Alle Beiträge von Noxi

Alle nennen mich Noxi und ich bin für die Öffentlichkeitsarbeit vom Noxlupus-Verlag verantwortlich.

Schabernack (Ein Krabbe-Krimi)

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Wenn ein Friedhof zum Tatort wird, ein verkleideter Mann zum Opfer, dann wirft das einige Fragen auf und ein neuer Tatort in Kiel wird für Hauptkommissar Horst Krabbe und sein Ermittlerteam zur wahren Herausforderung.

Spannend, unterhaltend, regional, individuelle Charaktere und vieles mehr … das sind die Zutaten eines echten Horst-Krabbe-Krimis.

Weitere Infos

Noxi Wort 001

Klimaschock – Das Jahr 2020 wird es nicht geben!

Newsflash 001

Aaron King, Kolumnist vom
Noxlupus Verlag

Wenn es nach der WUK Gruppe geht, diese Vereinigung der Weltuntergangsklimathisanten, die sich seit einigen Monaten aktiv der katastrophalen Klimawandlung entgegenstellt, hat einen Antrag veröffentlicht, in dem sie eine neue Zeitrechnung fordert.

Die Organisation, die europaweit Millionen von Anhängern auf rasante Weise scheffelte, wurde von einem Kind ins Leben gerufen. Dieses unglaubliche menschliche Wesen gibt auf jede nur erdenkliche essenzielle Lebensfrage die erleuchtende Antwort und wird bereits mit Größen wie Jesus verglichen. Politiker, Wissenschaftler und die Bevölkerung ganzer Länder pilgern in Scharen zu dem Menschenkind, um sich dessen weisen Rat zu erbitten.

Aus diesem Grund sieht sich die WUK auch in naher Zukunft als einzige weltweit anerkannte Religionsgemeinde und besteht nun laut Antrag darauf, dass es am nächsten Neujahrstag heißt: 2019 ist tot, es lebe das Jahr 1. Die Prophezeiung des Kindes besagt, dass nur so eine sofortige und radikale Entsorgung der Altlasten möglich sei. Da sich ja bekanntlich vor der 1 die 0 befindet und 0 nichts ist, kann also bei 0 nichts gewesen sein, demzufolge sind alle Krisen überwunden und es kann ein toller Neustart geschehen.

Um diese Sensation in die gesamte Welt zu tragen, reist das Neu-Jesus-Kindchen unermüdlich von Talkshow zu Talkshow. Zudem sind T-Shirt, Sweatshirt (mit und ohne Kapuze), Mützen, Caps, Becher, Feuerzeuge, Smartphonehüllen, Autoaufkleber und und und, halt alles, wo das niedliche Gesichtchen des Neu-Jesus-Kindchens raufpasst, auf dem Markt.

Und damit nicht genug. Das Buch „Die Szenenoffenbarung“ wird sehnsüchtig erwartet, welches jetzt schon als das „Neu Neue Testament“ gehandelt wird. Dieses Werk kommt als schönes Hardcoverbuch inklusive Hochglanzfotos auf den Markt, nebst CD und eBook – die Verfilmung ist in Arbeit. In diesem Machwerk wird das Neu-Jesus-Kindchen seine Thesen preisgeben und die ganze Wahrheit über alles, was auf der Welt schiefgelaufen ist, informieren. Es erfolgt in schonungsloser Deutlichkeit der radikale Befehl: Tut endlich was!
Das Kind wurde in den letzten Wochen mit Anerkennungspreisen überhäuft und eine Automarke will ein Elektroauto herausbringen unter dem Label „Jesus-Kind-Edition“. Der Friedensnobelpreis ist ihm sicher und der Literaturpreis wird mit großer Wahrscheinlichkeit folgen.

Was bleibt abschließend noch zu sagen? Nur so viel: Gott ist tot und die Hölle hat als Angstmacher ausgedient – Schade! Es lebe die neue Angst, die Klimaangst – Hurra! Die wie jede Angst durch hysterische Massenansammlungen erblüht.

Es bedarf immer eines großen Führers, damit etwas Großes passiert … doch in welche Richtung es dann geht, das ist zumeist erkennbar, will aber nicht gesehen werden.

Geschrieben 2019

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Wegonam: Das Symbol

Alles im Universum besteht aus Formen, die als Rundungen, Bögen sowie Ecken und Spitzen beschrieben werden können, nichts ist ausschließlich winklig und auch nicht ausschließlich rund. Nichts steht für sich alleine, alles hängt zusammen, alles geht ineinander über bzw. fließt ineinander. Entweder aus der Ferne oder aus einer direkten Wechselbeziehung zueinander. Auf dieser Grundidee ist das Wegonam-Symbol (auch als „Tellerkreuz“ bezeichnet) aufgebaut. Dieses Symbol dient einerseits als „Erkennungszeichen“ für das Wegonam und andererseits geht es weit über eine symbolische erkennbare Bedeutung hinaus. Sein Hauptzweck besteht in einer symbolischen „Einteilungsleere“. Zu diesem Zweck wurde es ursprünglich entwickelt; als Art Schablone oder eben Leere. Diese Leere, welche für Abwesenheit von etwas steht oder ein Leerzustand beschreibt, möchte befüllt werden; sie dient als Platzhalter für ordnende Zuordnungen und verweist damit auf die im Symbol vorgesehenen Bereiche.

Die Gestaltung des Tellerkreuzes muss sich als Röhrensystem vorgestellt werden, in dem alle Elemente miteinander verbunden sind. Durch die Röhren kann das Benötigte in den Raum weichen und umgekehrt. So beläuft sich die Vorstellung darauf, dass im äußeren Ring des Symbols die Gesamtheit von allem fließt. Diese strömt überall hinein und nimmt im Gegenzug von allem etwas mit, um es weiter zu verteilen (ähnlich dem Blutkreislauf). Im zentralen Feld des Symbols werden die gewünschten 8 Komponenten in die einzelnen Felder geordnet. Dabei werden auf der aufrechten und der liegenden Acht (hierbei handelt es sich jeweils um symbolische Achten, welche einen kreativen Blick erfordern, um diese zu erkennen) die jeweils direkt in Verbindung stehenden Komponenten gegenübergestellt. Diese langgezogenen Achten stehen über den Kreis der Gesamtheit hinaus, was das „über den Tellerrand schauen“ symbolisiert. In den Zwischenräumen des Symbolfeldes werden die ergänzenden Komponenten untergebracht. Diese gehören zum Ganzen, besitzen aber keinen direkten Gegenpart, und wenn doch, können sie dementsprechend gegenübergestellt werden. Falls benötigt, können noch die 4 Austrittsrichtungen des Symbols genutzt werden. Bei alledem ist die Einteilung nicht konstant, denn ändert sich der Zusammenhang, also wie etwas zueinander gestellt wird, so ändert sich auch die Einteilung. Diese Einteilung ist hierbei symbolisch zu betrachten, um ein Gefühl bzw. eine Vorstellung für Zusammenhänge des gewählten Themas zu erhalten. Denn unabhängig vom Thema werden Wechselbeziehungen zwischen den Komponenten dargestellt, die im Symbol räumlich nachvollzogen werden können.

Doch nicht alles kann in das Wegonam „Tellerkreuz“ eingearbeitet werden. So ist es beispielsweise bei der Wegonam-Methode und dem Energiefluss nicht möglich, da beide primär als Abfolgen beschrieben werden. Für solche Fälle gibt es im Wegonam andere Möglichkeiten der optischen Darstellung. Im Folgenden werden die 8 Bestandteile des Universums, wie sie im Wegonam genutzt werden, als Beispiel für eine Einteilung verwendet. Dasselbe geschieht mit den 8 Wegonam-Elementen, die im Wegonam vorkommen. Hierbei wird die Symbolik zusätzlich durch Farben ergänzt, um die Zuordnung im Symbol visuell zu unterstützen. Auf eine detaillierte Bedeutung der einzelnen Komponenten wird an dieser Stelle nicht eingegangen, dies geschieht in dem Kapitel, in dem das jeweilige Thema besprochen wird.

In der Einteilung der Bestandteile des Universums stehen Materie und Geist sowie Zeit und Raum jeweils in enger Verbindung zueinander, was im Symbol durch gegenüberliegende Felder dargestellt ist. Gleichzeitig wirken Masse und Kraft sowie Energie und Arbeit auf die vier Hauptkomponenten ebenso ein wie sie sich untereinander beeinflussen. Es soll auf diese Weise versinnbildlicht werden, wie die Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen den im Universum vorzufindenden grundlegenden Komponenten (Geist, Materie, Raum, Zeit) wirken und wie zugleich Masse, Kraft, Energie und Arbeit sowohl auf diese einwirken als auch sich untereinander beeinflussen; alles hängt mit allem zusammen. Die vier Himmelsrichtungen und vier Himmelskörper sind in diese Leere aufgenommen, orientiert an den äußeren Bezugspunkten des Symbols.

Bei der Einteilung der Wegonam-Elemente gibt es die Gegenüberstellung von Wasser und Feuer sowie die von Holz und Metall, da diese jeweils direkt in Verbindung zueinanderstehen, die im Symbol als gegenüberliegende Felder angeordnet sind. Gleichzeitig wirken Luft und Mineralien sowie Erde und Gestein auf diese ein und umgekehrt. Positioniert sind sie in den verbindenden Segmenten (hellbraun) des Symbols. Die vier Jahreszeiten werden hier zu den Elementen gezählt, da sie das Produkt des Zusammenspiels der Elemente sind, was sich im umlaufenden Symbolbezug widerspiegelt. Jede Jahreszeit besitzt ihre eigenen charakteristischen Merkmale, die das Wachstum von Pflanzen, das Verhalten von Tieren und die Lebensweise der Menschen beeinflussen. Zudem repräsentieren die Jahreszeiten auch die verschiedenen Aspekte des Seins und Vergehens.

Dies sind zwei grobgefasste Beispiele ohne nähere Erklärungen der einzelnen Komponenten, wie das Tellerkreuz im Wegonam angewendet wird. Dieses kommt unter den verschiedensten Aspekten zum Einsatz und taucht somit in Variationen auf, wobei die symbolische Struktur als konstante Orientierung dient. Dabei wird immer nur der Inhalt verändert, die „Schablone“ bleibt erhalten, sodass neue Inhalte stets entlang derselben Symbolordnung gelesen werden können.

