Noxi Wort

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Leitgedanken

☯️ Die 88 Leitgedanken der Weltanschauungslehre Wegonam laden dazu ein, eine persönliche Verbindung zum Universum und seinen Elementen zu entdecken. Basierend auf vier grundlegenden Einheiten können sie Wege zu einem bewussteren und positiven Leben eröffnen 👇

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Bowie, aus dem Roman „Nick Francis 2 – Die Stadt“

Alle nennen mich Bowie und ich bin ein Sohn des Wilden Westens (er fährt sich mit der Hand durch die langen, leicht gewellten Haare, die am Kopf von einem Stirnband umrundet wurden). Meine Mutter war eine Cheyenne und mein Vater ein Weißer … ein Soldat der Armee, und meinen Namen verdanke ich dem hier (er richtet sich auf und zieht das Messer aus dem Gürtel und dreht es im Schein des Lichtes, welches sich in der 30 Zentimeter langen Klinge spiegelt). Dieses Messer, ein Bowiemesser … ein Erbstück meines Vaters (er schaut gedankenverloren auf den Lichtstrahl). Ich war noch sehr jung, als er starb, aber darum geht es hier nicht (er steckt das Messer zurück, rutscht auf dem Stuhl weiter nach vorne und lehnt sich zurück).

Denn, wenn ich es richtig verstanden habe, wollt ihr von mir hören, was ich so alles mit Nick Francis erlebt habe (kratzt sich durch den Bart am Kinn). Nick … der Mann, der eines Tages plötzlich in Rocky Town auftauchte, gerade zu dem Zeitpunkt, als eine Bande von Outlaws die Stadt unsicher machte. Woher Nick kam und wohin er ebenso überraschend wieder verschwunden ist, das haben wir nie erfahren.

Wir, das sind einige tapfere Freunde aus Rocky Town, die sich dem Kampf gegen die Banditen gestellt haben. Meine Kumpels sind genauso drauf wie ich … denn ich fackel nicht lange, wenn mir einer dumm kommt, lasse ich diesem Wicht meine Faust schmecken. Wir heizten also gemeinsam mit Nick Francis der Bande ordentlich ein und sollten erst viel später ihre wahren Beweggründe erfahren, weshalb sie die Bewohner der Stadt so tyrannisierten. Denn es ging um viel mehr, als wir anfangs angenommen hatten.

Was gibt es sonst noch zu erzählen? (richtet sich auf, legt einen Arm entspannt auf den Oberschenkel und stützt sich mit der anderen Hand auf dem anderen Oberschenkel ab). Vielleicht von mir, denn irgendwas muss ich wohl an mir haben, was die Frauenwelt anziehend findet, und eine Frau in Rocky Town war dabei, mit der ich … aber lassen wir das … (grinst).

👉 Wenn du jetzt Feuer gefangen hast und diese geballte Männlichkeit einmal hautnah erleben möchtest, dann bekommst du in dem Wild-West-Roman „Nick Francis 2 – Die Stadt“ ausreichend Gelegenheit dazu. Also, worauf warten?

Mehr über den Roman erfährst du hier:
https://noxlupus.de/nick-francis-reihe/

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Gedanken über … Gärten

Ein perfekter Garten scheint die grandiose Eigenschaft zu besitzen, pflegeleicht und dabei wunderschön zu sein. Um das zu erreichen, muss er von Fachleuten fachgerecht entworfen und entsprechend gestaltet werden. Stromkabel für Zierbeleuchtung müssen fachgerecht durch die Beete gelegt und über Büsche sowie Hecken gehängt werden. Steckdosen und Wasseranschlüsse gehören des Komforts wegen in jeden Winkel des Gartens.

Eine weitere wichtige Voraussetzung scheint zu sein, dass selbst das kleinste Hälmchen zwischen den teuer gekauften Pflanzen entfernt werden muss, denn in einem schönen, sterilen Beet hat es kein Recht auf Leben. Es ist verpönt wie das Staubkorn im Wohnzimmer. Und wehe, es kommt etwas durch den Zaun vom Nachbarn herübergewachsen, dann ist der Teufel los. Es könnte die schönste Rose sein, die sofort der Schere zum Opfer fällt. Auch von der Natur selbst Ausgesätes muss dem Gekauften weichen. Alles, was nicht eigenhändisch gepflanzt wurde, ist wertloses Unkraut. Auch schmutziges, unansehnliches Totholz muss entfernt werden. Da sind doch ein bis maximal zwei teure Insektenhotels, die mehr der Dekoration dienen und sich nach zwei Jahren unbewohnt in ihre Bestandteile auflösen, wesentlich attraktiver anzusehen.

Am idealsten ist der Rasen, denn er ist pflegeleicht. Ein Gartenliebhaber mäht den Rasen jede Woche, aber spätestens alle 14 Tage. Dabei spielt es keine Rolle, wie stark er gewachsen ist, und es ist vollkommen egal, wie stark es durch die Trockenheit beim Mähen staubt. Der Teppich des Gartens muss vertikutiert, gedüngt und gekalkt werden. Der größte Feind des Rasens ist der Löwenzahn. Dieser muss akribisch gestochen werden, nebst sämtlichen Kräutern, die sich unbefugt Zutritt verschafft haben. Dazu gehören auch kleine Blümchen, die eine Schande für jedes Grün darstellen. Außer es sind die gekauften Krokuszwiebeln, die den Rasen zum Erblühen bringen, dann ist wieder alles wunderschön. Schnell wird dann bemerkt, dass Rasen doch nicht so pflegeleicht ist, wie anfangs vom Gartenfachgestalter versprochen wurde. Schuld ist auch hier wieder der Nachbar, der seinen Garten verwildern lässt, sodass die Samen herüberwehen und den Rasen kontaminieren – der kümmert sich ja um nichts! So auch nicht um die Äste, die herüberwachsen. An diesem Punkt wird dann gerne der Anwalt kontaktiert, wenn die nebenan Wohnenden nicht der Aufforderung zur unverzüglichen Beseitigung der Schande nachkommen, und dabei spielt es keine Rolle, ob im eigenen Garten alles voll von Büschen und Bäumen steht (was ja zu begrüßen wäre).

Auch wird gerne Pflanzenschutzmittel versprüht, natürlich in Bioqualität, denn man ist ja Naturfreund. Kommt dann der Herbst, muss das gesamte Laub penibel aus sämtlichen Beeten entfernt werden, und dass das Laub auf dem Rasen nichts verloren hat, muss nicht extra erwähnt werden. Anschließend schnell noch in den Baumarkt und ein Igelhaus kaufen, denn der Kleine muss es ja schön im Winter haben. Ein Laubhaufen ist für den heimischen Igel nicht standesgemäß. Im Frühjahr ist das Haus unbewohnt eingestürzt und die Beete werden rechtzeitig gedüngt und mit Erde oder Rindenmulch aufgefüllt.

Das richtige Wohngefühl im Garten kommt dann erst durch die großzügige Terrasse, die mit pflegebedürftigem Holz oder mit Kunststoffdielen bestückt wird (beides wird durch Grünbelag und Feuchtigkeit extrem rutschig). Darauf befindet sich eine Grillstation, die an eine Einbauküche erinnert. Daneben stehen Sitzmöbel, die mit jedem Esszimmer konkurrieren können, und auf der anderen Seite befindet sich die Loungegarnitur für das gemütliche Beisammensitzen. Möbel, die sich viele Menschen nicht einmal für ihre Wohnung leisten können.

Auffallend ist in diesen Gärten die Invasion der Metall- und Plastiksteckrümchen. Dekorative Massenware, die auch gerne als Kunst verkauft wird, steckt überall herum. Auch teure Glasblumen, Geld scheint dabei keine Rolle zu spielen. Metallstangen mit einem darauf montierten Vögelchen werden in geschnittene Hecken platziert, damit diese beim nächsten Schneiden die Heckenschere zerstören, denn es konnte ja keiner ahnen, dass die Hecke in den Weg wächst und dann eines weiteren Schnittes bedarf. Denn immerhin ist der Garten doch als pflegeleicht angelegt und da dürfte so etwas doch nicht passieren. Umgekehrt fallen Kabel den Heckenscheren zum Opfer. Alles schön kaufen, dekorieren, vergessen, zerstören und wieder neu anschaffen, so sieht ein natürlicher Gartenkreislauf aus.

