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Gedanken über … Gärten

Ein perfekter Garten scheint die grandiose Eigenschaft zu besitzen, pflegeleicht und dabei wunderschön zu sein. Um das zu erreichen, muss er von Fachleuten fachgerecht entworfen und entsprechend gestaltet werden. Stromkabel für Zierbeleuchtung müssen fachgerecht durch die Beete gelegt und über Büsche sowie Hecken gehängt werden. Steckdosen und Wasseranschlüsse gehören des Komforts wegen in jeden Winkel des Gartens.

Eine weitere wichtige Voraussetzung scheint zu sein, dass selbst das kleinste Hälmchen zwischen den teuer gekauften Pflanzen entfernt werden muss, denn in einem schönen, sterilen Beet hat es kein Recht auf Leben. Es ist verpönt wie das Staubkorn im Wohnzimmer. Und wehe, es kommt etwas durch den Zaun vom Nachbarn herübergewachsen, dann ist der Teufel los. Es könnte die schönste Rose sein, die sofort der Schere zum Opfer fällt. Auch von der Natur selbst Ausgesätes muss dem Gekauften weichen. Alles, was nicht eigenhändisch gepflanzt wurde, ist wertloses Unkraut. Auch schmutziges, unansehnliches Totholz muss entfernt werden. Da sind doch ein bis maximal zwei teure Insektenhotels, die mehr der Dekoration dienen und sich nach zwei Jahren unbewohnt in ihre Bestandteile auflösen, wesentlich attraktiver anzusehen.

Am idealsten ist der Rasen, denn er ist pflegeleicht. Ein Gartenliebhaber mäht den Rasen jede Woche, aber spätestens alle 14 Tage. Dabei spielt es keine Rolle, wie stark er gewachsen ist, und es ist vollkommen egal, wie stark es durch die Trockenheit beim Mähen staubt. Der Teppich des Gartens muss vertikutiert, gedüngt und gekalkt werden. Der größte Feind des Rasens ist der Löwenzahn. Dieser muss akribisch gestochen werden, nebst sämtlichen Kräutern, die sich unbefugt Zutritt verschafft haben. Dazu gehören auch kleine Blümchen, die eine Schande für jedes Grün darstellen. Außer es sind die gekauften Krokuszwiebeln, die den Rasen zum Erblühen bringen, dann ist wieder alles wunderschön. Schnell wird dann bemerkt, dass Rasen doch nicht so pflegeleicht ist, wie anfangs vom Gartenfachgestalter versprochen wurde. Schuld ist auch hier wieder der Nachbar, der seinen Garten verwildern lässt, sodass die Samen herüberwehen und den Rasen kontaminieren – der kümmert sich ja um nichts! So auch nicht um die Äste, die herüberwachsen. An diesem Punkt wird dann gerne der Anwalt kontaktiert, wenn die nebenan Wohnenden nicht der Aufforderung zur unverzüglichen Beseitigung der Schande nachkommen, und dabei spielt es keine Rolle, ob im eigenen Garten alles voll von Büschen und Bäumen steht (was ja zu begrüßen wäre).

Auch wird gerne Pflanzenschutzmittel versprüht, natürlich in Bioqualität, denn man ist ja Naturfreund. Kommt dann der Herbst, muss das gesamte Laub penibel aus sämtlichen Beeten entfernt werden, und dass das Laub auf dem Rasen nichts verloren hat, muss nicht extra erwähnt werden. Anschließend schnell noch in den Baumarkt und ein Igelhaus kaufen, denn der Kleine muss es ja schön im Winter haben. Ein Laubhaufen ist für den heimischen Igel nicht standesgemäß. Im Frühjahr ist das Haus unbewohnt eingestürzt und die Beete werden rechtzeitig gedüngt und mit Erde oder Rindenmulch aufgefüllt.

Das richtige Wohngefühl im Garten kommt dann erst durch die großzügige Terrasse, die mit pflegebedürftigem Holz oder mit Kunststoffdielen bestückt wird (beides wird durch Grünbelag und Feuchtigkeit extrem rutschig). Darauf befindet sich eine Grillstation, die an eine Einbauküche erinnert. Daneben stehen Sitzmöbel, die mit jedem Esszimmer konkurrieren können, und auf der anderen Seite befindet sich die Loungegarnitur für das gemütliche Beisammensitzen. Möbel, die sich viele Menschen nicht einmal für ihre Wohnung leisten können.