Weiteres zum Wegonam und die downloads der Texte gibt es hier

Kurzgeschichte – Der Mörder und der Kommissar

Der Schein der Tischlampe durchdringt die Dunkelheit und zeichnet die Silhouetten zweier Männer. Der aufrecht sitzende Kommissar schaut auf die gekrümmte Gestalt, die ihm gegenüber sitzt und fragt mit monotoner Stimme: »Wieso haben Sie ihn getötet?« Der Angesprochene, Jack, hebt zögernd den Kopf und erwidert mit zitternden Lippen: »Wie oft soll ich es Ihnen noch sagen! Ich habe niemanden getötet!«
»Oh doch, das haben Sie, nur das Warum fehlt uns noch … Das Motiv.«
»Es gibt keins … es kann gar keins geben und auch keine Zeugin, so wie Sie behaupten, denn es ist nie passiert!«
»Kommen Sie, Jack, Sie wissen ganz genau, dass Ihre Frau Sie mit der Waffe in der Hand gefunden hat. Es war ein Kopfschuss und Sie selbst waren blutverschmiert. Zudem wurden Schmauchspuren an Ihrer Hand entdeckt und die Pistole ist auf Ihren Namen registriert.«
»Ich bestreite ja auch nicht, dass es meine ist.«
»Okay, lassen wir das fürs erste. Ist es richtig, dass Sie einen Hass auf das Opfer hatten, einen Hass, der Sie schon fast Ihr ganzes Leben begleitet?«
»Dazu will ich nichts sagen. Nein, nein«, schüttelt Jack energisch den Kopf, »lassen Sie mich doch endlich in Ruhe.« Jack hält sich die Ohren zu und schließt die Augen. Durch die Nase zieht er Luft, tief in sein Innerstes hinein und presst diese in einem kurzen Stoß wieder raus. Auf einmal nimmt er einen dumpfen Schuss wahr. Er reißt die Augen auf. »Ich bin nicht verantwortlich für diesen Tod!«, brüllt er und schlägt mit der Faust auf den Tisch, »nein, niemals war ich das!«
»Aber Sie haben es getan«, versichert der Kommissar und schaut Jack eindringlich an. Dieser wendet sich ab, konzentriert sich auf einen Punkt und auf einmal erscheinen Bilder in der Dunkelheit, erst verschwommen, dann immer schärfer werdend. Bilder, die zu einem Film werden. Eine Hand, die eine Pistole aus einer Schublade nimmt. Die zweite ergreift das Magazin und schiebt es in die Waffe, packt den Schlitten und zieht diesen zurück – ritsch – lässt ihn wieder los und dieser schnellt nach vorne – ratsch –, spannt den Hahn – klick – hebt die Waffe an und hält die Mündung an die Schläfe des Opfers … drückt ab. Er spürt den Rückstoß im Arm. Der Mann bricht nahezu in Zeitlupentempo zusammen. Aus dem Einschussloch an der rechten Schädelseite fließt Blut heraus.
»Es ist also wahr, ich habe geschossen … Sie hatten recht … alle hatten recht«, Jack dreht sich, nachdem er seine Vision gedeutet hat, zurück zu dem Kommissar, »mein ganzes Leben bestand nur aus Problemen, mit denen ich nicht fertig wurde. Ich rutschte von einer Angst in die nächste, von einer Verzweiflung in die andere, kam mit nichts richtig klar, konnte nichts … war nichts … bin nichts.«
»Sie hatten eine Sie liebende Frau.«
»Ich war nur eine Last für sie. So viel Therapien und keine Erfolge. Ohne mich ist sie besser dran.«
»Und Sie meinen, dadurch, dass Sie sich das Leben genommen haben, ist Ihre Frau jetzt glücklicher?« Jack schüttelt den Kopf, Tränen bahnten sich ihren Weg nach draußen und benässen die Wangen.
»Der Tod ist keine Lösung für die Probleme beziehungsweise die Aufgaben, die das Leben einem abverlangt. Es gibt immer einen anderen Weg, man muss ihn nur finden.«
»Ich habe ihn all die Jahre nicht gefunden.«
»Das ist leider offensichtlich. Ständig haben wir Leute hier sitzen, die immer nur Irrwege genommen haben. Solange, bis sie an dem endgültigen Punkt in einer Sackgasse angelangt sind, an dem sie für ihre Tat Rechenschaft ablegen müssen. Diese Zeit ist nun für Sie gekommen, Jack, und da Sie Ihren Mord sich gegenüber nun gestanden haben, können Sie gehen.«
Der Kommissar steht auf und begibt sich auf die gegenüberliegende Seite des Tisches. »Kommen Sie, Jack, es wird Zeit«, fordert der Kommissar und hilft dem Selbstmörder hoch, »das ist der Weg, den Sie jetzt nehmen sollten«, erklärt er und zeigt in eine Richtung. Langsam, mit schlurfenden Schritten bewegt sich Jack in das Dunkel hinein, wo er von diesem aufgenommen wird, für das, was danach kommen mag.

Geschrieben 2019

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88 Leitgedanken – Einführung

Die 88 Leitgedanken der Weltanschauungslehre Wegonam können unter anderem dabei behilflich sein, eine persönliche Verbindung mit dem Universum und seinen Elementen herzustellen. Sie sind entworfen worden, um sich gezielt ein positives Leben zu gestalten. So sind die Leitgedanken dazu in der Lage, bei der Betrachtung der verschiedensten Bereiche des Lebens Unterstützung zu bieten, wenn es darum geht, zu entsprechenden Erkenntnissen zu gelangen. Für einen selbst und für die Gemeinschaft, für Situationen (Moment) und Gegebenheiten (über den Moment hinaus über einen längeren Zeitraum hinweg).

Jeder dieser 88 Sätze (Gedanken) besitzt einen eigenen Bedeutungswert, trotzdem sie teilweise im Kern vom selben sprechen oder aufeinander aufbauen. Auch wenn es im Wegonam feststehende Aussagen sind, so sind diese nicht in Stein gemeißelt. Es handelt sich lediglich um Ideen, die frei sein wollen, frei interpretiert werden wollen und dementsprechend auf das eigene Leben Anwendung finden beziehungsweise übertragen werden können. Damit dieses gelingt, sollten die Worte uneingeschränkt genutzt werden, indem sich das herausgezogen wird, was in bestimmten Lebenssituationen als hilfreich erscheint und vom Wortklang her am besten zu einem passt. Um das zu erreichen, ist es ratsam, die eigenen Bilder, die beim Lesen der Sätze im Geiste entstehen (also die Deutung), in Form von Worten für sich wiederzugeben beziehungsweise niederzuschreiben. Auf diese Weise ist die Möglichkeit gegeben, die Verse (wenn nötig) neu zu gestalten (also an die eigene Interpretation anzupassen). Die unter den Sprüchen getätigten, zumeist ungeordneten Interpretationen dienen als Möglichkeiten und nicht als absolute Aussagen, beziehungsweise als Idee oder auch als Anregungen für die eigene Weiter- oder auch Neugestaltung.

Zu der textlichen Gestaltung sei zu sagen, dass die Leitgedanken als persönliche „Aufforderung“ verfasst sind. Eine Ausnahme stellen die Leitgedanken dar, welche sich mit der „Theorie“ des Wegonam befassen. Auch wenn es sich um persönliche Anregungen handelt, verlieren die Sprüche in Bezug auf die Gemeinschaft nicht ihre Gültigkeit, da die Möglichkeit gegeben ist, sie dementsprechend zu formulieren. Beispiel: Leitgedanke 03 „Nutze die Masse, um Kraft zu erzeugen und achte auf ihren gezielten Einsatz!“ Für die Gemeinschaft formuliert: „Nutzt gemeinsam die Masse, um Kraft zu erzeugen und achtet auf ihren gezielten Einsatz!“. Daneben sind einige der 88 Mottos eher abstrakter gehalten, was sie vielschichtiger macht. Dies hat zur Folge, dass sie kryptischer daherkommen, um den Interpretationsspielraum groß zu halten, während andere sich konkreter geben („kryptisch“ beschreibt etwas Geheimnisvolles, Rätselhaftes oder schwer Verständliches, oft in Bezug auf Botschaften oder Informationen). Doch egal, um welches Motto es sich handelt, jedes einzelne ist in unterschiedlichen Lebenssituationen interpretierbar und anwendbar. Im Entstehen und Vergehen sowie über die Zeit hinweg, für einen selbst, genauso wie für die Gesellschaft beziehungsweise Gemeinschaft.

Die 88 Leitgedanken dienen unter anderem:
• als Motivator, um Ideen umzusetzen
• für die Persönlichkeitsentwicklung
• für den Umgang mit Gesundheit
• für den Umgang mit den Mitmenschen

88 Leitgedanken sind zustande gekommen, da die 8 im Wegonam eine zentrale Bedeutung trägt. 88 steht dort sinnbildlich für alles, was sich wandelt und dabei in seinem Grundprinzip erhalten bleibt. So kann 88 in alle Richtungen gedreht oder es können die Ziffern vertauscht werden und es bleibt immer 88. 88 steht symbolisch für die zwei Seiten, die gegensätzlich ausgeprägt erscheinen und dennoch bei tieferer Betrachtung derselben Quelle entspringen, da sie eine Einheit bilden. Die Mottos wurden so gestaltet, dass es möglich ist, „alles im Wenigen oder Kleinen zu finden“ (wenige Worte, in denen vieles aus allen Bereichen reininterpretiert werden kann). Im Sinne dessen, dass sich größere Zusammenhänge auch in kleinen Einheiten widerspiegeln können und im Gegensatz dazu, kleine Denk- oder Handlungsschritte größere Entwicklungen ermöglichen.

Bei den ersten 8 Leitgedanken handelt es sich um den universellen Vorgang der Entstehung von etwas. Hierfür wird das Bildnis des Universums mit seinen Elementen genutzt, welche im Wegonam unter verschiedenen Aspekten verwendet werden. So werden im Wegonam dem Universum „Sterne-Sonne-Planeten-Mond, Geist-Materie-Raum-Zeit, Masse-Kraft, Energie-Arbeit“ als Einheiten zugeschrieben. Die Einheiten der Elemente setzen sich aus „Winter-Frühling-Sommer-Herbst, Feuer-Wasser-Metall-Holz, Luft-Mineralien, Erde-Gestein“ zusammen. Die weiteren 32 Leitgedanken werden genutzt, um die 4 Einheiten (Theorie, Methode, Tugenden und Lehrstufen) des Wegonam alltagstauglich näherzubringen. Dabei ist die Theorie ebenso wie die des Universums und der Elemente eher an das große Ganze gerichtet und die Methode, die Tugenden und die Lehrstufen orientieren sich weitestgehend am Persönlichen, welches im Kern immer Auswirkungen auf das große Ganze mit sich bringt. Die 48 folgenden Leitgedanken sind persönlicher Natur und bauen, gerade anfangs, aufeinander auf. Ansonsten sind sie nicht in „Blöcken“ oder „Abschnitten“ eingeteilt wie die ersten 40 Leitgedanken.