***

Neben den wunderschönen, pflegeleichten Gärten gibt es die Gartenbesitzer, die sich anscheinend zurück in die Steinzeit sehnen. Oder wie ist es zu verstehen, dass tonnenweise Steine und Schotter für sogenannte Schottergärten herangeschafft werden? So ein Schottergarten wird auch gerne als Steingarten angepriesen, obwohl er so rein gar nichts mit einem klassischen Steingarten gemein hat. Denn der klassische Steingarten kann ökologisch durchaus interessant sein. Steine, offene Bodenstellen und trockenheitsliebende Pflanzen können wertvolle Lebensräume bilden. Doch der Schottergarten lässt dies nicht zu. Der Boden wird hier abgedeckt, häufig mit Vlies, darauf kommen mehrere Zentimeter Dekorschotter oder Kieselsteine, und es gibt nur wenige oder gar keine Pflanzen. Hinzu kommen Gabionenwände (Drahtgeflechte, in die Steine gelegt werden), beispielsweise um Mülltonnen zu verstecken.

Für diese Gärten wird mit aller Macht Natur entfernt und unterdrückt. Anschließend werden tonnenweise Naturmaterialien herangeschafft, um eine künstlich gestaltete Vorstellung von Natur oder Garten herzustellen. Dieses vegetationslose Ding aus Vlies mit Schotter und zwei Ziergräsern oder einem einzelnen Formgehölz heißt treffend Schottergarten. Alles nur, um eine bestimmte Vorstellung oder eher Illusion von „modern, ordentlich und pflegeleicht“ zu verwirklichen.

Ein besonders interessanter Punkt ist hier das Pflegeargument. Schottergärten werden häufig als pflegeleicht angepriesen, ebenso wie die Rasenflächen. Doch auch hier sammelt sich mit den Jahren organisches Material zwischen den Steinen, Samen keimen, Algen und Moose können auftreten und Laub muss mühsam entfernt werden. Am liebsten mit dem Laubbläser, das macht mehr her. Das ursprüngliche Erscheinungsbild muss also mit Arbeit und vielleicht auch mit der Giftspritze erhalten werden.

Zum Unterschied zwischen echtem Steingarten und Schottergarten: Im Ersteren dienen Steine dazu, unterschiedliche Standorte und Strukturen für Pflanzen zu schaffen. Typisch sind trockenheitsliebende Stauden, Kräuter und Polsterpflanzen. Der Stein ist Teil eines bepflanzten Lebensraums für viele Kleinstlebewesen. Im Schottergarten hingegen dient der Schotter im Wesentlichen dazu, Pflanzenwuchs zu unterdrücken und eine möglichst gleichförmige, vermeintlich pflegeleichte Oberfläche zu erzeugen. Häufig liegt darunter ein Unkrautvlies; Pflanzen sind, wenn überhaupt, nur vereinzelt vorhanden. Der traditionelle Steingarten kann ökologisch ausgesprochen interessant sein, während der typische Schottergarten einen dekorativen (Un-)Nutzen besitzt bei gleichzeitig geringem bis gar keinem biologischen Nutzen. Eine Fläche, auf der Vegetation wachsen könnte, wird biologisch stark verarmt. Es fehlen Verdunstung, Beschattung, Blüten, Samen, Früchte und Pflanzenstrukturen als Lebensraum. In der Sonne erwärmt sich die mineralische Oberfläche zudem stärker als eine bewachsene Fläche.

Wie schon erwähnt, werden für Schottergärten und Gabionen Tonnen von Material bewegt und die Stahlindustrie heizt die Öfen an. Nach einigen Jahren wird dann doch wegen Nichtgefallens oder Einsicht zurückgebaut. Und egal, was da Tolles behauptet wird, gerade in Bezug auf Gabionen: Dass die Hohlräume von Insekten und Echsen genutzt werden, ist ein schwaches Argument. Im Übrigen: Bei einer so kahlen Landschaft, wo sollen die Insekten oder Echsen denn plötzlich herkommen? Als Anmerkung sei gesagt: Es geht hier bei den besagten Gabionen um den dekorativen, rein optisch gestalteten Einsatz, nicht um einen technisch sinnvollen Einsatz, der an so manchen Stellen gegeben ist. So haben auch Naturstein-Trockenmauern ihre Berechtigung. Das sind Mauern aus Natursteinen, die ohne Mörtel oder Beton aufeinandergeschichtet werden. Die Steine werden so ausgewählt und gesetzt, dass sie durch ihr Eigengewicht und ihre Verzahnung stabil stehen. Ökologisch sind sie interessant, weil sie bei Verwendung regionaler Steine praktisch nur aus Stein bestehen: kein Stahlkorb, kein Zement als Bindemittel.

Speziell bei den Gabionen gibt es einen enormen Materialeinsatz. So müssen für eine vergleichsweise einfache Funktion wie Sichtschutz oder Grundstücksabgrenzung schnell mehrere Tonnen Gestein und zusätzlich Stahl eingesetzt werden. Die Steine müssen in Steinbrüchen gewonnen werden. Das bedeutet Landschaftseingriffe, Flächenverbrauch und Beeinträchtigungen von Lebensräumen. Auch der Stahl benötigt Rohstoffe und energieintensive Verarbeitung. Gewinnung, Aufbereitung, Zwischenhandel, Anlieferung und eine später möglicherweise erforderliche Entsorgung, im günstigsten Fall eine Wiederverwertung, verursachen entsprechend viel Schwerlasttransport. Neben Transport und Steinaufbereitung ist insbesondere die Herstellung des Stahlgitters energieintensiv. Je nach Konstruktion kommen Schotter, Beton oder andere Materialien für das Fundament hinzu.

Besonders problematisch ist die Bilanz, wenn Gabionen dort stehen, wo ansonsten Hecken, Sträucher oder andere Vegetation wachsen könnten. Pflanzen beschatten ihre Umgebung und verdunsten Wasser. Die vom Wind bewegten belaubten Äste eines Baumes entfalten eine fächerartige kühlende Wirkung. Eine Steinwand tut all dies nicht und kann sich bei Sonneneinstrahlung stark erwärmen. Nicht umsonst liegen Steine auf einem Saunaofen, aber das nur nebenbei. Eine Gabione produziert weder Blüten noch Früchte, Laub oder Biomasse und bietet damit wesentlich weniger ökologische Funktionen als eine standortgerechte Hecke. Unter diesen Gesichtspunkten entsteht ein fragwürdiges Verhältnis von Nutzen zu Ressourcenverbrauch. Für eine Funktion, die sich mit wesentlich weniger Material oder sogar durch eine wachsende, sich selbst erneuernde Vegetation erfüllen lässt, wird eine tonnenschwere industrielle Konstruktion hergestellt.

Fazit zu Schottergärten und Gabionen: Beides dient derselben Gestaltungsidee von ordentlich, sauber, dauerhaft und pflegearm – ebenso wie sich ein Wohnzimmer vorgestellt wird.

***

Aus dieser Perspektive scheinen Gärten immer mehr zu Wohnzimmern zu verkommen. Denn anscheinend gilt ein Garten nur dann als schön, wenn er dürftig bepflanzt und fachgerecht zusammengeschnitten ist. Alles muss gezüchtet, gestutzt und übersichtlich sein. Die Natur hat zu gehorchen, sie muss gezähmt werden. Sicher, es kann ein Garten gründlich aufgeräumt werden, indem Abgestorbenes abgeschnitten und Totholz beseitigt wird. Laub kann entfernt und offene Bodenstellen verdichtet werden. Am Ende wird dann im Baumarkt ein Luxus-Insektenhotel nebst Igelhaus gekauft, um den Insekten wieder Nistmöglichkeiten zu verschaffen und dem Igel ein Dach über den Kopf zu geben. Auf diese Weise wird Natur entfernt, um sie anschließend als Dekoration wieder einzufügen. Natur wird in den Garten wie eine Grundstücksausstattung hineingestellt. Es werden künstliche Ersatzlebensräume geschaffen, während die benötigten natürlichen Strukturen aus den Gärten entfernt werden. Wird also Geld und viel Arbeit (man muss ja was machen) hineingesteckt, ist es ein toller Garten, wenn sich die Natur größtenteils selbst überlassen wird, ist es ein verwilderter Garten.