Auffallend ist in diesen Gärten die Invasion der Metall- und Plastiksteckrümchen. Dekorative Massenware, die auch gerne als Kunst verkauft wird, steckt überall herum. Auch teure Glasblumen, Geld scheint dabei keine Rolle zu spielen. Metallstangen mit einem darauf montierten Vögelchen werden in geschnittene Hecken platziert, damit diese beim nächsten Schneiden die Heckenschere zerstören, denn es konnte ja keiner ahnen, dass die Hecke in den Weg wächst und dann eines weiteren Schnittes bedarf. Denn immerhin ist der Garten doch als pflegeleicht angelegt und da dürfte so etwas doch nicht passieren. Umgekehrt fallen Kabel den Heckenscheren zum Opfer. Alles schön kaufen, dekorieren, vergessen, zerstören und wieder neu anschaffen, so sieht ein natürlicher Gartenkreislauf aus.

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Neben den wunderschönen, pflegeleichten Gärten gibt es die Gartenbesitzer, die sich anscheinend zurück in die Steinzeit sehnen. Oder wie ist es zu verstehen, dass tonnenweise Steine und Schotter für sogenannte Schottergärten herangeschafft werden? So ein Schottergarten wird auch gerne als Steingarten angepriesen, obwohl er so rein gar nichts mit einem klassischen Steingarten gemein hat. Denn der klassische Steingarten kann ökologisch durchaus interessant sein. Steine, offene Bodenstellen und trockenheitsliebende Pflanzen können wertvolle Lebensräume bilden. Doch der Schottergarten lässt dies nicht zu. Der Boden wird hier abgedeckt, häufig mit Vlies, darauf kommen mehrere Zentimeter Dekorschotter oder Kieselsteine, und es gibt nur wenige oder gar keine Pflanzen. Hinzu kommen Gabionenwände (Drahtgeflechte, in die Steine gelegt werden), beispielsweise um Mülltonnen zu verstecken.

Für diese Gärten wird mit aller Macht Natur entfernt und unterdrückt. Anschließend werden tonnenweise Naturmaterialien herangeschafft, um eine künstlich gestaltete Vorstellung von Natur oder Garten herzustellen. Dieses vegetationslose Ding aus Vlies mit Schotter und zwei Ziergräsern oder einem einzelnen Formgehölz heißt treffend Schottergarten. Alles nur, um eine bestimmte Vorstellung oder eher Illusion von „modern, ordentlich und pflegeleicht“ zu verwirklichen.

Ein besonders interessanter Punkt ist hier das Pflegeargument. Schottergärten werden häufig als pflegeleicht angepriesen, ebenso wie die Rasenflächen. Doch auch hier sammelt sich mit den Jahren organisches Material zwischen den Steinen, Samen keimen, Algen und Moose können auftreten und Laub muss mühsam entfernt werden. Am liebsten mit dem Laubbläser, das macht mehr her. Das ursprüngliche Erscheinungsbild muss also mit Arbeit und vielleicht auch mit der Giftspritze erhalten werden.

Zum Unterschied zwischen echtem Steingarten und Schottergarten: Im Ersteren dienen Steine dazu, unterschiedliche Standorte und Strukturen für Pflanzen zu schaffen. Typisch sind trockenheitsliebende Stauden, Kräuter und Polsterpflanzen. Der Stein ist Teil eines bepflanzten Lebensraums für viele Kleinstlebewesen. Im Schottergarten hingegen dient der Schotter im Wesentlichen dazu, Pflanzenwuchs zu unterdrücken und eine möglichst gleichförmige, vermeintlich pflegeleichte Oberfläche zu erzeugen. Häufig liegt darunter ein Unkrautvlies; Pflanzen sind, wenn überhaupt, nur vereinzelt vorhanden. Der traditionelle Steingarten kann ökologisch ausgesprochen interessant sein, während der typische Schottergarten einen dekorativen (Un-)Nutzen besitzt bei gleichzeitig geringem bis gar keinem biologischen Nutzen. Eine Fläche, auf der Vegetation wachsen könnte, wird biologisch stark verarmt. Es fehlen Verdunstung, Beschattung, Blüten, Samen, Früchte und Pflanzenstrukturen als Lebensraum. In der Sonne erwärmt sich die mineralische Oberfläche zudem stärker als eine bewachsene Fläche.