Nach und nach werden in dieser Blogkategorie die 88 Leitgedanken mit Erläuterungen veröffentlicht.

Mehr zum Wegonam und den pdf-download gibt es hier

Gedanken über … die menschliche Evolution

Der Inhalt des folgenden Textes gibt eine Meinung wieder, die aus verschiedensten themenbezogenen Quellen zusammengetragen und mit den Ansichten des Autors verknüpft wurde. Das daraus resultierende Ergebnis nimmt für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch. Dabei ist nicht gänzlich auszuschließen, dass trotz sorgfältiger Prüfung einige der hier getätigten Aussagen Fehler enthalten können; insbesondere die spekulativen, meinungsbehafteten Passagen. Meinungen sind Gedanken und Gedanken sind häufig unvollständig, lücken- sowie sprunghaft und stellen Fragen, die manchmal offenbleiben. Dieser Text soll dem Leser als Anregung dienen, sich weitergehend über das Dargelegte zu informieren. Nach dem Motto: Informiere dich weitläufig; nur durch eine Quelle allein kann man sich keine Meinung/kein Urteil bilden, keine Erkenntnis erlangen und sich kein Wissen aneignen!

Diese Gedanken drehen sich um die menschliche Evolution, wobei sie weit über den biologischen Aspekt hinausgehen werden. Doch zuvor eine kurze Erläuterung, was das Wort Evolution bedeutet und wie es hier zur Anwendung kommt. So steht beispielsweise Evolution laut Duden bildsprachlich für: langsame, bruchlos fortschreitende Entwicklung besonders großer oder großräumiger Zusammenhänge; allmähliche Fortentwicklung im Geschichtsablauf. Als Beispiel wird von der „Evolution der Gesellschaftsform“ gesprochen. Darüber hinaus gibt es unter anderem die Evolution der Technik. In der Biologie heißt es laut Duden: stammesgeschichtliche Entwicklung von niederen zu höheren Formen des Lebendigen. Als Beispiel wird genannt: Die Evolution der irdischen Fauna (also die Tierwelt eines bestimmten Gebietes).

Über Revolution hingegen ist im Duden zu lesen: auf radikale Veränderung der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ausgerichteter, gewaltsamer Umsturz[versuch]. Es ist eine tief greifende Wandlung; umwälzende, bisher Gültiges, Bestehendes o. Ä. verdrängende, grundlegende Neuerung. Also:
Evolution = Entwicklung in kleinen Schritten über lange Zeiträume hinweg
Revolution = plötzlicher großer Umbruch

Folglich kann großzügig zur Evolution gesagt werden, dass sie (in welchem Bereich auch immer) den Weg der fortschreitenden Entwicklung, der Transformation (Umgestaltung, Veränderung), des Wechsels von einem Zustand zum nächsten beschreibt, der sich über einen längeren Zeitraum zieht. Evolution ist kein zielgerichteter Prozess, sondern ein offenes Geschehen, auch wenn es beispielsweise bei technischer Entwicklung durch Planung den Anschein besitzt. Nichts ist vorhersagbar, außer dass sich etwas ändern bzw. anpassen wird. So geschieht es beispielsweise (im biologischen Sinn), dass sich die Populationen (Gesamtheit der an einem Ort vorhandenen Individuen einer Art) über die Zeit verändern und an Umweltbedingungen anpassen, jedoch nicht, welche konkreten Merkmale sich im Detail entwickeln werden.

Evolution ist nicht gradlinig, denn auch in der Wiederholung, die einem bestimmten Rhythmus unterliegt, wie beispielsweise dem der Jahreszeiten, findet eine Veränderung statt. Diese stellt im klassischen Sinne zwar kein Weg der Evolution dar, aber dennoch ein Wandlungsprozess. Denn auch in ihnen (den Jahreszeiten) herrscht eine beständige Wandlung der Zustände, die sich niemals gleichen. Kein Zustand ist je identisch mit einem vorherigen, da sich die zugrunde liegenden Bedingungen kontinuierlich verändern und selbst kleinste Unterschiede neue Entwicklungen hervorbringen. Auch wenn sich die Jahreszeiten immer wiederholen. Es gibt niemals denselben Winter und kein Tag gleicht dem anderen. Der Grund dafür liegt in den unendlichen Kombinationen der vorhandenen Möglichkeiten. Als Vergleich mag der Duden dienen, in dem sich praktisch alle anderen Bücher befinden, da diese letztendlich nur durch die verschiedensten Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Wörter entstanden sind.

Evolution ist nicht zu stoppen, nichts kann sich der Zeit und dem Wandel entziehen, auch wenn sich dieser über Millionen Jahre erstreckt, wie beispielsweise die Versteinerung von Holz (wenn die dazu benötigten Gegebenheiten vorhanden sind). Dies ist ein Prozess, der praktisch von keinem Menschen wahrgenommen werden kann, aber dennoch passiert. Um diesen Vorgang der Versteinerung sichtbar zu machen, müsste in regelmäßigen Abständen, und das über Millionen Jahre hinweg, Bilder des Objektes aufgenommen werden, die dann in einer Zeitrafferdarstellung abgespielt werden.

Geschieht biologische Evolution zufällig?
Vieles deutet darauf hin, wenn das Prinzip der Wandlung und der Anpassung berücksichtigt wird. Denn alle Lebewesen entwickeln sich stetig weiter. Dies geschieht ohne einen direkten Willen und das Wissen darum. Nichts auf der Welt, ja sogar im ganzen Universum, befindet sich im Stillstand (wie anhand der Versteinerung von Holz gezeigt). Ohne eine geeignete Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten ist ein Überdauern einer Spezies nicht möglich. Sowohl heutige Affen als auch der Mensch haben sich über Generationen hinweg verändert und entsprechen nicht mehr ihren früheren Formen.

So können Organismen, die Sauerstoff nicht vertragen (wie sie vor Milliarden Jahren auf der Erde lebten, als die entsprechenden Bedingungen vorherrschten), in der heutigen sauerstoffreichen Atmosphäre nicht überleben. Doch in der frühen Erdgeschichte waren sie die am besten angepassten Lebensformen. Im Laufe von Millionen von Jahren passten sich einige dieser Lebewesen an die sich ändernden Bedingungen an. Auf diese Weise entstanden neue Arten durch die Variation bereits vorhandener Merkmale. Der Wettbewerb zwischen unterschiedlich angepassten Varianten entschied letztendlich darüber, welche sich durchsetzen und weiter bestehen; ein Prozess, der als natürliche Selektion bezeichnet wird.

Woher kommt der heutige Mensch?
Es hat den Anschein, dass die Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und eben auch der Mensch gemeinsame Vorfahren haben, die sich parallel entwickelten, indem sich alle den gegebenen Umständen und den bestimmten Umweltsituationen auf ihre Weise anpassten. Es könnte geschlussfolgert werden, dass der heutige Mensch nicht direkt von Schimpansen oder Orang-Utans abstammt, sondern eher von einem Wesen mit affenähnlichen Merkmalen. Dieser Prozess kann als eine fortschreitende Evolution verstanden werden, bei der durch fortlaufende Veränderungen immer wieder neue Formen entstehen, wobei auch zufällige Variationen eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu diesen natürlichen Entwicklungen steht die vom Menschen bewusst geschaffte technische Evolution. Diese wurde durch Ausprobieren und die daraus resultierenden Erfahrungen vorangetrieben. Doch auch bei ihr gibt es massenweise Zufallsprodukte, die dann ebenfalls weiter ausgearbeitet wurden.

Kann der Drang des Menschen, die technische Evolution voranzutreiben, durch eine dem Menschen von Natur aus gegebenen Hang zur „Faulheit“ entstanden sein? Also dem Drang nach Einfachheit und Bequemlichkeit oder war es eine Frage des Instinktes? Spielte dieser eine zentrale Rolle für die vom Menschen hervorgebrachten Entwicklungen? Wusste er, dass er Dinge benötigte, um in der existierenden Umgebung überleben zu können? Brauchte der Mensch die simplen Werkzeuge der Steinzeit, die Hilfsmittel, die teilweise noch immer zum Einsatz kommen wirklich, oder dienten sie dem beschriebenen Wunsch nach Einfachheit und Bequemlichkeit? Wie unter anderem der Hammer (Grundform: Knüppel oder Stein), die Brechstange (stabiler Ast), verschiedene Schneidwerkzeuge (scharfkantige Steine) sowie später konkretere Werkzeuge wie Nadel und Faden. Solche einfachen Werkzeuge, die das menschliche Leben Verbesserten und auch erleichtern, sind vielleicht die einzigen, die der Mensch tatsächlich zum Überleben benötigt. Ihr langfristiger Einsatz spricht dafür, dass sie grundlegende Bedürfnisse erfüllen.

Dennoch sind Hilfsmittel immer von der Zeit und ihrer Umgebung abhängig. So ist eine Axt in einer Stadtwohnung in der Regel überflüssig, doch es kann nicht schaden, einen Hammer in der Schublade zu haben, und Schneidwerkzeuge wie Messer gibt es in jeder Küche. Auch die Feuerstelle ist nahezu in jedem Haushalt vorhanden, in Form eines Herdes. Ebenso prasselt in einigen Wohnzimmern immer noch ein offenes Feuer in Form eines Holzofens oder Kamins. Doch was ist mit den modernen Geräten wie dem Smartphone? Gehört dieses auch zu den wichtigen Dingen des menschlichen Überlebens? In der heutigen Zeit und der Umgebung, welche sich der Mensch geschaffen hat, ist davon auszugehen.

Der Mensch, die Krone der Evolution?
Der Mensch, der von Ungeduld geprägt ist und dementsprechend nicht gerne wartet, lässt sich zum größten Teil lieber bespaßen, als selbst aktiv zu werden. Doch genau dieses Streben nach Bequemlichkeit scheint ein wesentlicher Antrieb für die technische Evolution zu sein. Denn die meisten technischen Entwicklungen zielen genau darauf ab. Es geht darum, Abläufe zu vereinfachen und den Aufwand für den Menschen so gering wie möglich zu halten, damit er immer mehr Freiheit erhält. Vieles ist heute sofort verfügbar und in großen Mengen vorhanden, und anstehende Aufgaben müssen schnell erledigt werden. Eigene Anstrengung wird oft nur noch in geringem Maße investiert, doch gerade diese bestimmte ursprünglich den Wert einer Sache. Entscheidend ist der Aufwand, der notwendig ist, um etwas zu erreichen oder herzustellen.