Zumeist wird eine Freifläche anfangs wie ein leerer Gestaltungsbereich gesehen, der erst mit erheblichem Material- und Energieaufwand zu einem richtigen Garten gemacht werden muss. Stattdessen könnte vorhandene und spontan entstehende Natur als Ausgangspunkt genommen werden und nur dort eingreifen, wo es einen konkreten Grund dafür gibt. Also lediglich eine „Starthilfe“ geben. Nicht einen Garten komplett entwerfen und anschließend dauerhaft gegen die natürliche Entwicklung verteidigen, sondern beispielsweise nach dem Hausbau ein paar Voraussetzungen schaffen und dann beobachten, was passiert. Das könnte beispielsweise heißen, verdichteten oder durch Baumaschinen geschädigten Boden dort, wo nötig, wieder zu verbessern; einige standortgerechte heimische Gehölze zu setzen, wenn eine natürliche Ansiedlung sehr lange dauern würde; vielleicht eine kleine Zahl heimischer Wildstauden oder regionales Saatgut einzubringen. Danach weitgehend wachsen lassen. Dabei das Prinzip anwenden: Erst beobachten, dann eingreifen. Nicht jede spontan auftauchende Pflanze ist „Unkraut“. Erst wenn beispielsweise eine invasive Art beginnt, Bereiche zu übernehmen oder ein Gehölz ungünstig am Gebäude wächst, besteht überhaupt ein Anlass, einzugreifen.

Totholz, Laub, Äste, Steine und offene Bodenstellen müssen nicht ständig aufgeräumt werden. Gerade diese unterschiedlichen Strukturen schaffen Lebensräume. Schnittgut könnte beispielsweise als Holzhaufen auf dem Grundstück verbleiben, statt abgefahren zu werden. Wege und unmittelbar benötigte Flächen werden freigehalten, sicherheitsrelevante Dinge werden kontrolliert, und beim Rest wird nur aus konkreten Gründen eingegriffen. Bei dieser Vorgehensweise wird sich nach einigen Jahren ein Garten entwickeln, der am Schreibtisch kaum so geplant werden könnte. Die Standortbedingungen entscheiden eigenständig, welche Pflanzengesellschaft funktioniert. Pflanzen optisch auszuwählen, für die anschließend mit Bewässerung, Dünger, Schnitt und Bodenverbesserung versucht werden muss, den Standort passend zu machen, ist keine kluge Entscheidung.

Fazit: Lasst doch mal die Natur in Ruhe. Nur das Nötigste machen, wie Hecken schneiden, Haus und Wege freihalten. Mut zum Liegenlassen, zum Nichtstun, zur Wildnis, zur Natur. Auf diese Weise entsteht ein kunstvoller Garten. Wenn die Natur sich selbst überlassen bleibt, bleibt Natur, was sie ist – reine Kunst. Der Natur gehorchen, nicht versuchen, sie zu beherrschen. Sie kann nur liebevoll ein wenig eingedämmt werden. Grundstücksbesitzer haben kein Recht auf den Garten, sie haben ein Recht auf das Dach über ihren Köpfen, der Rest gehört der Natur. Diese kann selbstverständlich genutzt werden, indem sich darin bewegt wird und auch gegen Tisch und Stühle in einer freigeschnittenen Ecke ist nichts zu sagen. Auch wenn ein Stück Natur vom Grundbuch her einem Menschen gehört, gehört die Natur weiterhin größtenteils sich selbst. Wer im Grundbuch steht, hat die Erlaubnis, die Natur etwas einzudämmen und nur das wirklich Notwendige zu tun. Alles andere macht die Natur in Eigenregie. Es ist wie mit dem eigenen Körper, der seiner Natur gemäß behandelt werden will. Seine Grundbedürfnisse müssen erfüllt werden und dann muss er sehen, wie er klarkommt. Den Körper wie ein eigenständiges Ökosystem betrachten, welches jedem Menschen freundlicherweise für kurze Zeit zur Verfügung gestellt wurde. Mit der uns umgebenen Natur ist es das Gleiche.

Der Inhalt des Textes gibt eine Meinung wieder, die aus verschiedensten themenbezogenen Quellen stammt und mit KI-Unterstützung erarbeitet wurde. Das Ergebnis wurde mit den Ansichten des Autors verknüpft. Der daraus resultierende Text nimmt für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch. Dabei ist nicht gänzlich auszuschließen, dass trotz sorgfältiger Prüfung einige der hier getätigten Aussagen Fehler enthalten können; insbesondere die spekulativen, meinungsbehafteten Passagen. Meinungen sind Gedanken und Gedanken sind häufig unvollständig, lücken- sowie sprunghaft und stellen Fragen, die manchmal offenbleiben. Dieser Text soll dem Leser als Anregung dienen, sich weitergehend über das Dargelegte zu informieren. Nach dem Motto: Informiere dich weitläufig; nur durch eine Quelle allein kann man sich keine Meinung/kein Urteil bilden, keine Erkenntnis erlangen und sich kein Wissen aneignen!

Geschrieben Oktober 2026

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Aufschrei – Verbot des Yin-Yang-Symbols

Newsflash 006

Aaron King, Kolumnist vom
Noxlupus Verlag

Die WAB (wissen alles besser) fordert, dass das Yin-Yang-Symbol in Deutschland schnellstmöglich verboten wird. Nach Auffassung der WAB dürfte es künftig nur noch in Museen gezeigt werden. Auch eine Verwendung im Schulunterricht als historisches Beispiel für Diskriminierung und Ausgrenzung soll erlaubt bleiben. Des Weiteren sei eine Ausnahme für die Kunst grundsätzlich denkbar, sofern diese sich in einem von der WAB noch festzulegenden Rahmen bewegt. Doch wie kommt die WAB dazu, dieses seit Jahrzehnten in Deutschland von vielen Anhängern fernöstlicher Philosophien und Religionen beliebte Symbol zu stigmatisieren? Dieses unschuldige Ding, welches von vielen als Sinnbild für Harmonie, Ausgleich und die Gegensätzlichkeit einander ergänzender Kräfte verstanden wird. Noch dazu, wo es seit Jahren völlig unbehelligt auf Schmuck, T-Shirts, ja selbst auf der Haut zur Schau gestellt wird. Im Folgenden ein Statement von Professor Doktorin Immerrecht.

»Wir von der WAB haben nach jahrelanger Forschung zweifelsfrei bewiesen, dass … ich betone, dass ich die beiden Worte höchst ungern ausspreche und mich ausdrücklich von ihnen distanziere, aber für die wissenschaftliche Vollständigkeit werde ich die Worte benennen, also dass das Yin und das Yang ein zutiefst frauenfeindliches und menschenverachtendes Machwerk darstellt. Es fördert nicht nur das Schubladendenken, sondern diskriminiert Menschen in praktisch jeder nur denkbaren Richtung. So ist das Symbol bereits von der Optik her höchst problematisch, denn die demonstrativen Kurven und Rundungen weisen eine unverkennbar weiblich sexualisierte Formensprache auf. Noch schwerer wiegt die Einteilung in Frau und Mann, da dieses Schubladendenken viele Menschen von vornherein ausschließt. Denn wir wissen aus Umfragen, dass es deutlich mehr Geschlechter gibt als nur Mann und Frau. Doch unsere Untersuchungen haben noch wesentlich Beunruhigenderes zutage gefördert. So zeigte sich bei einer genaueren Analyse der zugeordneten Begriffe ein strukturelles Muster. Dieses Muster kann kaum anders interpretiert werden als die gezielte Unterdrückung weiblicher Personen.
 
Als Beweisgrundlage werde ich Ihnen einige der brisantesten Befunde präsentieren. So wird beispielsweise dem Weiblichen das Innere zugeordnet, dem Männlichen das Äußere. Die Botschaft ist kaum zu übersehen: Die Frau gehört ins Haus und ist fürs Kochen, Putzen und Wäschewaschen zuständig, während sich der Mann draußen frei bewegen darf. Das weibliche Yin steht für verborgen und das männliche Yang für sichtbar. Auch hier ist die Rollenverteilung eindeutig: Frauen sollen aus der Öffentlichkeit verschwinden, während Männer gesehen werden dürfen. Bei der Gegenüberstellung von passiv und aktiv wird Frauen ein eigenständiges Handeln praktisch abgesprochen. Sie haben passiv zu bleiben, während Männer handeln und bestimmen. Selbst die Abhängigkeit ist bereits angelegt: Das Weibliche empfängt, das Männliche bringt hervor. Die Frau empfängt also das Geld, das der schwer arbeitende Mann nach Hause bringt. Und dabei habe ich die Zuordnungen von dunkel und hell, unten und oben sowie kalt und warm noch gar nicht angesprochen. Ich denke, es bedarf keiner weiteren Erläuterung, welche gesellschaftlichen Hierarchien hier seit Jahrhunderten symbolisch reproduziert werden. Und aus diesem Grund hat ein solches Symbol in unserer modernen, aufgeklärten, meinungsvielfältigen Gesellschaft keinen Platz und gehört verboten.«