Wie schon erwähnt, werden für Schottergärten und Gabionen Tonnen von Material bewegt und die Stahlindustrie heizt die Öfen an. Nach einigen Jahren wird dann doch wegen Nichtgefallens oder Einsicht zurückgebaut. Und egal, was da Tolles behauptet wird, gerade in Bezug auf Gabionen: Dass die Hohlräume von Insekten und Echsen genutzt werden, ist ein schwaches Argument. Im Übrigen: Bei einer so kahlen Landschaft, wo sollen die Insekten oder Echsen denn plötzlich herkommen? Als Anmerkung sei gesagt: Es geht hier bei den besagten Gabionen um den dekorativen, rein optisch gestalteten Einsatz, nicht um einen technisch sinnvollen Einsatz, der an so manchen Stellen gegeben ist. So haben auch Naturstein-Trockenmauern ihre Berechtigung. Das sind Mauern aus Natursteinen, die ohne Mörtel oder Beton aufeinandergeschichtet werden. Die Steine werden so ausgewählt und gesetzt, dass sie durch ihr Eigengewicht und ihre Verzahnung stabil stehen. Ökologisch sind sie interessant, weil sie bei Verwendung regionaler Steine praktisch nur aus Stein bestehen: kein Stahlkorb, kein Zement als Bindemittel.

Speziell bei den Gabionen gibt es einen enormen Materialeinsatz. So müssen für eine vergleichsweise einfache Funktion wie Sichtschutz oder Grundstücksabgrenzung schnell mehrere Tonnen Gestein und zusätzlich Stahl eingesetzt werden. Die Steine müssen in Steinbrüchen gewonnen werden. Das bedeutet Landschaftseingriffe, Flächenverbrauch und Beeinträchtigungen von Lebensräumen. Auch der Stahl benötigt Rohstoffe und energieintensive Verarbeitung. Gewinnung, Aufbereitung, Zwischenhandel, Anlieferung und eine später möglicherweise erforderliche Entsorgung, im günstigsten Fall eine Wiederverwertung, verursachen entsprechend viel Schwerlasttransport. Neben Transport und Steinaufbereitung ist insbesondere die Herstellung des Stahlgitters energieintensiv. Je nach Konstruktion kommen Schotter, Beton oder andere Materialien für das Fundament hinzu.

Besonders problematisch ist die Bilanz, wenn Gabionen dort stehen, wo ansonsten Hecken, Sträucher oder andere Vegetation wachsen könnten. Pflanzen beschatten ihre Umgebung und verdunsten Wasser. Die vom Wind bewegten belaubten Äste eines Baumes entfalten eine fächerartige kühlende Wirkung. Eine Steinwand tut all dies nicht und kann sich bei Sonneneinstrahlung stark erwärmen. Nicht umsonst liegen Steine auf einem Saunaofen, aber das nur nebenbei. Eine Gabione produziert weder Blüten noch Früchte, Laub oder Biomasse und bietet damit wesentlich weniger ökologische Funktionen als eine standortgerechte Hecke. Unter diesen Gesichtspunkten entsteht ein fragwürdiges Verhältnis von Nutzen zu Ressourcenverbrauch. Für eine Funktion, die sich mit wesentlich weniger Material oder sogar durch eine wachsende, sich selbst erneuernde Vegetation erfüllen lässt, wird eine tonnenschwere industrielle Konstruktion hergestellt.

Fazit zu Schottergärten und Gabionen: Beides dient derselben Gestaltungsidee von ordentlich, sauber, dauerhaft und pflegearm – ebenso wie sich ein Wohnzimmer vorgestellt wird.

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Aus dieser Perspektive scheinen Gärten immer mehr zu Wohnzimmern zu verkommen. Denn anscheinend gilt ein Garten nur dann als schön, wenn er dürftig bepflanzt und fachgerecht zusammengeschnitten ist. Alles muss gezüchtet, gestutzt und übersichtlich sein. Die Natur hat zu gehorchen, sie muss gezähmt werden. Sicher, es kann ein Garten gründlich aufgeräumt werden, indem Abgestorbenes abgeschnitten und Totholz beseitigt wird. Laub kann entfernt und offene Bodenstellen verdichtet werden. Am Ende wird dann im Baumarkt ein Luxus-Insektenhotel nebst Igelhaus gekauft, um den Insekten wieder Nistmöglichkeiten zu verschaffen und dem Igel ein Dach über den Kopf zu geben. Auf diese Weise wird Natur entfernt, um sie anschließend als Dekoration wieder einzufügen. Natur wird in den Garten wie eine Grundstücksausstattung hineingestellt. Es werden künstliche Ersatzlebensräume geschaffen, während die benötigten natürlichen Strukturen aus den Gärten entfernt werden. Wird also Geld und viel Arbeit (man muss ja was machen) hineingesteckt, ist es ein toller Garten, wenn sich die Natur größtenteils selbst überlassen wird, ist es ein verwilderter Garten.