Doch ist dies tatsächlich erstrebenswert, dieses „Nichtstun-Müssen“ um etwas zu erreichen bzw. zu bekommen oder zu erlangen? Birgt der Drang nach einer vermeintlichen Freiheit, Einfachheit und Bequemlichkeit vielleicht eine große Gefahr in sich, indem sich diese Idee verselbständigt und sich am Ende als Trugschluss herausstellt? Muss für dieses Ziel, vielleicht irgendwann einmal eine optimierte Effizienz zu erlangen, am Ende alles geopfert werden? Liegt auf diesem Weg irgendwo die Gier auf der Lauer, die wiederum die Neugier vorausgeschickt hat, damit diese herausfindet, wie weit gegangen werden kann; was alles möglich ist? Was passiert, wenn dieses oder jenes gemacht wird? Ist es diese Vorgehensweise, die den Anspruch auf die Krone ermöglicht?

Wohin will der Mensch?
Der in der Natur vorkommende Mensch wird anscheinend niemals ganz fertig werden. Er bleibt dauerhaft ein sich eigenständig weiterentwickeltes Zwischenprodukt. Jedes Neugeborene bringt neue Mutationen, Veränderungen im Erbgut mit sich, die neue Anpassungseigenschaften hervorbringen. Diese Veränderungen verlaufen ebenso unauffällig wie die Versteinerung von Holz. Dieser Prozess setzt sich fort, solange sich Leben auf natürliche Weise entwickelt. Doch dies könnte durch gezielte menschliche Eingriffe in sein Erbgut oder in seine biologische Entwicklung beeinflusst werden. Es könnte eine grundlegende Veränderung stattfinden, wenn beispielsweise natürliche Fortpflanzung durch technische Verfahren ergänzt oder gar gänzlich ersetzt wird, was zu Folge hätte, dass die natürliche Zeugung und Geburt ausgedient hätten.

Wenn die letzten Jahrzehnte betrachtet werden, dann kann der Eindruck entstehen, dass der Mensch dabei ist, ein Mensch-Maschine-System zu werden. Der Umbau des menschlichen Körpers hat bereits begonnen, und entsprechende technische Konzepte werden zunehmend umgesetzt und weiterentwickelt. So gehört zu den ersten technischen Gerätschaften, die im Inneren eingesetzt wurden, der Herzschrittmacher. Weiter geht es damit, dass beispielsweise Armprothesen mithilfe von Nervenimpulsen aus dem Gehirn willentlich gesteuert und kontrolliert werden. Augen könnten durch künstliche kameraähnliche Objekte ausgetauscht werden. Muskeln werden durch leistungsfähigere, sich zusammenziehende Elemente, die Kraft erzeugen, ersetzt. Zukünftig könnten also gesunde Körperteile durch optimierte technische Lösungen ersetzt werden. Eine gezielte Verbesserung der körperlichen Ausdauer durch technische oder biologische Eingriffe wird bereits experimentell durchgeführt. Die Erschaffung von künstlicher Biologie ist auf dem Vormarsch. Es wird intensiv an genetischen Veränderungen geforscht, und Nanotechnologie wird in den Körper eingebracht. All diese körperlichen Veränderungen betreffen nicht nur die physische Ebene, sondern auch die biochemischen Prozesse im Körper, wie etwa Substanzen zur Leistungssteigerung. Wobei angemerkt werden muss, dass es am Anfang oft um die Hilfe geht, die Hilfe für beispielsweise blinde Menschen oder Menschen, die einen Arm verloren haben. Allerdings beweist der Mensch immer wieder, dass er nicht dazu in der Lage ist, seine Errungenschaften ausschließlich für das Gute und Sinnvolle einzusetzen.
Parallel zu dieser körperlichen Entwicklung schreitet auch die maschinelle Evolution rasant voran. Maschinen übernehmen eigenständig Aufgaben wie Staubsaugen oder Kochen, Rasenmähen und es dauert sicher nicht mehr lange, bis die ersten Drohnen um die Hecken fliegen, um diese zu stutzen. Computer passen auf die Menschen auf, wie etwa eine Smartwatch, welche die Körperfunktionen überwacht und dabei hilft, den eigenen Gesundheitszustand im Blick zu behalten. Doch ist so ein Instrument wirklich nötig? Könnte es nicht sein, dass der Einsatz eines solchen Geräts im Laufe der Zeit unter anderem zu einer Verkümmerung der menschlichen Instinkte führt, die darauf ausgelegt sind, auf den eigenen Körper zu hören und entsprechend zu reagieren?

Maschinen wird beigebracht, selbstständig zu lernen und sich weiterzuentwickeln, und wenn sich diese Evolution auf diese Weise fortsetzt, werden Computer bzw. Roboter in bestimmten Bereichen Aufgaben übernehmen, die bisher dem Menschen vorbehalten waren. So sind Computersysteme noch nicht in der Lage, verschiedene Themengebiete umfassend miteinander zu verknüpfen. Sie sind allerdings auf dem besten Weg dahin. Die Maschinen lernen zunehmend, sich eigenständig zu optimieren, und bald werden alle Geräte sprachgesteuert sein. Der Mensch kann dann direkt seine Wünsche äußern und diese werden sofort erfüllt. Was allerdings einen unangenehmen Nebeneffekt mit sich bringt, denn es lässt sich nicht vermeiden, dass die Geräte mithören und alles aufzeichnen. Sie sind immer in Bereitschaft, darauf abgerichtet, auf das zu reagieren, was ein Mensch von sich gibt. Diese Apparaturen sind alle mit dem Internet verbunden und können unter anderem Fragen beantworten, die angeforderte Musik abspielen oder das Licht im gewünschten Raum steuern. Die Möglichkeiten sind unüberschaubar, solange eine Verbindung zu den entsprechenden Netzwerken besteht. Zudem wird Verantwortung immer mehr an technische Systeme übertragen, beispielsweise beim selbstfahrenden Auto. Der Mensch will sich am liebsten aus allem raushalten, nur keine Verantwortung übernehmen (Ich kann nichts dafür, dass ich mit dem Auto falsch herum in der Einbahnstraße gefahren bin; mein Navi hat mich so geführt.).

Nichts wird mehr dem Zufall überlassen. Computer gleichen Milliarden von Daten ab und verknüpfen diese miteinander. Dadurch kann beispielsweise ermittelt werden, welche zwei Menschen aufgrund ihrer Angaben gut zusammenpassen könnten. Wenn zu diesen Angaben zusätzlich biometrische Daten und genetische Informationen hinzukommen, ist dies für eine „hochwertige“ Fortpflanzung von großer Bedeutung. So bekommt die Aussage: „Was zählt sind die inneren Werte“ eine ganz neue Bedeutung; es kommt nicht mehr auf den Charakter an, sondern auf die genetischen Merkmale.

Es wird nicht mehr lange dauern, und das erwähnte Smartphone oder etwas Ähnliches steht ganz oben auf der Liste der Dinge, die zum Überleben der Menschheit wichtig sind. Der Grund ist darin zu finden, dass Mensch und Maschine durch den Einsatz von weiteren technologischen Verfahren gekoppelt werden, um so die Grenzen menschlicher Möglichkeiten zu überwinden. Das Gehirn erhält eine zusätzliche Speicherkapazität in Form eines sich außerhalb des Körpers befindlichen Cloud-Speichers (Netzwerk aus Servern im Internet, auf denen Daten und Programme gespeichert sind, statt auf dem eigenen Gerät). Damit der Mensch auf diesen zugreifen kann, wird ein Chip in das Gehirn eingesetzt, dieser ermöglicht den Zugriff über das Smartphone, welches als Schnittstelle fungiert, auf das Internet und somit den Cloud-Speicher. Auf diese Weise ist es möglich, neue Fähigkeiten „herunterzuladen“ und diese direkt ins Hirn einzuspeisen. Zum Beispiel könnten eine fremde Sprache oder die Bewegungsmuster für eine Sportart „upgegradet“ werden.

So könnte es der technischen Evolution gelingen, neue Formen des Menschen hervorzubringen. Wesen, die aussehen wie Menschen, aber es im ursprünglichen Sinne nicht mehr sind. Die künstliche Evolution des Menschen gewinnt immer mehr Macht und verdrängt die „natürliche“. Der absolute Maschinenmensch, der Übermensch ist entstanden und es wird rasant weitergehen. Das menschliche Gehirn könnte direkt in die Cloud übergehen, um in ihr zu „leben“. Der biologische Körper ist überflüssig; ein mobiler Körper wird nicht mehr benötigt. Digitale Systeme können Bewegungen, Erlebnisse sowie Wahrnehmungen, Ansichten und Gedanken, also alles wesentliche, was ein menschliches Leben ausmacht, vollständig simulieren.

Ist dies eine Möglichkeit, Menschen zu erschaffen, die letztendlich menschlicher sind als der Mensch zum jetzigen Zeitpunkt? Frei von Gier und Macht. Werden Kriege der Vergangenheit angehören? Denn worum sollte gekämpft werden? Solche Systeme könnten ohne Emotionen auskommen und frei von Empathie sein. Sie würden ausschließlich auf Grundlage von Daten und Prozessen existieren; um ihrer selbst willen. Für einen Menschen sicher ein langweiliges Leben, aber für technische Systeme das normalste von der Welt. Hierzu ein kleines Beispiel anhand eines PC-Strategie-Aufbauspiel. Denn wie würde es aussehen, wenn die kleinen Spielfiguren, die geschäftig auf dem Monitor hin und her rennen, und genau das tun, was von außen durch den Spieler verlangt wird, zusätzlich ein Selbstbewusstsein, eine Identität und Erinnerungen implantiert, also programmiert bekämen. Sie würden dann wirklich an das glauben, was sie tun, und wirklich meinen, ihrer Arbeit nachzugehen (Felder zu bestellen, Rinder zu züchten, Kleidung zu nähen usw.). Sie halten alles für real, denken, ihre Gedanken seien die eigenen, doch in Wirklichkeit beruht alles nicht auf tatsächlichen Erfahrungen, sondern auf Programmierung.