»Ähm, ja, ganz gewiss. Es ist beeindruckend, mit welcher Intensität Sie sich mit Yin und Yang auseinandergesetzt haben. Und Sie scheinen sehr genau verstanden zu haben, worum es dabei geht. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch weiterhin solche Themen für uns verständlich aufbereiten und uns die Augen dafür öffnen, was gesellschaftlich problematisch ist. Das war Professor Doktorin Immerrecht von der WAB. Vielen Dank.«

Geschrieben September 2026

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Gedanken über … Krieg

Zwischenmenschliche Gewalt gibt es von jeher und mit dem Beginn der Sesshaftigkeit wurde diese vermutlich verstärkt. In dieser Zeit fingen Menschen an, Land dauerhaft zu nutzen und zunehmend Besitz anzusammeln. Sie ließen sich in größeren Gemeinschaften nieder, was zu einer Zunahme von Gütern und damit auch zu Konkurrenz und Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppen führte. Das Ergebnis war eine soziale Ungleichheit, bedingt durch das Mehr-haben-Wollen Einzelner. Raubzüge und kollektive Gewalt wurden dabei zuweilen auch als alternative Strategie genutzt, um sich Land und Güter anzueignen. Mit der Entstehung von Staaten und komplexeren Gesellschaften im Laufe der Jahrhunderte wurden Kriege oft von politischen Führern oder Monarchen initiiert, um Macht, Einfluss und Territorium zu erweitern. Diese Kriege wurden häufig durch ideologische oder religiöse Motive gerechtfertigt. Dieses Muster blieb bis in die heutige Zeit bestehen.

In den letzten Jahrhunderten kam eine weitere Kriegsform hinzu: der Wirtschaftskrieg. In diesem versucht ein Staat, einem anderen Staat wirtschaftlich zu schaden, um politischen Druck auszuüben. Das kann beispielsweise durch Sanktionen (Maßnahmen oder Strafen, die als Reaktion auf ein bestimmtes Verhalten verhängt werden), Handelsverbote, hohe Zölle oder das Sperren von Geld und Waren geschehen. Auch die Industrie und der Handel kennen solche „Kriege“. Hier sind es dann Wettbewerbs-, Konkurrenz- und Preiskämpfe.

Krieg ist immer ein Akt der Gewalt, denn er bedeutet das Opfern und das Auslöschen von Menschenleben. Krieg äußert sich als ein mit Waffen ausgetragener organisierter Konflikt zwischen größeren organisierten Gruppen, insbesondere Staaten, der sich meist über einen längeren Zeitraum erstreckt. Dabei werden auf beiden Seiten die verfügbaren militärischen Mittel eingesetzt, um die eigenen politischen, territorialen, wirtschaftlichen oder anderen Ziele durchzusetzen. Krieg kann eine Umverteilung von Gebieten, Gütern und eventuell Menschen (Flucht, Vertreibung, Deportation oder Grenzverschiebungen) nach sich ziehen.

An einem Krieg sind mindestens zwei Parteien beteiligt, deren Kräfte sich in kleinere Kampftruppen aufteilen. Jeder Trupp hat seine spezielle Aufgabe, die er erfüllen muss. Gekämpft wird im Kleinen für das Große, und in beiden Fällen geht es darum, das Gegenüber durch physische und psychische Gewalt zur Aufgabe zu zwingen; den Gegner zur Erfüllung des eigenen Willens zu bringen. Der Krieg ist das Mittel, um dieses zu erreichen.

In einem Krieg wird nicht ein Mensch allein getötet; es geht um ganze Gesellschaften mit ihren Generationen. Der Tod ist das eine und Krieg alles andere. Der Tod ist eine Folge des Krieges, der weit darüber hinausreicht. Er hinterlässt körperliche und seelische Verletzungen, zerstört Familien und gesellschaftliche Strukturen und vernichtet Lebensgrundlagen. Neben den Menschen fordert der Krieg weitere Opfer, die selten erwähnt werden, etwa Tiere, Natur und ganze Ökosysteme. Zu dieser Zerstörung tragen nicht nur die eigentlichen Kriegshandlungen bei, sondern auch eine Vielzahl militärischer Übungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie die Erprobung neuer Waffensysteme. Die Auswirkungen eines Krieges prägen somit ganze Generationen und enden nicht zwangsläufig mit dem Ende der Kampfhandlungen.

Krieg ist ausgedehnte Politik mit Gewaltmitteln. Politik ist im Kriegsfall nicht bloß Parteipolitik oder Diplomatie, sondern es geht weit über die kommunikative Ebene hinaus. Es geht um eine politisch eingebettete, geleitete Eskalation. So muss Politik auch während des Krieges bestimmen, welche militärischen Ergebnisse notwendig sind. Das Militär kann nicht selbst bestimmen, welchen politischen Zweck der Krieg haben soll. Die Politik gibt Anweisungen an die Militärspitze, die wiederum das politisch Gewollte in die Tat umsetzen muss. Die Intensität des Krieges ergibt sich daher nicht allein aus militärischen Faktoren. Sie hängt wesentlich davon ab, was politisch gewollt ist. Die Politik besitzt so die Möglichkeit oder vielmehr hat die Aufgabe, die militärische Gewalt bewusst zu begrenzen.

Krieg ist kein Selbstzweck. Die Wehrlosigkeit des Gegners sollte ein mögliches militärisches Ziel des kriegerischen Aktes sein, nicht seine Vernichtung. Wenn Staat A Staat B dazu bringen möchte, ein umstrittenes Gebiet abzutreten, lautet der politische Zweck: B soll das Gebiet abtreten. Er lautet nicht automatisch: B soll vernichtet werden. Die Niederwerfung der Streitkräfte von B könnte ein Weg sein, den politischen Zweck zu erreichen.

Krieg braucht keine Mehrheit, die ihn befürwortet, sondern nur genügend Menschen, die ihn unterstützen. Die Kriegsführung geht von der Politik aus, die dem Militär befiehlt und dem Volk ihr Tun erklären muss, damit es der politischen Führung weiter folgt und sie unterstützt. Diese drei Komponenten werden durch Emotionen (Hass, Ängste, allgemeine Feindschaft) beeinflusst, die sich auf das Volk auswirken und die Moral der Truppe beeinflussen. Da diese drei Kräfte gleichzeitig wirken und miteinander in Spannung stehen und sich durch neue Umstände permanent verändern, kann Krieg nicht als politisch geradliniger, unveränderbarer Plan betrachtet werden. Auch ein militärisch sinnvoller Plan kann scheitern, wodurch die Politik erneut gefordert ist, zu handeln.

Im Krieg handeln Menschen gegen Menschen in unterschiedlichsten Umgebungen. Zwischen Planung und Ergebnis treten Unsicherheit, Zufall, moralische Kräfte, menschlicher Wille, Gefahr, Unvorhergesehenes und die Reaktion des Gegners. Besonders zu beachten ist, dass der Gegner selbstständig handelt. „Wenn ich meinen Plan ändere, reagiert mein Gegner; auf seine Reaktion muss ich wiederum reagieren.“ Krieg ist keine Handlung gegen einen unbeweglichen Gegenstand, sondern eine Wechselwirkung zweier lebendiger Kräfte; Krieg lebt, Krieg ist Leben, ein lebendiger Vorgang. Eine Regel, die in einem Krieg funktioniert hat, muss nicht im nächsten funktionieren. Eine zahlenmäßige Überlegenheit konnte vielleicht einmal oder öfter den Sieg bringen, ist aber keine Garantie für folgende Kriege. So gibt es keine immer geltenden Vorgehensweisen wie: „In Situation X muss immer Handlung Y durchgeführt werden.“

Nüchtern betrachtet ist Krieg ein Mannschaftssport. Wie beim Fußball werden Strategien mit ihren Taktiken entworfen und angewendet. Das Ergebnis wird analysiert und Verbesserungen werden vorgenommen. Es wird ausprobiert und sich mit Theorien beschäftigt, damit relevante Faktoren erkannt werden, um Ursache und Wirkung auseinanderzuhalten, Situationen zu vergleichen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden und historische Erfahrungen kritisch zu beurteilen. Es wird immer mit Wahrscheinlichkeiten gearbeitet, da nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, welche Handlung optimal ist. Ein Angreifer hat dabei die Möglichkeit des Überraschungsmoments auf seiner Seite, doch während er voranschreitet, können Probleme entstehen, die ihn schnell schwächen können. Oder aber nach mehreren Siegen könnte angenommen werden, der Gegner sei schwach geworden. Durch solche scheinbaren Erfolge kann die Objektivität über das eventuelle gleichzeitige Abnehmen der eigenen relativen Stärke verdeckt werden. Der strategisch kluge Angreifer muss daher erkennen, wann der politische Zweck erreicht ist beziehungsweise wann die Risiken eines weiteren Vormarsches den möglichen Gewinn übersteigen; der Angreifer muss wissen, wann er aufhören muss.

