tolle Sachen gebaut, wie Schulen und ein Bürokratieapparat und wir, die Regierung, müssen ja auch finanziert werden. Ihr werdet zudem in ein Rentensystem einzahlen, auf dass ihr im Alter versorgt seid. So ist für alle Zeit sichergestellt, dass ihr nach einem harten, aber erfüllten Arbeitsleben eure letzten Jahre genießen könnt.« »Die letzten Jahre?«, riefen einige und Felina sagte: »Wir genießen jeden Tag!« und Ariana ergänzte: »Wir leben jeden Tag bewusst und machen ein schönes Erlebnis aus ihm. Darum benötigen wir keine Rente und außerdem unterstützen wir uns gegenseitig. Wir Jungen helfen den Alten und auch umgekehrt.« »So sieht es die GER, die Galaktische-Einheits-Regierung, aber nicht vor. So eine Gesellschaftsform ist rückständig.« »Rückständig?«, fragte Silias, »Wir haben einen Status erreicht, der für uns absolut ausreichend ist. Das hat nichts mit rückständig zu tun.« »So sieht es aus«, bestätigte Felina ihren Mann und fügte hinzu: »Wir führen ein gutes, gesundes und vor allem ein erfülltes Leben. Alles, was über unseren Standard hinausgehen würde, oder ihn unterschreitet, würde uns aus dem Gleichgewicht stoßen. Alles würde aus dem Lot gebracht.« »Wir leben hier in einer Gemeinschaft, alles geht Hand in Hand«, ergänzte Zoey und Felina fuhr fort: »So fühlen wir uns auch, wie eine Hand. Ohne diese enge Verbindung würde es nicht funktionieren.« »Genau, und die einzelnen Finger machen erst mit der Verbindung zur Handfläche ein Ganzes und wir schauen darauf, dass kein Finger verloren geht.« »Jeder macht hier alles, was in seinem Ermessen liegt und seinen Fähigkeiten beziehungsweise seinen Veranlagungen entspricht.« »Und dabei spielt es keine Rolle, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist … eine Frau oder ein Mann.« »Es geht hier bei uns um die Notwendigkeit der Dinge. Wenn wir diese gefunden haben, werden sie umgesetzt.« »Schön, schön!«, sagten DIE und schüttelten dabei die Köpfe und verdrehten ihre Augen. »Das lässt sich alles noch besprechen und ich bin sicher, ihr werdet bald eine andere Einstellung bekommen. Doch nun zu einem weiteren Thema, welches sehr besorgniserregend ist.« DIE machten eine andächtige Pause. »Die GGO hat uns mitgeteilt, dass es hier erhebliche gesundheitliche Mängel geben soll. Viele eurer Testergebnisse sind bei den Krankheiten, welche bei der GGO gelistet sind, positiv oder eure Werte entsprechen nicht der Norm. Bedeutet, viele von euch sind krank, ohne es zu wissen. Daher fordert die GGO dringend ein funktionierendes Gesundheitssystem. Dieses besteht daraus, dass Medikamente und Spritzen von Fachpersonal verabreicht werden, sowie lebenswichtige operative Eingriffe.« Zoey wollte gerade ansetzen, etwas dazu zu sagen, doch DIE winkten ab. »Später, wir haben noch mehr zu berichten darüber, was hier bei euch fehlt und nicht angenommen werden will. Und damit kommen wir auch schon zum Nächsten. Ein großes Problem stellt für euch anscheinend die Gottesfürchtigkeit dar, die hier in ganz Alphantis zu wünschen übriglässt.« »Wir haben Gott!«, riefen die Bewohner empört, »aber sind nicht gottesfürchtig.« »Ja, schon gut! Wir wissen Bescheid! Dennoch müssen wir euch leider sagen, dass ihr mit eurer Einstellung völlig verkehrt liegt. Denn Gott ist der Erschaffer allen Lebens und der Natur, er ist nicht die Natur.« Die Bewohner sahen sich wieder einmal kopfschüttelnd an und sprachen miteinander. »Beruhigt euch Leute, wir wissen, dass das alles ein bisschen viel auf einmal ist, aber ihr habt ja auf DIE Gesandten nicht gehört. Hättet ihr das, dann wäre hier alles so nach und nach gekommen und ihr wärt da reingewachsen. Doch nun müsst ihr den sauren Apfel essen. Denn nicht nur, dass ihr kein Sozialsystem, kein Gesundheitssystem, keine Gotteshäuser und keine Steuern zahlt, zudem gibt es auch kein Rechtssystem bei euch. Ihr seid eine gesetzlose Gesellschaft, die früher oder später im Chaos enden wird. Ihr braucht Gesetze, gerade solche, die Verbote bewirken.« »Verbote schaffen böse Taten, Gebote braucht es und diese haben wir. Wir befolgen die Gebote, so tun wir nichts Verbotenes … Verbote verbieten sich von selbst«, sprach Ariana. »Ist recht mein Kind«, gaben DIE mit einem mitleidigen Nicken zurück, »wir werden euch schon überzeugen, dass ihr auch da leider falsch liegt. Doch machen wir weiter: Denn uns ist noch etwas Gravierendes aufgefallen, also wir euer Dorf begutachteten, nämlich, dass ihr gar keine Schulen oder sonstige Bildungs- und Erziehungsstätten habt. Nicht mal die kleinste Einrichtung ist zu finden.