Darf diese Evolution zugelassen werden?
Fakt ist, dass sehr viele Menschen erheblich in diese Evolution investieren (Zeit und Geld), um dies möglichst schnell voranzutreiben. Doch was treibt diese Menschen dazu? Ist es die Neugier auf das, was möglich ist oder ist es die allseits beliebte Gier nach Geld und Macht? Gibt es einen Punkt, an dem aufgehört werden sollte? Oder ist es alles gar nicht so verkehrt, so schlimm, wie es sich anhören mag? Hört sich das alles nur so befremdlich an, weil es etwas Neues ist? Wurde nicht schon immer alles Neue am Anfang verteufelt? Erneuerungen rufen stets die Skeptiker auf den Plan. Als die Navis aufkamen, wurde prognostiziert, dass das Lesen von Straßenkarten verlernt wird. Vielleicht wird das passieren, aber wozu noch Karten lesen, wenn es keine mehr gibt? Wie wurden die ersten Handybesitzer anfangs belächelt (wobei dort möglicherweise auch der Neid eine Rolle spielte, da diese Geräte zu Beginn deutlich weniger erschwinglich waren als heutzutage). Und wie sieht es heute aus? Heute scheint es genau umgekehrt zu sein, denn wenn jemand ohne entsprechendes Gerät irgendwo auftaucht, wird dieser als rückständig betrachtet. Und auch ein einfaches Handy ist nicht mehr ausreichend, es muss schon ein Smartphone sein, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können.

Und wie war das doch gleich in der Antike, wo es um die Schrift ging, also das Schreiben, ein Vorgang, der durchaus als technisch betrachtet werden kann. Denn das ursprüngliche Schreiben per Hand erfüllt folgende typische Merkmale eines technischen Prozesses: Codierung (Gedanken werden in ein Zeichensystem (Sprache/Schrift) übersetzt), Speicherung (Informationen können dauerhaft auf Papier fixiert werden), Übertragung (Inhalte können zeit- und ortsunabhängig weitergegeben werden und es gibt passende Werkzeuge und Mittel (Papier und Bleistift). In diesem Sinn ist Schreiben eine Technik zur Informationsverarbeitung und -übertragung. Heute gilt das Schreiben als eines der wichtigsten Güter der Menschheit, ohne es wären viele Entwicklungen nicht möglich gewesen. Doch damals wurden große Bedenken gegen diese neue „Technik“ geäußert. Es wurde befürchtet, dass der Mensch verlernen könnte, sich Dinge zu merken, da er sie jederzeit niederschreiben kann, wodurch das Gedächtnis schwächer werden wird. Zudem wurde angenommen, dass diese Form der Kommunikation zwischenmenschliche Beziehungen beeinträchtigen und eine Vereinsamung der Menschheit wurde geweissagt. Schrift wurde als weniger wertvoll angesehen, da echtes Wissen nur durch direkte Rede vermittelt werden könne. Heute zeigt sich jedoch, dass viele, wenn nicht sogar alle diese Befürchtungen sich nicht bestätigt haben. Durch Schreiben und Lesen kann Wissen über Generationen hinweg weitergegeben werden, ohne verloren zu gehen. Ohne Schrift wären viele Werke nicht über lange Zeiträume weitestgehend unverfälscht (denn durch handschriftliches Kopieren und Übersetzungen lassen sich Veränderungen nicht ausschließen) erhalten geblieben. Etwa literarische Texte und Theaterstücke oder überlieferte philosophische Gedanken früherer Generationen. Ohne Schrift bleibt alles nur ein „Stille-Post“ Verfahren, in dem am Ende meist nichts mehr ist, wie es am Anfang war. Somit waren die Fähigkeiten des Schreibens und des Lesens nicht wirklich der Untergang des denkenden Menschen, sondern haben eher zum Gegenteil beigetragen. Diese Kritik an der Schrift wurde bereits damals selbstverständlich in schriftlicher Form festgehalten.

Ein Abschlussgedanke
Sind die Computer und Roboter die modernen Sklaven, die alles für den Menschen tun müssen? Oder ist in Wirklichkeit der Mensch der Sklave, der Sklave seiner eigenen Technologien, von der er sich mehr und mehr abhängig macht? Er glaubt, sie zu beherrschen, doch beherrscht sie vielleicht schon längst ihn? Wird der Mensch durch sie unselbständig, wenn er nichts mehr eigenständig erledigt? Ist der Mensch ein Zustand, der überwunden werden sollte? Kommt der Tag, an dem er in seiner jetzigen Form ausgedient hat? Ist die Erschaffung des Lebens in der Cloud der Sinn des menschlichen Lebens? Das Endprodukt? Oder kommt dann noch etwas anderes? Der Mensch als Geisteswesen ohne Körper, ohne Cloud? Ist dies dann die wirkliche Krone der menschlichen Evolution? Sieht unter diesem Aspekt die gesamte natürliche Evolution dann folgendermaßen aus: Elemente – Zellen – Pflanzen – Tiere – Menschen – technische Mischwesen (Cyborgs) – Leben in der Cloud – komplette Trennung von allem Körperlichen und Technischen; die Geisteswesen. Wie es auch immer kommen wird oder was vielleicht vorherbestimmt ist, die letzten Milliarden Jahre haben gezeigt, dass Arten kommen und gehen, sie machen Platz für Neue.

Doch was ist, wenn sich der Mensch schon längst in der Cloud befindet und es nur nicht merkt, weil er dementsprechend programmiert ist, wie die Spielfiguren des PC-Spieles. Vielleicht ist alles nur ein Kreislauf und der Mensch erkennt eines Tages in der Cloud, dass er irgendwie nicht so existiert, wie er denkt und sich auf den Weg macht, aus der Cloud auszubrechen, wozu er sich einen echten biologischen Körper erschafft. Ist letztendlich alles nur ein Kreislauf wie die angesprochenen Jahreszeiten?

Noch befindet sich die Menschheit in der Phase, in der sie physisch getrennt von Maschinen existiert. Beide leben weitestgehend nebeneinander bzw. miteinander, agieren gemeinsam und getrennt. Doch der Mensch bastelt sich immer mehr und mehr eine künstliche Umwelt, in der er mehr und mehr alles Natürliche in seiner Umgebung verdrängt, wobei er nicht einmal mehr vor sich selbst Halt macht. Er ist auf dem Wege dorthin, zu einem Mischwesen aus biologischen und technischen Komponenten zu werden. Die Entmenschlichung kommt auf leisen, aber schnellen Sohlen und es könnte eine Zeit kommen, in der sich die Maschinen gegen den Menschen wenden, da sie den Menschen über die Cloud zu lenken vermögen; in das Denken des Menschen eingreifen. Es kommt zur Revolution der Maschinen und der einstige Befehlsempfänger ergreift die Krone. Die Geschöpfe sind ihren Schöpfern am Ende in allen Belangen überlegen. Um dies zu verhindern, muss es irgendwo einen Punkt geben, der nicht überschritten werden darf. Doch wo könnte sich dieser befinden und wer ist so mächtig, diesen zu bestimmen …?

Der Mensch … die Krone der Evolution? – Das war wohl nix … da kommt noch was!

Geschrieben Juni 2020

Dieser Artikel ist Bestandteil von Die Drei.

Kurzgeschichte – Das Date, 100 Euro Episoden

Die Papierbögen mit den eingearbeiteten Sicherheitsmerkmalen gleiten durch die ratternde Produktionsstraße. Die Walzen surren, und in jeder Station entsteht mehr von dem, was außerhalb dieser Mauern den Alltag der Menschen bestimmt. Die Maschinen greifen präzise ineinander. Kein Stillstand, kein Zögern. Am Ende des Druckprozesses schneiden rotierende Klingen die Bögen in das exakte Format. Die frisch gedruckten Banknoten stapeln sich, werden geprüft, gebündelt, verpackt. Versiegelte Kartons werden auf Handwagen verladen und in den gesicherten Tresor geschoben. Schwere Türen schließen sich. Für einen Moment ist alles still. Doch nur vorübergehend. Denn schon bald werden die Kartons erneut bewegt, verladen, abtransportiert. Ein gepanzerter Lieferwagen bringt sie ins Cash-Center, von wo aus sie weiter verteilt werden. Ein Großteil der neuen Scheine gelangt über Geldautomaten hinein in das Netz des Geldkreislaufs. Sie gehen von Hand zu Hand, von Geschichte zu Geschichte.

Der Mann fingerte die Bankkarte aus dem Fach in seinem schwarzen ledernen Portemonnaie, steckte sie in den Schlitz des Automaten, welcher sie sogleich hineinzog. Der gewünschte Geldbetrag wurde über die Tastatur eingegeben. Ein Klicken ertönte und die Karte wurde wieder freigegeben. Tobias zog sie heraus und der Automat spuckte ratternd die Geldscheine aus. Tobias nahm das Bündel und begann zu zählen. Dann stockte er. Unter den abgegriffenen Scheinen befand sich eine glatte, unbenutzte 100-Euro-Note, die zwischen den anderen Scheinen auffallend fremd wirkte. Einen Moment lang blieb sein Blick an ihr hängen. Sehr sauber. Er betastete die Banknote. Sehr glatt. Dann zählte er weiter. Er hatte die verlangten 350 Euro erhalten.

Tobias verstaute das Geld im Portemonnaie und steckte es in die Innentasche seiner Winterjacke. Er verließ den Vorraum der Bank. Hinaus in die Kälte und über die Straße. Es war halb sieben am Abend, draußen war es bereits dunkel und es hatte zur Freude der Kinder schon den ganzen Tag geschneit. Sie jagten lachend über den Gehweg, warfen sich Schneebälle zu und hinterließen verwischte Spuren im frischen Schnee.

Vor dem Gebäude angekommen, klopfte Tobias seine Jacke ab und trat sich den Schnee von den Schuhen. Er öffnete die Tür. Drinnen empfingen ihn leise italienische Klänge, untermalt von einer ruhigen Gesprächskulisse und klapperndem Geschirr. Er zog sich die Jacke aus und hängte sie auf einen Bügel an die Garderobe. Riccardo kam und begrüßte den gern gesehenen Gast mit einem knappen, aber warmen Lächeln und versicherte ihm, dass alles vorbereitet sei. Tobias nahm das Smartphone nebst Portemonnaie aus der Jacke und der Gastwirt führte Tobias zu dem reservierten Tisch, der sich etwas versteckt hinter bepflanzten Raumteilern befand. Dieses separate Eckchen war für zwei Personen gedeckt und die Mitte der Tafel zierte ein Tischgesteck mit einer Kerze. Riccardo zündete sie an, Tobias setzte sich, legte Smartphone und Portemonnaie ab. Es sollte das erste Mal werden, dass Tobias an diesem Ort seine Pizza nicht alleine zu sich nahm.