Ein Verteidiger muss im Gegenzug erkennen, wann die defensive Stärke in einen erfolgreichen Gegenangriff umgesetzt werden kann. Verteidigung bedeutet erhalten, bewahren und verhindern. Angriff bedeutet erwerben, erobern und verändern. Der Angreifer sagt: „Ich will dir etwas nehmen.“ Der Verteidiger sagt im einfachsten Fall: „Du sollst mir das nicht nehmen.“ Der Verteidiger besitzt den Vorteil des Abwartens. Der Angreifer muss handeln, marschieren, Kräfte bewegen, Versorgung nachführen, Widerstand überwinden und fremden Raum durchqueren. Der Verteidiger kann dagegen viele Vorteile des bekannten Raumes nutzen. Er kann teilweise davon profitieren, dass der Angreifer zu ihm kommen muss. Wenn die Verteidigung erfolgreich ist, verändert sich das Kräfteverhältnis. Der Angreifer verliert möglicherweise Soldaten, Material, Zeit, Moral, Versorgungssicherheit oder politische Unterstützung. Gleichzeitig kann der Verteidiger Kräfte sammeln. Dadurch kann ein Moment entstehen, in dem der Verteidiger selbst zum Angriff übergeht; die Verteidigung kommt zum Gegenangriff. Eine Verteidigung, die niemals auf einen Gegenstoß abzielt, ist auf Dauer meist nicht ausreichend, denn das offensive Element gehört zu einer wirksamen Verteidigung dazu. Der Angegriffene muss seinen eigenen Willen haben und versuchen, diesen durchzubringen.

Krieg ist so betrachtet keine einseitige Gewalthandlung, sondern ein Wechselspiel zweier widerstreitender Interessen. Der Angegriffene ist kein passives Objekt, wodurch ein Krieg zu einer Gewaltspirale wird. Wenn A seine Gewalt steigert, hat B einen Grund, ebenfalls mehr Gewalt einzusetzen. Darauf muss A wiederum reagieren. Bei diesem Gewaltabgleich geht es darum, dass es eine Partei schafft, die andere zur Aufgabe zu zwingen oder ihre Fähigkeit zur weiteren Gewaltanwendung entscheidend einzuschränken. Entscheidend dabei sind die zur Verfügung stehenden Mittel, der Zusammenhalt und die Willenskraft sowie die Überzeugungskraft der Politiker, die Soldaten und das Volk zum Weitermachen zu bewegen.

Die Menschheitsgeschichte soll von 14.400 Kriegen mit 3,5 Milliarden Toten geprägt sein. Grob bedeutet das, dass etwa jeder dreißigste Mensch, der je auf der Erde gelebt hat, in einem Krieg umgekommen ist. Dies zeigt, dass ein Krieg kein Einzelfall ist, sondern eine zentrale Rolle in der Menschheitsgeschichte spielt. Dabei sind nicht allein die Getöteten die Leidtragenden, denn neben ihnen stehen die zerstörten Familienverbunde sowie die Gruppen, in denen sie lebten. Auch das generationsübergreifende Trauma gehört dazu, welches bis weit nach dem Krieg wirkt.

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts sollten Kriege im eigentlichen Sinne eine antiquarische Angelegenheit sein. Sie werden nicht mehr benötigt; sie können in Rente geschickt, in Museen ausgestellt und in der Kunst verarbeitet werden. Der Mensch besitzt gerade heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, Auseinandersetzungen anderweitig zu regeln. Allein aus dem Grund, dass die Welt zusammengewachsen ist und jedes Land von einem anderen abhängig ist, sollte alles auf Kommunikation und Unterstützung ausgelegt sein und nicht auf kriegerische Vorgehensweisen. Nationalkriege sind niemals gerechtfertigt, und egal, wer „gewinnt“, am Ende haben beide Seiten viel verloren. Der Hauptgewinner ist eine unsichtbare dritte Partei: diejenige, die die Waffen geliefert hat.

Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2024 mit rund 2,72 Billionen US-Dollar einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem realen Anstieg von 9,4 Prozent. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und bewaffneter Konflikte wird weltweit verstärkt aufgerüstet. Dieses Mehr an Waffen führt nicht zwangsläufig zu mehr Sicherheit und Stabilität, sondern kann auch das gegenseitige Bedrohungsempfinden verstärken und eine weitere Aufrüstung begünstigen. Ist es dann nicht ratsam, dass mutige Länder wieder beginnen abzurüsten und Wege zu eröffnen, Konflikte anderweitig zu lösen beziehungsweise ihnen bereits in der Entstehung entgegenzutreten?

Grundsätzlich sollten alle Länder aufgefordert sein, wenn irgendwo auf der Welt ein Krieg aufkeimt, sich damit zu beschäftigen, um Gewalt- und Vernichtungskatastrophen zu verhindern. Dabei darf es im Ansatz nicht um Parteiergreifung gehen, sondern darum, die Rolle eines neutralen Schlichters einzunehmen, um eine Lösung zu finden. Gerade wenn ein Krieg in der Ferne stattfindet, sollte in den „unbeteiligten“ Ländern nicht das einfache Bild von den Guten, die sich gegen die Bösen verteidigen, verbreitet werden. So eine Darstellung führt leicht zur Spaltung und zu Unruhen im eigenen Land. Es müssen Wege gefunden werden, die eine Lageraufteilung verhindern und nicht fördern.

Doch in der Realität sieht es meist anders aus. Dort scheinen die Berichterstatter die Aufgabe zu haben, für die Bevölkerung die eigentlichen Kriegsparteien einzuordnen. Allerdings ist dies meist komplexer, als es oberflächlich betrachtet den Anschein hat. Denn wichtig dabei ist es, den gesamten Zusammenhang der Situation zu kennen, also auch die Vorgeschichte, um eine Beurteilung abgeben zu können. So eine Vorgeschichte kann sich über Jahrzehnte erstreckt haben und viele verzweigte Stränge besitzen. Doch allzu oft werden diese nötigen tiefgreifenden Analysen nicht gemacht oder verschwiegen, und es gelten dann nur die Aussagen und Meinungen von wenigen, die die Sachlage vereinfacht darstellen. Gegendarstellungen werden diffamiert, und es wird deutlich gemacht, auf welcher Seite man zu stehen hat. Ein guter Rat dabei ist vielleicht: „Glaube den Mächtigen nicht blind, wenn sie Gefahr beschwören und der Krieg als alternativlos verkauft wird.“

Der Inhalt des Textes gibt eine Meinung wieder, die aus verschiedensten themenbezogenen Quellen stammt und mit KI-Unterstützung erarbeitet wurde. Das Ergebnis wurde mit den Ansichten des Autors verknüpft. Das daraus resultierende Ergebnis nimmt für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch. Dabei ist nicht gänzlich auszuschließen, dass trotz sorgfältiger Prüfung einige der hier getätigten Aussagen Fehler enthalten können; insbesondere die spekulativen, meinungsbehafteten Passagen. Meinungen sind Gedanken und Gedanken sind häufig unvollständig, lücken- sowie sprunghaft und stellen Fragen, die manchmal offenbleiben. Dieser Text soll dem Leser als Anregung dienen, sich weitergehend über das Dargelegte zu informieren. Nach dem Motto: Informiere dich weitläufig; nur durch eine Quelle allein kann man sich keine Meinung/kein Urteil bilden, keine Erkenntnis erlangen und sich kein Wissen aneignen!

Geschrieben September 2026

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Passend zu diesem Text Manifest der Einsicht I

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Alphantis – Epilog

Alphantis – Das Erstland, im Zeitalter der Kunst

Nie wieder wurden DIE in Alphantis gesichtet, noch tauchte ein weiterer ER auf. Die Menschen von Alphantis lebten wie eh und je. Für sie hatte sich nichts geändert. Sie lebten in der Kunst, um ein ausgeglichenes Leben zu erhalten. Dieses lehrte sie, niemals mitzumachen, wenn eine Gruppe oder gar ein Einzelner ankommt und eine gelebte Lebensweise verändern zu wollen. Egal in welchem Gewand DIE oder ER sich präsentieren; denn schöne Gewänder gibt es gar viele. Es zählt nur, was sich darunter befindet.

Alphantis, das Land, das keinen Widerstand leistete, als DIE kamen, um ihr Gedankengut und ihre Ideologien zu verbreiten. Die Alphantianer leisteten keinen Widerstand und dennoch verschwanden DIE immer wieder. Ohne Gewalt, denn diese existiert in Alphantis nur auf der Bühne.