« »Wozu sollen diese gut sein?«, fragten einige der Bewohner. »Um eure Kinder zu erziehen und ihnen beispielsweise Schreiben und Lesen beizubringen.« »Was lesen? Eure Gottesbücher vielleicht? Wir brauchen kein Schreiben, wir rechnen und messen, haben ein Zahlensystem«, sagte Silias. »Wir hörten, dass ihr hier Theater spielt, doch wie schreibt ihr eure Stücke? Wie werden sie festgehalten, damit sie immer gleich gespielt werden können?« »Die Theatervorsteher erarbeiten ein Konzept mit den Schauspielern und dann wird improvisiert. Auf diese Weise kommt dann immer etwas anderes dabei heraus … so geht Kunst!«, erklärte Felina, »Denn Kunst kann und darf nicht immer gleich sein.« »Nun gut, aber wie erzieht ihr eure Kinder und bringt ihnen etwas gezielt bei?« »In erster Linie sprechen wir Erwachsenen untereinander höflich und gerade mit den Kindern und jeder sieht von sich ab. Dann wird den Kindern dieses vorgelebt. Es wird mit den Kindern gelebt, sie sind Teil der Gemeinschaft und werden nicht getrennt behandelt. Sie bekommen alles mit, lernen beim Leben und spielen. Wir lehren und erziehen, wie ihr es nennt, durch die Beziehung, die wir zu unseren Kindern pflegen«, berichtete Zoey. »Nein, nein! Das ist kein vernünftiger Ansatz. Ihr braucht Kindergärten und Schulen, wo ihr die Kinder abgebt, damit sie nach den Richtlinien der GER erzogen werden können. Wo sie ihre richtige Bildung bekommen. In der Zeit, in der die Kinder in diesen Einrichtungen sind, können die Eltern einer vernünftigen Arbeit nachgehen. Auf diese Weise können wir für uns …», DIE räusperten sich, »also für uns und vor allem für euch, mehr Steuern einholen. Und am besten geht dies, wenn beide Elternteile arbeiten. Auf diese Weise entstehen viele Arbeitsplätze in den Kindergärten und Schulen. Hier werden die Erwachsenen Geld für ihre Erziehungsarbeit bekommen. Geld, was sie nicht bekommen würden, wenn sie zu Hause blieben. Denn so wie es zurzeit ist, hat doch niemand was davon. Wie sollen wir denn da die Steuern berechnen?« »Na eben gar nicht!«, riefen die Bewohner lachend und DIE versuchten die Leute weiter davon zu überzeugen, wie wichtig die Steuern sind. Danach gingen DIE zu einem weiteren Thema. »Zudem mussten wir feststellen, dass hier mit eurer Kunst so einiges nicht stimmt. Auf dem Weg hierher haben wir so einige Skulpturen gesehen, die unter anderem Diskriminierungen gegen einzelne Gruppen darstellen. Auf diese Weise hetzt ihr gegen den wahren Gottesglauben, gegen Arbeit, Ehrgeiz, den Gebrauch von Geld und nicht zu vergessen die lebenswichtigen Medikamenten und Spritzen. Aus diesem Grund werden wir die hetzenden Skulpturen kennzeichnen, die dann entfernt werden müssen. Ebenso verhält es sich mit euren Theaterstücken. Wir werden euch schulen, was ihr per Gesetz sagen und machen dürft. Es ist genau geregelt, was Kunst ist und was Diskriminierendes oder Hetzerisches darstellt.« »Kunst ist doch alles! Kunst macht alles«, verbesserte Ariana. »Nein, absolut nicht. Wir sehen, ihr müsst noch so einiges lernen. Darum müssen wir euch von Grund auf mit einem Regelwerk versehen, welches bis in eure Familien hineinreicht. Ihr braucht viele Gesetze für euer Leben und Handeln, die alles bis ins Kleinste berücksichtigen. Ihr müsst lernen, diese Gesetze zu befolgen und wenn ihr mitbekommt, dass sich eure Mitmenschen nicht an diese halten, dann seid ihr verpflichtet, das umgehend bei den zuständigen Stellen zu melden.« »Wir brauchen viele Gesetze? Warum viele? Wir haben Gebote, die aus unseren Tugenden erwachsen sind und leben diese. Alles andere, also was verboten ist, erschließt sich dann aus sich selbst heraus«, sprach Zoey. »Papalapap, Gesetze müssen her. Ihr braucht Gesetze, damit hier endlich Recht und Ordnung herrscht! Gesetze müssen aufgeschrieben werden. Punktum!