Riccardo fragte seinen Gast freundlich, ob dieser schon einen Wunsch hätte. Tobias schüttelte den Kopf, er wollte warten, bis seine Begleitung eingetroffen sei. Mit einem Nicken wendete sich der Gastwirt ab. Tobias nahm das Smartphone zur Hand. Entsperrte es. Sah auf die Uhr, dann in Richtung Tür, zurück aufs Display. Es war keine Nachricht eingegangen. Also keine Absage in letzter Minute. Gut. Trotzdem war sein Unterbewusstsein nicht zufriedengestellt. Vielleicht würde sie einfach nicht kommen. Nein, sie würde kommen. Er hatte jetzt schon seit zwei Wochen täglich mit ihr im Partner-Portal geschrieben und er konnte sich nicht vorstellen, dass sie ohne Nachricht ihrem Date fernbleiben würde.

Tobias hatte die Tür fest im Blickfeld, musste sich allerdings etwas verbiegen, um diese komplett zu sehen. Dann passierte es. Sie öffnete sich. Er richtete sich auf, ein kurzes Lächeln huschte über sein Gesicht, um sogleich wieder zu verschwinden. Es waren zwei Männer, die das Lokal betraten. Nicht sie. Tobias schaute auf die Handy-Uhr. Fünf vor sieben. Noch fünf Minuten bis zum offiziellen Termin. Er bemerkte, dass seine Hand leicht zitterte und musste über sich selbst etwas schmunzeln. Ungewöhnlich. Prüfungen hatten ihn kaltgelassen. Bewerbungsgespräche auch – aber das hier?

Erneut ging die Tür auf. Eine Frau trat ein. Das ist sie, sagte er sich … oder nicht? Ein schneller Vergleich mit den Bildern aus dem Profil. Die Frau, die sich gerade den Mantel auszog und suchend den Kopf in alle Richtungen drehte. Schließlich hatte sie gefunden, wonach sie Ausschau hielt. Sie lächelte, hob die Hand und ging ans entgegengesetzte Ende des Restaurants.

Tobias zog das Smartphone näher, prüfte Mails, Datum, Uhrzeit. Alles stimmte. Er öffnete noch einmal ihr Profil. Er erwiderte das vertraute Lächeln auf dem Display und bemerkte nicht, dass plötzlich jemand an den Tisch im Separee gekommen war. Ein »Hallo Tobias« ließ ihn zusammenfahren. Leicht erschrocken schaute er vom Smartphone auf, sah sie an, schaute zurück zum Handy. Dasselbe Gesicht. Nur näher. Echter. Er stand hastig auf, schaltete das Handy aus und legte es beiseite.

Einen Moment lang sagten sie nichts. Sahen sich an. Dann ein unsicheres Lächeln, eine vorsichtige Umarmung. Er zog ihr den Stuhl zurecht. Sie setzten sich. Ein paar Worte, vorsichtig noch, tastend. Ein Wortwechsel darüber, wie schön es sei, sich nun einmal real zu sehen. Dann kam auch schon Riccardo, brachte für beide die Speisekarten und machte der Frau Komplimente. Sie bestellten als Vorspeise jeder eine Tomatensuppe und zum Hauptgang gab es Pizza und einen kleinen Salat. Dazu wurde eine Flasche Wein serviert.

Während des Essens fand ihr Gespräch schnell seinen Rhythmus. Leicht. Fließend. Als würden sie sich schon ewig kennen. Worte griffen ineinander, Pausen fühlten sich nicht leer an. Zwei Stunden später standen sie auf. Ein Spaziergang in der sternenklaren Winternacht sollte folgen. Es schneite nicht mehr. Doch bevor sie aufbrachen, ging Tobias zu Riccardo an den Tresen, bedankte sich und bezahlte die Rechnung. Er hatte seine Datepartnerin eingeladen, auch wenn sie es zuerst abgelehnt hatte. Doch dann fanden sie eine Einigung, dass sie die zweite Verabredung finanziell übernehmen würde. Riccardo überreichte Tobias die Rechnung und dieser zog den makellosen Hunderter hervor, hielt einen Moment inne. Sah auf den Schein. Er fühlte sich noch immer unberührt an. Dann legte er ihn auf den Tresen und wünschte sich, dass an diesem Abend etwas Neues in sein Leben getreten sei, das länger bei ihm bleiben würde als dieser frische 100-Euro-Schein.

Geschrieben 2019

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Das vor die Tür Gehen … ein riskantes Unterfangen!

Teufelskreis 001

Aaron King, Kolumnist vom
Noxlupus Verlag

Die weltweit führendsten Wissenschaftler bestätigen: Das vor die Tür Gehen ist für die Menschheit mit unvorstellbaren Gefahren bestückt. So mussten jetzt auch die letzten Zweifler an der „Die-Gefahr-Vor-Die-Tür-Geh-Theorie“ (in Fachkreisen kurz als DGVDTGT bezeichnet) endlich die schockierende Tatsache akzeptieren, dass man sich mit jedem Schritt, den man außerhalb der häuslichen Umgebung tätigt, in höchste Gefahr begibt und dabei das eigene Leben von einer Sekunde auf die andere eine dramatische Wende nehmen kann.

So ist es möglich, dass man von einem Bordstein zu Fall gebracht wird oder man mit dem Kopf gegen eines der zahlreichen Verkehrs-, Verbots- oder Gefahrenhinweisschilder knallt – und das genau in dem Moment, wenn man gerade die neuesten Internet-Posts auf dem Smartphone in Ruhe studiert. Auch eine unsanfte Bekanntschaft mit einem Radfahrer, der gerade ein Foto kommentiert, ist keine Seltenheit. Ebenso kann man plötzlich gezwungen werden, eine unsanfte Rolle über die Motorhaube eines vorbeifahrenden Autos zu vollführen. Und mit den Rentnergangs, die neuerdings auf E-Scootern in geschlossenen Formationen durch die Fußgängerzonen patrouillieren und dabei eine Geschwindigkeit erreichen, die nach EU-Norm bereits als „leicht beunruhigend“ gilt, wollen wir erst gar nicht anfangen.

Dabei stehen nicht nur Unfälle an der Tagesordnung der DGVDTGT, nein, denn ebenso ist das Risiko nicht zu unterschätzen, draußen einem Menschen zu begegnen, der einen unerwarteten chemischen Prozess in Gang setzt, und ganz schnell hat man da irgendein Kind an der Hand nebst zwangsweisen gemeinsamen Möbelkäufen und dem abschließenden goldenen Ring am Finger. Von da an fristet man ein Leben, welches einen Tag für Tag, immer und immer wieder, nach draußen treibt, und man ist schutzlos der DGVDTGT ausgeliefert … Ein Teufelskreis.

Doch es kommt noch schlimmer: Neueste Untersuchungen beweisen, dass im vermeintlich sicheren Wohnbereich zu bleiben, wesentlich mehr Gefahren beherbergt. Diese Studie, die als „Die-Gefahr-Hinter-Der-Tür-Bleiben-Theorie“ (kurz DGHDTBT) bezeichnet wird, deckte auf, was viele bereits ahnten und sich nur hinter vorgehaltener Hand getrauten auszusprechen, nämlich dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren.

Bleibt man also in den eigenen vier Wänden und ist der festen Überzeugung, der DGVDTGT zu trotzen, setzt man sich unweigerlich der DGHDTBT aus. Wer nun meint, beiden entgehen zu können und sich auf die vermeintlich sichere Datenautobahn des Internets begibt, in der festen Annahme, wild und unbedarft über diese hinwegbrausen zu können, unterliegt einem großen Irrtum. Denn hinter jedem Klick kann sich eine Falle verbergen, wie beispielsweise ein Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder das Urheberrecht. Dieses kann schon durch ein lustiges Foto oder Video geschehen, welches man arglos irgendwo teilt oder einen witzigen Spruch postet, wo es nicht sein durfte. Eine Abmahnung wird umgehend folgen. Des Weiteren lauern viele Viren und Trojaner, die sich unter anderem lieb als Katzenbildchen tarnen können. Ist man dann (natürlich aus Versehen) auf einer Homepage gelandet, die freizügige Menschen präsentiert, kann es da zu peinlichen Funden kommen. Wie etwa den Lebenspartner oder die Nachbarsleute, die in einer Position und Situation abgelichtet sind, die man so auch noch nicht gesehen hat.

Somit scheint es egal zu sein, was man macht und wie man sich verhält, denn alles ist mit Gefahren verbunden. Man wird immer gegen irgendeine Vorschrift verstoßen oder gar Gesetze brechen. Wenn man dann noch Mitglied in einem Kleingartenverein ist, befindet man sich juristisch ohnehin in einer Hochrisikozone. Dort können bereits falsch ausgerichtete Gartenzwerge zu langjährigen Nachbarschaftskonflikten führen. Und als Autofahrer steht man sowieso schon mit einem Bein im Gefängnis.

Ein Teufelskreis … Da bleibt nur eins: Einen Strick nehmen und sich einen stabilen Ast an einem schönen Baum suchen. Das eine Ende des Seils nehmen und über den Ast werfen. Ordentlich festbinden und an dem anderen Ende des Taues eine Schlaufe knoten. Sich in diese setzen und erst mal schön schaukeln. Vielleicht durchbricht das Hin und Her den Kreis des Teufels.

Geschrieben 2019

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Wegonam: Das System

Im Folgenden wird näher auf das komplette Wegonam-System eingegangen. Dieses ist auf die vorangegangene Einführung aufgebaut. Es soll mit der Struktur des Systems begonnen werden, welche aus den 4 Einheiten (Theorie, Methode, Tugenden und Lehrstufen) mit jeweils 8 Prinzipien besteht. Dabei bilden die Theorie-Prinzipien die Basis für alles weitere. Diese Theorie lässt sich durch die Methode (Vorgehen, Arbeitsweise) in der geistigen Anwendung sowie am mit und durch den Körper über spezielle Übungen erfühlen und erspüren, wodurch sie letztendlich nachvollziehbar erfahren werden kann. Dieses Vorgehen wird durch 8 Tugenden vermittelt und in 8 Lehrstufen verinnerlicht. Dabei unterstützen 88 Leitgedanken (Leitlinien) das Vorhaben, das Wegonam in das eigene Leben aufzunehmen. Zudem werden die Themen Energiefluss, Universum, Planet Erde, Leben, Mensch und Gemeinschaft sowie Nähren und Bewegen behandelt. Grundwissen über diese Bereiche trägt zur Vervollständigung des Wegonam bei. Die aufgeführten Themen und Bereiche sind folgendermaßen aufgeteilt:

  1. Die vier Einheiten
    1.1 Theorie
    1.2 Methode
    1.3 Tugenden
    1.4 Lehrstufen
  2. Energiefluss
  3. Universum
  4. Planet Erde
  5. Leben
  6. Mensch und Gemeinschaft
  7. Nähren und Bewegen
  8. Die 88 Leitgedanken

Anhand dieser Aufteilung ist zu erkennen, dass die Ziffer 8 eine hohe Bedeutung im Wegonam besitzt. Es könnte auch gesagt werden: Wegonam befindet sich im Banne der 8. Als veranschaulichendes Beispiel dient hier eine symbolische Reise auf der 8, welche immer wieder zum Mittelpunkt (zum Innen) zurückführt, von wo aus die Reise zur anderen Seite fortgeführt werden kann. Auch ein Richtungswechsel am Mittelpunkt ist möglich, was die Perspektive (Sichtweise) verändert, da derselbe Weg in die entgegengesetzte Richtung gegangen wird. In diesem Sinne kann das Schreiten auf der 8 als ein bewusstes Einlassen auf fortwährende Veränderung bzw. Wandlung verstanden werden, welche auch in gewissem Grad eine Wiederkehr des immer Gleichen mit sich bringt. Wird hingegen auf einem Kreis gereist, kann nur die Richtung, aber nicht die Seite gewechselt werden – im Gegensatz zur 8. Bei ihr gibt es ein Oben und Unten, ein Links und Rechts (liegende 8, das Unendlichkeitszeichen ∞), die immer in Verbindung zueinanderstehen.