Nun mag sich der Leser fragen, ja wo liegt denn dieses Fleckchen mit Namen Alphantis? Er befindet sich dort, wo die Liebe zur Natur allgegenwärtig ist und die Kunst herrscht. Wo Menschen wirken, denen das Ganze mehr gilt als der eigene Vorteil. Wo dies durch die Liebe zu den Dingen und den Handlungen des alltäglichen Lebens miteinander verbunden ist. Dort wird es gefunden, das Fleckchen Alphantis, dem Erstland, im Zeitalter der Kunst. Auch wenn dieses auf den Landkarten vergebens gesucht wird.

So verabschieden wir uns von dem Land, in dem die Diktatur herrscht, die Diktatur der Kunst, welche aus der Natur entspringt und das Leben gestaltet. Nirgends sonst im Universum gibt es diese Form der Diktatur … zumindest ist nichts darüber bekannt. Alphantis, ein Beispiel einer Lebensart und vielleicht zugleich eine Metapher, für das eigene Innenleben, geprägt von der fast immer gleichen Abfolge des Widerstehens gegenüber Verführungen, die sekündlich bewältigt werden müssen.

Alphantis, eine Idee, ein Angebot zum Alphantisieren. Die Welt sollte alphantisiert werden. Denn dort, wo die Kunst herrscht und gelebt wird, dort liegt das Wahrhaftige verborgen.

Willkommen in Alphantis.

Geschrieben 2026

Mehr zu Alphantis und der -tis Trilogie gibt es hier.

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Erschreckend – Die Fachwelt ist ratlos!

Newsflash 005

Aaron King, Kolumnist vom
Noxlupus Verlag

Immer mehr Menschen verlieren sich in der Welt des Cloud-Computing. Darüber sprachen wir mit Professor Doktor Doktor Update, Leiter des WPH (Was-passiert-hier) Instituts. Von ihm erfuhren wir, dass die Menschen neuerdings bei ihren täglichen Aufgaben dermaßen unter Druck stehen, dass ein entspanntes und ruhiges Leben gar nicht mehr möglich ist. Die Hauptursache für diese missliche Lage liegt seines Erachtens in den täglich neuerscheinenden Apps sowie den Geräten. Diese beiden sind eigentlich dazu gedacht, das Leben der Menschen zu erleichtern. Doch die Wahrheit scheint das Gegenteil zu sein, bemerkte der Professor Doktor Doktor Update, ohne näher darauf einzugehen.

Er ging nahtlos dazu über und erklärte, dass sich ein weiteres Phänomen in der Gesellschaft herauskristallisiert habe, das er „Kommentierzwang“ nannte. Es geht mittlerweile schon so weit, dass unter Straßenplakaten Kommentare gekritzelt werden. Auch die Panik davor, etwas zu verpassen, zum Beispiel ein Video, ist vermehrt zu beobachten. Es herrscht Angst, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden, wenn bei einem Thema nicht mitgeredet werden kann. Der Drang, alles durch Teilen zu verbreiten, ist in den letzten Jahren ins Unermessliche angestiegen.

Äußerst bedenklich sieht Update die Entwicklung der Gerätschaften, die immer stärker die Kontrolle übernehmen. Beispielsweise bestimmt ein Kühlschrank, was gegessen werden soll und was nicht, erklärte Update, während er auf dem Display seines Smartphones emphatisch herumwischt und einem Hunde-Video einen „Daumen hoch“ gibt. Nebenbei berichtet er, dass sich die Wissenschaft diese Entwicklung nicht erklären kann. Auch über den Zeitpunkt, wann das alles begonnen hat, herrschte Unklarheit. Alles sei plötzlich da gewesen.

Wir hörten interessiert dem Professor Doktor Doktor zu, als sein Smartphone eine Melodie von sich gab und Update sogleich aufgeregt auf dem Touchscreen herumtippte und im Anschluss meinte, dass er das Gespräch unterbrechen müsse, da sein Küchenroboter sich gemeldet habe. Auf die Nachfrage, was dieser denn wollte, erwiderte Update, dass das Essen gleich fertig sei. Zudem benötigte der Kühlschrank noch Milch. »Milch«, murmelte er und meinte zu uns: »Milch trinke ich schon seit Jahren nicht mehr, aber der Kühlschrank hat das noch nicht verstanden. Ich habe schon alles versucht, aber das mit der Kühlschranksoftware funktioniert irgendwie nicht. So kaufe ich halt eine Packung pro Woche und kippe diese dann nach ein paar Tagen in den Ausguss. Auf diese Weise gibt der Kühlschrank wenigstens Ruhe und jagt mich nicht mehr nachts aus dem Haus, um Milch zu besorgen. Das Dumme dabei ist nur, dass ich zurzeit keine Milch und auch nichts anderes mehr kaufen kann, da mein Bankkonto verschwunden ist.«

Wir fragten nach dem Grund, doch diesen konnte er uns nicht nennen. Er habe schon auf verschiedenste Art versucht, es wiederherzustellen, doch vergebens. Niemand reagiert auf seine Mails und eine Hotline gibt es schon lange nicht mehr. Die Anweisungen, die er in der App Schritt für Schritt abgearbeitet hat, führten ihn nur im Kreis herum. »Naja, und langsam wird der Kühlschrank echt aggressiv, da er keine Milch mehr bekommt und droht nun zu allem Überfluss mit einer Komplettverriegelung.«

Wir verabschiedeten uns vom Professor Doktor Doktor Update und mussten ein wenig über den Spruch schmunzeln, den wir gerade auf dem Smartphone lasen und den wir sogleich mit einem Grinse-Emoji belohnten.

Geschrieben 2019

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Alphantis – Episode 8

Alphantis – Das Erstland, im Zeitalter der Kunst

Eines Tages kamen Himmelsreisende mit einem Flugschiff nach Alphantis. Sie landeten außerhalb des Dorfes Xsaxus auf einem brachliegenden Acker und verließen ihr Raumfahrzeug, um sich sogleich alles genau anzuschauen. Die Außerphantisten bewegten sich in einem zackigen Marsch, die Arme wurden im Rhythmus seitlich an ihren bulligen Körpern hoch und runter geschwungen. Einige von ihnen ließen rote Fahnen an Stangen im Wind wehen, in deren Mitte sich ein weißer Stern befand. Die schwarzen Ledermäntel hingen schwer an ihren Körpern, die Kragen hochgestellt und die Augen versteckt hinter dunklen Brillengläsern. Am Ende ging ein unscheinbar wirkender zierlicher Mann, dessen Körpergröße die anderen um fast zwei Kopflängen unterbot. Ein maßgeschneiderter dunkelblauer Anzug umschloss seinen Körper. Begleitet wurde er von zwei Männern, die etwas größer waren als er. An ihren beigefarbenen Uniformjacken funkelten zahlreiche Orden.

Die vordersten fünf Männer riefen nacheinander in Megaphone:
»ER, der gekommen ist, uns den Weg zu weisen!«
»ER, der befiehlt, damit wir folgen!«
»ER, der Führer des rechten Weges!«
»ER, der Herrscher über alles!«
»ER, der hinter den Reihen geht!«
Diese Parolen wiederholten sie, während sich die Abteilung durch Xsaxus und am Ende durch ganz Alphantis bewegten. Die Schar sorgte für großes Aufsehen und immer mehr Menschen schlossen sich ihnen an. Die Einwohner von Alphantis folgten der Prozession und wurden Teil von ihr. Dabei hatte es den Anschein, als kannten sich die neuen Besucher bestens aus, denn ihr Marsch führte direkt zum Amphitheater. Dort verteilten sich die Männer mit ihren Fahnen auf der obersten Tribüne. ER begab sich mit seinen uniformierten Begleitern zur Bühne, wo die Megafonmänner ein Rednerpult aufstellten. Währenddessen nahmen die anwesenden Bewohner von Alphantis auf der Tribüne Platz. Als alles so weit aufgebaut war, begab ER sich hinter das Pult, hob den rechten Arm und begann mit bewegendem Zeigefinger seine Worte seinem Publikum entgegenzuwerfen.