« »Das denken wir nicht. Jeder trägt unsere Gebote in sich. Sie werden im alltäglichen Leben von den älteren auf die jüngeren übertragen«, erklärte Zoey. »Genau, und aus diesem Grund haben wir auch keinen Bedarf an Wirtschaft, Religion oder dem anderen, welches ihr uns aufdrängen wollt und für eine Regierung haben wir schon gar keinen Bedarf. Wir kommen sehr gut zurecht und es war gut so, dass wir von dem allem nichts wussten und sollten es auch schnell wieder vergessen, beziehungsweise in die Kunst abgeben, denn nur dafür ist das Zeugs gut, all das muss in die Kunst gespielt werden, damit es nicht in die Realität kommen kann«, rief Silias. »Aber so geht das wirklich nicht!«, empörten sich DIE, »Jedes Volk braucht eine Führung, eine Regierung und ein Gericht mit Richtern, damit alles seine Ordnung hat.« »Es braucht keinen Führer, wenn jeder einfach für sich und für die Gemeinschaft lebt und das Notwendige einbringt«, sagte Zoey. »Das redet ihr euch ein. Ihr braucht uns, wir sind DIE, die eure Probleme lösen!« »Was sind Probleme? Wir haben eine Methode, mit der wir seit ewiger Zeit klarkommen. Wenn wir etwas entdecken, ihr würdet wohl sagen ein Problem haben, versuchen wir die Aufgabe, die darin steckt, zu erkennen, dann verarbeiten wir dies und hinterfragen anschließend alles, um es richtig zu verstehen. Dann treffen wir gemeinsam eine Entscheidung und begleiten diese bis zum eigenständigen Entstehenlassen.« »Okay, lasst es uns anders angehen! Wenn wir es richtig verstanden haben, habt ihr doch auch Leute in Ämtern, wie Dorfvorsteher, wie wird man das?« »Einmal im Jahr wird gefragt, wer den Posten übernehmen will, und dann entscheidet das Los. Der Dorfvorsteher ist Ansprechpartner dafür, was bei der wöchentlichen Versammlung besprochen werden soll. Dort werden über die Dinge abgestimmt. Jeder kann daran teilnehmen«, erklärte Felina. »Wer gewählt ist, hat dann also eine leitende Vermittlerposition.« »Ja, wenn ihr es so sagen wollt!« »Und genau das sind auch wir, wir sind das Sprachrohr, die Vermittler, für die Interessen der entsprechenden Einrichtungen, welche bereits hier bei euch gewesen sind. Und das Gute daran ist, ihr müsst uns nicht so in der Gruppierung akzeptieren, wie wir hier vor euch stehen. Nein, ihr könnt wählen und eine Wahl zu haben ist doch besser als ein Los. Das ist wahre Demokratie, alles andere ist demokratiefeindlich, wie euer Losverfahren.« »Wieso sollen wir etwas wählen? Alles, was wir hier haben, ist doch da und braucht nicht gewählt werden. Jeder weiß, was notwendig ist zu tun, da müssen wir doch keinen wählen, der uns das sagt.« »Ihr dürft dann auch demonstrieren, wenn ihr meint, dass euch Ungerechtigkeit widerfährt. Ihr dürft sagen, was ihr wollt. Es herrscht schließlich Meinungsfreiheit! Und nun Schluss mit der Debatte! Wir werden morgen die erste offizielle geheime Wahl abhalten, bei der jeder seine Stimme abgibt.« DIE betonten das Ende besonders deutlich und sprachen weiter: »Ihr bekommt fünf Parteien zur Auswahl. Diese werden vorher ihre Programme vorstellen. Jeder ist eingeladen mitzumachen und wer will, kann in eine Partei eintreten. Auf diese Weise werdet ihr eins mit uns und nach und nach werdet ihr dann unsere Meinungen annehmen … also, äh werden wir unsere und eure Meinungen austauschen … also in einen Meinungsaustausch gehen!«
***
Am nächsten Tag geschah es wie angekündigt. Die ersten offiziellen Wahlen sollten in Xsaxus stattfinden. Es war sozusagen ein Probelauf für ganz Alphantis. Die einzelnen Parteienmitglieder schwenkten ihre Fahnen und hielten Plakate mit Sprüchen hoch, die da beispielsweise lauteten: Für ein fortschrittliches Land! Vernunft und Menschlichkeit! Zuversicht, nur mit uns! Wir machen das! Wohlstand und Sicherheit! Zudem wurden wie angekündigt die einzelnen Parteiprogramme vorgetragen. Doch die Bewohner hörten gar nicht hin, sie begannen die tristen grauen Anzüge der DIE mit Herzen und Blumen zu bemalen, machten Knoten in ihre Krawatten, setzten ihnen Strohhüte auf oder veränderten ihre Frisuren. Ohne sich davon beeindrucken zu lassen, redeten DIE ohne Unterbrechung weiter. Doch als ihnen ihre Notizbücher genommen wurden, war es zu viel für DIE. »Ihr werdet schon sehen, was ihr von eurer Verweigerung habt. Wenn ihr nicht hören wollt, dann werdet ihr es spüren. Ihr werdet sehen, was ihr davon habt, jetzt kann euch keiner mehr helfen, denn ihr werdet Besuch bekommen. Das versprechen wir euch.«
Ende der sechsten Alphantis-Episode, in der DIE kamen, um Alphantis ein profitorientiertes Regierungssystem zu bringen.
Geschrieben 2026
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