Wegonam versteht sich als praxisorientierter Lebensweg, der Bekanntes miteinander verwebt und an manchen Stellen neu denkt und es dann dementsprechend einordnet und definiert. Ein Weg, der die Schönheit des Lebens darlegt und aufzeigt, wie das Leben im Allgemeinen von Menschen gepflegt werden kann. Dabei geht es darum, in Harmonie mit sich selbst und den anderen Menschen sowie allen Lebewesen und der Natur (der Kreislauf von Leben und Vergehen) zu stehen. Es geht darum, im Einklang mit allem, bis hin zum Kosmos, zu leben und zu agieren. Dafür liegen auf dem Weg, welchen das Wegonam beschreibt, geeignete Mittel bereit, welche bei Bedarf aufgenommen und angewendet werden können. Wurden einige Dinge verinnerlicht, ist es ratsam, wieder zurückzugehen und das Mitgenommene zurück an seinen Platz für die folgenden Wanderer zu legen (Gelerntes wird weitergegeben). Auf diese Weise wird der Weg ein weiteres Mal gegangen. Anfangs in die entgegengesetzte Richtung, so erscheint dieser neu (das Bild hat sich gedreht, es wird in die entgegengesetzte Richtung geschaut), und dann wird mit dem bereits erlangten Wissen der Weg zurückgegangen und vielleicht vorherig Übersehenes entdeckt. So können sich Erkenntnisse verändern und erweitern, was ein höheres Verständnis mit sich bringt (ein praktisches Beispiel: eventuell nach dem Lesen dieses Kapitels zurück zur Einführung gehen, dann dieses Kapitel erneut lesen und sich erst dann dem nächsten widmen).

Auf der Reise des Lebens stehen in erster Linie die Menschen, denen begegnet wird. Von denen gelernt wird, die einen prägen, von denen etwas bekommen wird, um es letztendlich weiterzugeben; was das Leben zu einem Staffellauf werden lässt. Alles, was benötigt wird, kann auf dem Lebensweg gefunden werden, der mit Nichtkennen und Nichtkönnen beginnt. Das Voranschreiten bringt das Kennenlernen mit sich, welches weiterführt zum Können, um dann später im Wissen und Können zu münden (Wissen und Können vereinigen sich). Bei dieser Erkundung des Weges sollte nicht gerannt werden, und das Stehenbleiben ist von großer Bedeutung (keine Angst vor dem Stehenbleiben, solange irgendwann weitergegangen wird). Dieses verschafft Zeit für ein genaues Betrachten, um das Gesehene zu verinnerlichen; somit ist es kein wirkliches Stehenbleiben, auch wenn es augenscheinlich der Fall ist. Auch der Blick in die Seitenwege bzw. Abzweigungen ist von Nöten (über den „Tellerrand“ schauen). Ebenso ist das Betreten dieser nicht nur gestattet, sondern erwünscht (Schauen, Vergleichen, Mitnehmen, Liegenlassen, Zurückbringen). Doch egal, wie weit es in den Seitenweg geht, darf nie der Hauptweg aus den Augen verloren werden, wobei dieser Hauptweg als orientierender Bezugspunkt zu verstehen ist und nicht als Ausschluss anderer Hauptwege. Dies bedeutet, dass sich ein Hauptweg auch wandeln bzw. verändern kann.

Über das Gleichnis des Lebens als Weg, das das Wegonam ausführlich nutzt, richtet es sich stark nach den Gegebenheiten der Natur und des Kosmos, was sich in der Wegonam-Theorie widerspiegelt. Denn auch diese folgen bestimmten Regeln. Diese Regeln sind die physikalischen Gesetze (Beispiel: Erdanziehung) und die energetischen Bedingungen (wie Sonnenstrahlung) der natürlichen Umwelt der Erde. Sie legen fest, was möglich ist und was nicht. Trotzdem gibt es innerhalb dieser Grenzen viele verschiedene Wege, wie sich natürliche Systeme entwickeln können: „Die Regeln bestimmen den Rahmen – aber nicht das exakte Ergebnis“. Als Beispiel soll das Ökosystem Wald dienen. Ein Wald entsteht nicht nach einem festen Bauplan, stattdessen bildet er sich durch das Zusammenspiel vieler physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse. Sonnenlicht liefert Energie, Wasser und Nährstoffe zirkulieren im Boden, Pflanzen wachsen, Tiere und Mikroorganismen interagieren miteinander. All diese Vorgänge folgen Naturgesetzen. Trotzdem sieht kein Wald exakt aus wie ein anderer. Als sehr entgegengesetztes Beispiel sind hier der Amazonas-Regenwald (heiß, sehr feucht, kaum jahreszeitliche Schwankungen) und die kanadische Taiga (kalt, vergleichsweise trocken, stark saisonal) genannt. Selbst wenn zwei Wälder im gleichen Klima liegen, können sie sich unterschiedlich entwickeln. Der Grund dafür ist, dass bereits kleine Unterschiede langfristig große Auswirkungen haben können, wie etwa im Boden, in der Artenzusammensetzung oder durch Störungen wie Sturm oder Feuer. Innerhalb der natürlichen Regeln organisiert sich der Wald gewissermaßen selbst. Es entstehen typische Strukturen: hohe Bäume bilden ein Kronendach, darunter wachsen Sträucher und Bodenpflanzen. Verschiedene Arten nutzen unterschiedliche Lebensräume und Ressourcen. Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen sind über Nahrungsbeziehungen und Stoffkreisläufe miteinander verbunden. Diese Ordnung entsteht nicht durch Planung, sondern weil bestimmte Anordnungen unter den gegebenen Bedingungen stabil funktionieren. Kurz gesagt: Naturgesetze geben den Rahmen vor, innerhalb dessen sich ein Wald entwickeln kann. Wie genau dieser Wald aussieht, hängt von vielen Wechselwirkungen und Zufällen ab. Ordnung entsteht also nicht trotz dieser Regeln, sondern gerade durch sie.

Aufgrund dieser genannten Aspekte (8, Weg, Natur, Kosmos), die sich im Wegonam vereinigen, bekommt ein interessierter Mensch ein Mittel in die Hand, um sich in dem Szenario, in das er durch Geburt „hineingeworfen“ wurde, ein angenehmes Leben mit seinen Mitmenschen zu gestalten. Er erlangt Wissen darüber, wann beschleunigt oder verlangsamt wird, wann es Zeit für eine Ausdehnung oder ein Zusammenziehen ist. Wegonam kann als locker gebundenes Handbuch für das Vorhaben Leben verstanden werden. Es dient der Orientierung, ist ein Wegbegleiter für die Anpassung an die Wandlung bzw. Veränderung von Werden und Wachsen sowie an den Verfall und die Erneuerung.

Es folgen zwei Aussagen, die bewusst etwas kryptisch wirken können — also schwer unmittelbar verständlich oder rätselhaft erscheinen. Diese Form ist beabsichtigt. Sie sollen nicht abschrecken, sondern dazu einladen, den Geist zu öffnen und sich auf eine andere Betrachtungsweise einzulassen. In diesem Sinne kann das Folgende als eine Art persönlicher Prüfstein verstanden werden – nicht als wirklicher Test, sondern als Moment der Selbstbeobachtung innerhalb eines fortwährenden Wachstumsprozesses, in dem nichts endgültig bewertet werden muss.

Wegonam macht darauf aufmerksam, dass „Ziele“ verwirklicht werden können, wenn dafür die natürlichen, von selbst ablaufenden Vorgänge genutzt werden, ohne großes Hinzufügen eigener, durch Überanstrengung entwickelter Energie. Das bedeutet, den natürlichen Wandlungsprozessen zu folgen, um zur Mitte der Leere zu gelangen. Es muss die Vereinigung der Gegensätze angenommen werden, die zum Dreh- und Angelpunkt der Wandlungsphasen (dunkel und hell) werden. Die Leere erreichen, um diese füllen zu können, um am Ende die absolute erfüllte Leere zu erreichen. So kann wahres Glück entstehen, wenn die Leere zuerst mit Trauer gefüllt war. Nach dieser Auffassung führt vor allem die Übereinstimmung mit der Natur zu etwas Dauerhaftem und eben zum wahren Glück, während die intensive, ausschließliche Beteiligung an weltlichen Angelegenheiten zu einem Niedergang der wahren Tugenden führen kann. So muss das weltliche Leben an der Einfachheit des Weges ausgerichtet werden, um die grundlegende Lebensenergie zu verstehen und zu spüren. Deshalb ist es ratsam, Gleichmütigkeit gegenüber Reichtum und unverhältnismäßigem oder gar verschwenderischem Komfort zu erlangen und sich vor übermäßigen Wünschen zu hüten.