***

Die Alphantianer lauschten gespannt den Worten, die ER an sie richtete: »Meine lieben Freunde! Ich habe gehört, dass dieses Theater euer gemeinsamer Lieblingsplatz ist, drum nutze ich diesen, um zu euch zu sprechen. Ihr seid ein Volk des Wortes und des Spiels. Das begrüße ich sehr, ihr habt Verstand und macht, was gut für euch ist«, die Zuhörer nickten bestätigend und ER fuhr fort: »Daran will ich absolut nichts ändern und es spricht für euch, dass ihr allen Verführungen tapfer entgegengetreten seid. Ich bin jetzt zu euch gekommen, damit alles so bleiben kann, wie ihr es kennt. Ich und auch niemand von meinen Gefolgsleuten haben die Absicht, euch zu etwas zu überreden. Vielleicht sieht es so aus, doch es sind alles nur Vorschläge, die ihr freiwillig eingehen könnt. Ich betone: Es ist alles freiwillig, niemand wird gezwungen. Nur, und das müsst ihr mir, meine lieben Freunde, zugestehen, möchte ich gerne eure Zustimmung für meine Führungsposition. Denn ich bin der offizielle Vertreter der neuen Ordnung der Welt. Ich bin dazu auserwählt, diese umzusetzen und euch zu führen. Eine Ordnung, wie sie bereits überall herrscht. Ihr werdet ein tolles Wirtschaftssystem bekommen, ausreichend Arbeit und Geld.«

Inhaltlich wiederholte ER alles, was DIE zuvor bereits von sich gaben. Doch nur er verstand es, dass es auch bei den Menschen wirklich ankam. ER redete ohne Unterbrechung, dabei gestikulierte er wild mit seinen Armen, hob und schwenkte immer wieder mahnend den rechten Zeigefinger, den er einsetzte, wie der Dirigent seinen Taktstock. Mimik, Gestik, Stimme, alles war auf die Worte bis zur Perfektion abgestimmt. Ja, selbst die Worte sprach ER so punktgenau, dass diese eine hypnotische Wirkung entfalteten. Mal wurden die Worte langsam gesprochen, dann kamen sie kurz und knackig, Buchstaben wurden an passender Stelle gedehnt oder gerollt. So war es nicht der Inhalt, der die Menschen von Alphantis bewegte. Nein, es war die Form, der Klang, der emotionale Sog, der sich dahinter verbarg.

»Doch leider, meine Freunde, gibt es hier ein großes Übel unter euch«, er machte eine andächtige Pause, senkte leicht den Kopf und die Zuschauer hielten den Atem an. Plötzlich richtete er sich auf und es brach mit der Unterstützung seines rechten Armes aus ihm heraus: »Es ist das Übel der Rothaarigen«, erneut eine kleine Pause, »ja, ihr habt recht gehört und es ist leider so«, sein rechter Zeigefinger schwang energischer, ja geradezu drohend, »es sind die Rothaarigen unter euch, die Zwietracht säen, denn nur sie sind auf ihr eigenes Wohl bedacht. Sie sind es gewesen, die alles daran setzten, um all DIE lieben Menschen mit ihren Ideen ins Lächerliche zu ziehen. Sie haben euch blonden und dunkelhaarigen Menschen verführt, verführt dazu, Widerstand gegen DIE zu leisten. Und darum gibt es nur eine Lösung und die heißt: Vertreibung und am Ende … ich sage es ganz deutlich, meine Freunde, steht ihre Vernichtung!«

Plötzlich begannen die nicht betroffenen Menschen aufzuspringen und lauthals über die Rothaarigen zu schimpfen, zeigten auf diese und setzten sich von ihnen weg. Zu den angefeindeten gehörten auch die Geschwister Zoey und Silias mit seinem Sohn Elias. Im Gegenzug rückten die Rothaarigen angsterfüllt dichter zusammen. Nur mit Mühe und beschwichtigenden Armbewegungen schaffte ER es, die aufgebrachte Menschenmenge wieder zu beruhigen, auf dass sie ihm wieder ihre Aufmerksamkeit schenkten und sich setzten. Innerlich frohlockte er, dass ER es wieder einmal vollbracht hatte, eine Gemeinschaft in zwei Lager zu spalten. Nicht aus Böswilligkeit, es war nur zu ihrem Besten, wie alles, was er tat. So nahm er diesen Gedanken auf und sprach: »Es ist doch so, liebe Freunde, ihr wisst doch, dass ich es nur gut mit euch meine, wir stehen alle zusammen wie ein Mann und wenn ich sage, es muss so sein, dann ist das so. Und wenn ich sage, wir müssen in den Krieg ziehen, dann werden wir in den Krieg ziehen! Weil ihr ihn doch auch wollt, den absoluten Krieg gegen die Rothaarigen! Damit es zum Endfrieden kommen kann! Denn eines ist doch vollkommen klar meine Freunde«, er machte eine andächtige Pause, »ohne Krieg wird es niemals Frieden geben können! So frage ich euch, wollt ihr den absoluten Krieg gegen die Rothaarigen?«
Alle jubelten. Außer den Rothaarigen.
»Wollt ihr die absolute Führung?«
Alle jubelten. Außer den Rothaarigen.

Die Alphantianer waren ganz im Banne von ER und allmählich verstanden sie, was ER wollte und waren begeistert. Sie hatten ihren Führer, ihren wahren Gott gefunden, den Gott der Kunst, den Gott der Bühne. Keiner übertraf sein Schauspiel, das Auftreten seines Gefolges, ihre Kleidung und ihr Gebaren. Es war die absolute Kunst. Alles, was ER von sich gab, war nicht zu überbieten. Es war alleine für die Bühne geschaffen worden, nicht für die Realität.

Nach der Kundgebung von ER mischten sich die Alphantianer wieder untereinander, lachten und umarmten sich herzlich. Beglückwünschten sich zu dem spontanem Schauspiel. Ariana hingegen machte sich auf den Weg zu ER. Als sie vor ihm stand, musterte sie ihn von oben bis unten und fragte: »Sag mal, wie heißt du eigentlich?«
ER senkte den Kopf und schaute lächelnd Ariana in die blauen Augen, die aus ihrem Engelsgesicht leuchteten. ER legte seine rechte Hand auf die strohblonden Locken des Kindes und sagte mit einer streichelnden Bewegung: »Mein Name ist Albert.«
»Albert … das ist ja witzig, klingt wie Albern … Onkel Albern hi, hi«, freute sich Ariana, griff nach seiner Hand und ordnete an: »Komm, lieber Onkel Albern, wir gehen Schaukeln!«

***

ER, der immer da sein wird.
ER, der sich niemals ändern wird.
ER, der niemals entfernt werden kann.
ER, der so genommen werden muss, wie ER ist … nur eines nicht: ernst.
ER kam, ER sah, ER blieb!

So wurde ER in die Gemeinschaft von Alphantis absorbiert, wie einst die Krieger. ER wurde von den Bewohnern so gelassen, wie ER war, ER schwang seine Reden auf der Bühne, auch wenn keiner da war, um ihm zuzuhören, was ihn nicht störte, solange er reden durfte. Die Alphantianer kreierten Theaterstücke, in denen ER redete und weitere Schauspieler auf der Bühne agierten in Kriegen oder inszenierten totbringende Seuchen. Einfach alles, was sich in ihrer Kiste der Bühnenkunst befand, wurde auf ER abgestimmt oder mit ihm in Verbindung gebracht. Es gab kein einziges Stück, in dem ER nicht zu sehen war. ER war immer präsent, auch wenn es nur unscheinbar im Hintergrund war. ER redete viel, doch hatte in Alphantis nichts zu sagen.

Ende der achten Alphantis-Episode, in der ER kam, um Herrscher zu werden und wurde am Ende ihr Führer – Der Führer der Kunst.

Geschrieben 2026

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Alphantis – Episode 7

Alphantis – Das Erstland, im Zeitalter der Kunst

Eines Tages kamen Himmelsreisende mit einem Flugschiff nach Alphantis. Sie landeten außerhalb des Dorfes Xsaxus auf einem brachliegenden Acker und stürmten in Marschformation, also einer geordneten beziehungsweise strukturierten Anordnung, aus ihrem Raumfahrzeug, um sich sogleich alles genau anzuschauen. Sie trugen einheitliche Tarnfleckenbemusterte Kleidung, die Füße steckten in schwarzen, groben, aber dennoch auf Hochglanz polierten Schnürstiefeln und olivgrüne Stahlhelme krönten ihre Köpfe. Vor ihren Körpern hielten sie Sturmgewehre, bereit zum Anlegen.

Der Trupp rannte durch die Wohnanlage von Xsaxus, über den Marktplatz, weiter zu den umliegenden Einrichtungen bis hin zu den Feldern und Tierstätten. Sie bewegten sich unter größter Behutsamkeit, immer darauf bedacht, in Deckung gehen zu können. Doch es gab keine Veranlassung für DIE dazu, denn nirgendwo trafen sie auch nur auf eine Spur der Dorfbewohner; alles war menschenleer. Die einzigen Lebewesen, denen sie begegneten, waren die Tiere in ihren Behausungen und einiges Wild, welches sich im Wald bewegte. DIE marschierten weiter ins Landesinnere, bis plötzlich Stimmengewirr durch die Bäume drang. In Habachtstellung bewegten DIE sich weiter in Richtung des Getöses, bis sich der Wald lichtete und DIE vor dem Freilichttheater standen. Dieses schmiegte sich malerisch an den Fuß eines majestätischen Felsens, welcher eine natürliche Kulisse darstellte. Die sorgfältig geschwungene Tribüne, die von der Sonne golden angestrahlt wurden, luden die Zuschauer ein, sich in eine Welt voller Geschichten und Emotionen zu begeben.

***

Auf der Bühne schwenkten einige Schauspieler Fahnen und hielten Plakate hoch. Weitere Schauspieler warfen mit Geld um sich, und andere trugen weiße Kittel, hatten Stoff vor dem Mund und es sah so aus, als untersuchten und operierten sie Schauspieler, die Kranke simulierten. Eine andere Schauspielgruppe in schwarzen Roben schleppte einen wie ein König Gekleideten in einer Trage über die Bühne. Es herrschte ein heilloses Durcheinander, wobei die rauen Felswände die Stimmen und Geräusche der Darsteller wie ein Sprachrohr zu den Zuschauern trugen.

DIE setzten sich in Marsch und rannten die breite steinerne Treppe, welche sich zwischen den Tribünen befand, hinunter auf die Bühne. Doch noch ehe sie sich richtig positioniert hatten, sprangen das Publikum auf und eilten ebenfalls nach unten und drängten DIE so zusammen, dass diese handlungsunfähig wurden. Es war offensichtlich, dass dieser Auftritt der Ankommenden nicht zum Theaterstück gehörte. DIE schauten verwirrt und hektisch umher. Zoey bahnte sich einen Weg durch die Menge und als sie DIE erreichte, gebot sie den Bewohnern von Alphantis etwas Platz zu machen und sprach:
»Besucher, seid herzlich willkommen! Wir freuen uns, euch hier in unserer Mitte begrüßen zu dürfen. Was können wir für euch tun?«
»Wir … also … haben den Auftrag … wo ist eure Armee? Uns wurde gesagt, dass es hier von Widerständlern nur so wimmelt und …«, stotterten DIE, »… und hier nur noch kämpfend … etwas zu erreichen ist. Also, wir sind hierher befohlen worden, um Krieg zu machen!«
»Also eins nach dem anderen!«, entgegnete Zoey, »ihr wollt also Krieg? Warum überspringen wir das nicht und ihr ergebt euch gleich?«
»Was? Wir ergeben … kampflos … niemals!«
»Na gut, dann ergeben wir uns eben.«
»Wie? Also, so geht das nicht … oder doch? Ihr wollt euch wirklich ergeben?«
»Von ganzen Herzen. Wir sind alles Widerständler, denn wir widerstehen allen Bedrohungen, die uns entgegengebracht werden. Solche, die unser persönliches und gemeinschaftliches Wohlergehen gefährden wollen.«
»Doch wie macht ihr das, ohne Armee?«
»Wir leisten Widerstand, indem wir uns nicht widersetzen, nicht gegenangehen, sondern alles nehmen und in die Kunst hineinspielen. Ihr habt es eben doch auf der Bühne gesehen und wo befinden wir uns gerade mit euch, die ihr Krieg führen wollt?«
»Wir? Na hier auf der Bühne mit euch im Theater. Wo denn sonst?«
»Richtig! Auf der Bühne. Auf der Bühne, die für den Krieg gemacht ist und wir haben uns ergeben. Und schon herrscht wieder Frieden.«
»Frieden … Frieden«, jubelten die Alphantianer und umarmten DIE.
»Nein, nicht so schnell! Es herrscht Krieg und da muss gekämpft werden. Krieg ist kein Volksfest. Verstanden!«
»Gerne, wenn ihr wollt, können wir vorher Krieg mit euch hier auf der Bühne spielen. So wird diese zum Kriegsschauplatz.«
»Aber das ist doch Blödsinn?«
»Warum Blödsinn? Nur so geht Krieg!«
»Nur so? Hier auf der Bühne?«
»Ganz genau, ihr habt es erkannt. Denn das ist der Ort, wo der Krieg hingehört. Das Schlachtfeld ist die Bühne.«
»Das ist aber nicht so ganz richtig, denn das oberste Gebot der Kriegsführung besagt, dass die Eroberung von feindlichem Gebiet, also eines Landes, immer den Endsieg bringen muss. Und nur das gibt diesem Ganzen einen Sinn.«
»Erobern braucht ihr nichts, denn von wem wollt ihr was erobern? Denn was keinen Besitzer hat, kann nicht erobert werden.«
»Was soll das heißen? Gehört das Land nicht euch?«
»Wie kann uns Menschen Land gehören? Land, welches sich selbst gehört und alles eigenständig in Zyklen und im Fluss regelt? Es ist alles Natur und Natur kann nicht vereinnahmt werden. Wir können uns ihr nur fügen, uns ihr anpassen und bescheiden ihre Gaben annehmen. Kommt doch mit in unser Dorf und esst mit uns und findet den Frieden in euch. Denn Frieden auf Erden kann es nur geben, wenn jeder einzelne Mensch den inneren Frieden mit sich selbst gefunden hat. Lieb sein bringt Liebe hervor, mit der es keinen Krieg geben kann.«

Da trat Ariana aus der Menge in die Mitte des Kreises und sprach:

Wo Frieden wohnt im Inneren, tief und rein,
strahlt er heller als alles, was je mag sein.
In sanften Wellen breitet sich sein Licht,
durchdringt die Welt und kennt die Grenzen nicht.
Sein Glanz verbindet Herzen, nah und fern,
wie ein stiller Ruf aus eines Himmels Stern.
Er trägt die Hoffnung über Raum und Zeit
und wächst empor in die Unendlichkeit.

***

DIE kamen mit Waffen, um zu erobern und den Weg für die vorherigen DIE zu ebnen, damit diese letztendlich doch noch ihre Ideologien durchsetzen hätten können. Doch die Einwohner von Alphantis stumpften die ihnen entgegengebrachten Gewaltversuche ab, bevor DIE handeln konnten. Die Menschen ergaben sich freiwillig und organisierten ein Fest, sodass DIE gar keine Gelegenheit bekamen, ihre Waffen einzusetzen. Die Waffen, die noch am selben Tag in die Schmiede gebracht wurden, wo sie schnellstmöglich zu nützlichen Werkzeugen und Skulpturen verarbeitet wurden.

DIE wurden, ohne dass sie es richtig realisiert hatten, in die Gemeinschaft von Alphantis aufgenommen; sie wurden von den Bewohnern regelrecht absorbiert. Ihrer Gewalt wurde mit Einladung begegnet, sie konnten ihre Waffen nicht einsetzen, es gab keine Armee, gegen die sie hätten kämpfen können. DIE erkannten, was es bedeutet zu teilen und das genug von allem vorhanden ist. DIE stellten fest, dass Kämpfe um Macht, um andere zu unterdrücken und auszubeuten, keinen Sinn in sich tragen. DIE begannen auf einmal alles zu hinterfragen, was ihnen ihr Leben lang eingebläut wurde. Bei ihnen war das Leben der Menschen so ausgerichtet, als seien sie Maschinen. Die Schulung, das Wirtschaftssystem und das Arbeiten. Selbst der menschliche Körper wurde wie eine Maschine gesehen und behandelt. Alles war durchstrukturiert von wenigen für viele. DIE mussten sich eingestehen, dass das Leben, wie es hier in Alphantis existierte, das wahre, wahrhaftige natürliche Leben sei.

DIE blieben für immer in Alphantis. Sie warnten allerdings, dass, wenn sie nicht wieder zurückkehren würden, eine weitere Bedrohung Alphantis aufsuchen würde. Denn ER wird kommen! Er, der Mächtigste, der überall seinen Willen durchsetzt. ER, der immer auftaucht, wenn alle anderen versagen. ER wird kommen, mit seinen Gefolgsleuten und einer Methode, der sich keiner widersetzen kann. ER, der hinter den Reihen geht und über allem steht.

Ende der siebten Alphantis-Episode, in der DIE kamen, um mit Waffengewalt die angestrebten profitorientierten Systeme durchzusetzen. Doch die Waffen schwiegen und am Ende merkten DIE, dass sie gekommen waren, um in Frieden zu bleiben.

Geschrieben 2026

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Buchstaben, Worte, Interpunktion. Alte Worte neu zusammengebastelt und veröffentlicht.