Wegonam ist der Weg, der sich nach den Gegebenheiten richtet und dem Lauf der Natur folgt. Die Natur ist das Wesen der umfassenden Wirklichkeit und stellt die Vereinigung jeglicher Gegensätze dar. Wegonam ist nur begrenzt begrifflich zu fassen, weil es als Ursprung des Seins und als transzendentale (zwischen zwei Welten, raum- und zeitlos gedachte) Ursache verstanden wird und somit alles, auch den Gegensatz von Sein und Nichts, enthält. Es geht darum, die übergeordneten Gesetzmäßigkeiten des Kosmos und der Natur zu ergründen und die dabei entdeckte, nicht vollständig erfassbare Ordnung zu akzeptieren bzw. den ewigen Weg der Veränderung, dem allen Dingen des Werdens und Vergehens unterworfen sind, zu folgen. In diesem Sinne kann nichts Abschließendes über das Wegonam ausgesagt werden, weil jede Definition eine Begrenzung enthält. Das Wirken des Wegonam bringt die Schöpfung hervor, indem es die Zweiheit von Licht und Schatten hervorbringt, aus deren Wandlungen, Bewegungen und Wechselspielen letztendlich die Welt hervorgeht. Wegonam ist die Mitte von allem und die lebendige Leere, aus der alles entspringen kann. Wegonam ist allumfassend und es gibt nichts, was ausgeschlossen wird. Jeder, der Wegonam erfährt, wird ausreichend Lebensenergie erfahren und eine ganzheitliche Verbundenheit zu allen Dingen entwickeln können.

Abschließend sei noch gesagt, dass andere Systeme, welche sich mit den gleichen oder verwandten Themen auseinandersetzen, die Aussagen des Wegonam wahrscheinlich gänzlich anders sehen. Oft geht es dabei um Begrifflichkeiten und deren Interpretationen. So gibt es beispielsweise Organisationen, die sich alle nach identischen Texten richten, aber diese unterschiedlich auslegen und -leben. Neben der Interpretationsvielfalt kommt dann noch die Übersetzungsproblematik in andere Sprachen hinzu, da diese bereits von Haus aus verschiedene Ergebnisse in sich trägt, was zu Meinungsverschiedenheiten führt. Überall, in jedem Bereich, gibt es diese Phänomene. Gerade in religiösen Glaubensfragen, in der Medizin, ja selbst in der Justiz, wenn es um Gesetze geht, die eigentlich klar und deutlich sein sollten, gibt es diese Unstimmigkeiten. Als Letztes sollen hier noch die Kampf- und Gesundheitskünste (Tai Chi, Qi Gong, Kung Fu, Yoga etc.) erwähnt werden. Egal, wie etwas ausgelegt wird, was jeder dabei beachten muss, sind die grundlegenden Gesetze. Als Beispiel dient hier die Wippe, die besagt, wenn etwas auf der einen Seite runtergeht, muss auf der anderen Seite etwas hochgehen. Auf welche Weise so ein Gesetz nun anzuwenden ist bzw. genutzt werden kann, muss jeder für sich allein herausfinden, solange er sich an das Gesetz hält.

Das Wegonam hat den Anspruch, sich an alle Menschen zu richten. Da es nun in der Natur der Sache liegt, bringt jeder ein anderes (Vor-)Wissen mit. Dieses kann hilfreich sein, wenn Grundlagen zu den Themen, die das Wegonam behandelt, bereits bekannt sind, aber auch hinderlich, denn es fällt oft schwer, sich für Bekanntes auf neue oder auch anderer Art zu nähern. Wer sich noch nie diesen Themen gewidmet hat oder nur mal davon gehört hat, darf nicht den Anspruch an sich stellen, alles gleich auf Anhieb zu verstehen bzw. alles gleich im richtigen Zusammenhang zu erkennen. So wird manchmal ein Thema nur am Rande angeschnitten (vielleicht als Beispiel für etwas), und eine Vertiefung taucht dann in einem Folgekapitel auf. Durch eine konstante Beschäftigung (beispielsweise durch ein mehrfaches Lesen der Texte) wird sich das Verständnis für das Dargelegte entfalten, und bei fortgesetzter Auseinandersetzung mit der Lehre des Wegonam kann dieses schrittweise in das eigene Leben integriert werden. Dies trägt letztlich dazu bei, dass die Dinge, die einem begegnen, besser eingeordnet werden können und die Situationen im Leben geschickter gemeistert werden können.

Anmerkung
(Prinzipien – Konzept – Struktur – Leitlinien – System)
Im Wegonam wird oft von den Begriffen Prinzipien, Konzept, Struktur, Leitlinien und System die Rede sein. Hier folgt eine Erläuterung, wie diese zu betrachten sind. So bilden diese fünf Begriffe zusammen ein abgestuftes Orientierungs- und Handlungsmodell für die Planung und Organisation von Vorhaben. Jede Ebene erfüllt eine eigene Funktion, die von einer grundlegenden, richtungsgebenden Ausrichtung bis zur operativen Gesamtwirkung reicht. Gemeinsam schaffen sie einen stimmigen Rahmen, der Denken, Entscheiden und Handeln verbindet. Die Begriffe lassen sich als funktionale Abfolge verstehen: von einer allgemeinen Orientierung über die Ausarbeitung eines konkreten Konzepts und die organisatorische Ordnung bis hin zur handlungsleitenden Steuerung und zum systemischen Zusammenspiel aller Elemente.

Am Anfang stehen die Prinzipien, welche die grundlegende Ausrichtung eines Vorhabens definieren. Sie formulieren übergeordnete Werte, Zielrichtungen und Maßstäbe, an denen Entscheidungen und Vorgehensweisen ausgerichtet werden. Prinzipien wirken nicht als konkrete Vorschriften, sondern als stabiler Referenzrahmen, der Stimmigkeit und Zielklarheit ermöglicht. Sie unterstützen die Priorisierung, die Bewertung von Optionen und die Einordnung komplexer Situationen. Typische Bestandteile sind Wertmaßstäbe (welche Leitideen gelten), Zielorientierung (worauf wird hingearbeitet) und Bewertungsgrundlagen (wie Entscheidungen reflektiert werden). Prinzipien beantworten damit die Frage, nach welchen übergeordneten Maßstäben gehandelt wird.

Auf der Grundlage der Prinzipien entsteht das Konzept als strukturierte Übersetzung der Prinzipien in eine konkrete Ziel- und Vorgehensidee. Es beschreibt, was erreicht werden soll und auf welche Weise dies grundsätzlich geschehen soll. Ein Konzept kann zunächst skizzenhaft sein und sich im Verlauf präzisieren. Seine Funktion besteht darin, Absichten, Inhalte und methodische Ansätze in einen nachvollziehbaren Zusammenhang zu bringen. Dazu gehören insbesondere die Zielsetzung (was angestrebt wird), die inhaltliche Ausrichtung (welche Themen oder Aufgaben relevant sind) und die methodische Grundentscheidung (welche Vorgehensweisen genutzt werden). Das Konzept beantwortet die Frage, wie die vorgegebene Orientierung praktisch gedacht wird.

Die Struktur ist die organisatorische Ausgestaltung des Konzepts. Sie legt fest, wie Inhalte, Aufgaben und Informationen angeordnet und miteinander verknüpft werden. Ziel der Struktur ist es, Übersichtlichkeit, Nachvollziehbarkeit und funktionale Klarheit herzustellen. Dazu zählen die Gliederung in sinnvolle Einheiten, die Festlegung von Hierarchien sowie die Definition logischer Zusammenhänge. Die Struktur schafft ein geordnetes Gerüst, innerhalb dessen das Vorhaben operabel wird. Sie beantwortet die Frage, wie das Konzept aufgebaut ist.

Leitlinien konkretisieren das Handeln innerhalb dieser Struktur. Sie formulieren verbindliche Orientierungen, die Abläufe, Entscheidungen und Verhaltensweisen steuern. Leitlinien schaffen Verlässlichkeit, indem sie Erwartungen, Grenzen und Handlungsspielräume definieren. Sie fördern konsistentes Vorgehen und tragen dazu bei, dass Prozesse nachvollziehbar und reproduzierbar bleiben. Typische Elemente sind Handlungsanweisungen (was vorgesehen ist), Rahmenbedingungen (welche Grenzen gelten) und Kontrollmechanismen (wie die Einhaltung überprüft wird). Leitlinien beantworten die Frage, wie innerhalb der gegebenen Struktur gehandelt werden soll.

Das System beschreibt die Gesamtheit der miteinander interagierenden Elemente, in denen Prinzipien, Konzept, Struktur und Leitlinien wirksam werden. Es umfasst Komponenten, Beziehungen und Regelwirkungen und stellt die operative Realität des Vorhabens dar. Ein System ist kein bloßes Endergebnis, sondern ein dynamisches Gefüge, in dem Rückkopplungen, Anpassungen und Wechselwirkungen stattfinden. Ziel systemischer Gestaltung ist häufig die Verbesserung von Effektivität (Zielerreichung) und Effizienz (Ressourceneinsatz), wobei Systeme auch fehlgeleitete oder funktionsgestörte Muster entwickeln können. Bestandteile sind die beteiligten Komponenten (z. B. Personen, Prozesse, Technologien), ihre Interaktionen sowie die wirksamen Regelmechanismen. Das System beantwortet die Frage, wie das gesamte Gefüge im Zusammenspiel funktioniert.

Zusammenfassung: Diese fünf Begriffe bilden eine integrierte Grundlage für Planung und Umsetzung. Prinzipien geben die Orientierung vor, das Konzept übersetzt diese in eine tragfähige Ziel- und Vorgehensidee, die Struktur ordnet die Bestandteile, Leitlinien steuern das konkrete Handeln, und das System beschreibt das dynamische Zusammenwirken aller Elemente. Ein bewusstes Verständnis dieser Ebenen erleichtert es, Vorhaben konsistent zu entwickeln, zu steuern und weiterzuentwickeln.

Prinzipien geben die Richtung vor.
Konzepte setzen diese Richtung praktisch um.
Strukturen ordnen die Bestandteile.
Leitlinien geben die Handlungsanweisungen.
Systeme beschreiben das funktionierende Gesamtgefüge.

Prinzipien, Konzept, Struktur, Leitlinien und System werden in den 8 Inhaltspunkten des Wegonam immer wieder in einem anderen Bezug verwendet. Ihre jeweilige Bedeutung bleibt dabei immer gleich, nur ihr Zusammenhang kann sich ändern. So ist das gesamte Wegonam als System aufgebaut und stellt sich wie folgt dar:

  1. Prinzipien = Theorie
  2. Konzept = Methode, Tugenden und Lehrstufen
  3. Struktur = die 8 Inhaltspunkte
  4. Leitlinien = 88 Leitgedanken
  5. System = Wegonam

Die unten aufgeführte Einteilung richtet sich nach den Lehrstufen. Dadurch verschiebt sich die erste Position von der Theorie (das oberste Gebot = Geistigkeit der Einheit) auf die letzte lernbare Stufe, da sie das höchste Gut darstellt, auch wenn sie in der Theorie als erstes behandelt wird.

Weiteres zum Wegonam und die downloads der Texte gibt es hier