Zumeist wird eine Freifläche anfangs wie ein leerer Gestaltungsbereich gesehen, der erst mit erheblichem Material- und Energieaufwand zu einem richtigen Garten gemacht werden muss. Stattdessen könnte vorhandene und spontan entstehende Natur als Ausgangspunkt genommen werden und nur dort eingreifen, wo es einen konkreten Grund dafür gibt. Also lediglich eine „Starthilfe“ geben. Nicht einen Garten komplett entwerfen und anschließend dauerhaft gegen die natürliche Entwicklung verteidigen, sondern beispielsweise nach dem Hausbau ein paar Voraussetzungen schaffen und dann beobachten, was passiert. Das könnte beispielsweise heißen, verdichteten oder durch Baumaschinen geschädigten Boden dort, wo nötig, wieder zu verbessern; einige standortgerechte heimische Gehölze zu setzen, wenn eine natürliche Ansiedlung sehr lange dauern würde; vielleicht eine kleine Zahl heimischer Wildstauden oder regionales Saatgut einzubringen. Danach weitgehend wachsen lassen. Dabei das Prinzip anwenden: Erst beobachten, dann eingreifen. Nicht jede spontan auftauchende Pflanze ist „Unkraut“. Erst wenn beispielsweise eine invasive Art beginnt, Bereiche zu übernehmen oder ein Gehölz ungünstig am Gebäude wächst, besteht überhaupt ein Anlass, einzugreifen.

Totholz, Laub, Äste, Steine und offene Bodenstellen müssen nicht ständig aufgeräumt werden. Gerade diese unterschiedlichen Strukturen schaffen Lebensräume. Schnittgut könnte beispielsweise als Holzhaufen auf dem Grundstück verbleiben, statt abgefahren zu werden. Wege und unmittelbar benötigte Flächen werden freigehalten, sicherheitsrelevante Dinge werden kontrolliert, und beim Rest wird nur aus konkreten Gründen eingegriffen. Bei dieser Vorgehensweise wird sich nach einigen Jahren ein Garten entwickeln, der am Schreibtisch kaum so geplant werden könnte. Die Standortbedingungen entscheiden eigenständig, welche Pflanzengesellschaft funktioniert. Pflanzen optisch auszuwählen, für die anschließend mit Bewässerung, Dünger, Schnitt und Bodenverbesserung versucht werden muss, den Standort passend zu machen, ist keine kluge Entscheidung.

Fazit: Lasst doch mal die Natur in Ruhe. Nur das Nötigste machen, wie Hecken schneiden, Haus und Wege freihalten. Mut zum Liegenlassen, zum Nichtstun, zur Wildnis, zur Natur. Auf diese Weise entsteht ein kunstvoller Garten. Wenn die Natur sich selbst überlassen bleibt, bleibt Natur, was sie ist – reine Kunst. Der Natur gehorchen, nicht versuchen, sie zu beherrschen. Sie kann nur liebevoll ein wenig eingedämmt werden. Grundstücksbesitzer haben kein Recht auf den Garten, sie haben ein Recht auf das Dach über ihren Köpfen, der Rest gehört der Natur. Diese kann selbstverständlich genutzt werden, indem sich darin bewegt wird und auch gegen Tisch und Stühle in einer freigeschnittenen Ecke ist nichts zu sagen. Auch wenn ein Stück Natur vom Grundbuch her einem Menschen gehört, gehört die Natur weiterhin größtenteils sich selbst. Wer im Grundbuch steht, hat die Erlaubnis, die Natur etwas einzudämmen und nur das wirklich Notwendige zu tun. Alles andere macht die Natur in Eigenregie. Es ist wie mit dem eigenen Körper, der seiner Natur gemäß behandelt werden will. Seine Grundbedürfnisse müssen erfüllt werden und dann muss er sehen, wie er klarkommt. Den Körper wie ein eigenständiges Ökosystem betrachten, welches jedem Menschen freundlicherweise für kurze Zeit zur Verfügung gestellt wurde. Mit der uns umgebenen Natur ist es das Gleiche.

Der Inhalt des Textes gibt eine Meinung wieder, die aus verschiedensten themenbezogenen Quellen stammt und mit KI-Unterstützung erarbeitet wurde. Das Ergebnis wurde mit den Ansichten des Autors verknüpft. Der daraus resultierende Text nimmt für sich das Recht der Meinungsfreiheit in Anspruch. Dabei ist nicht gänzlich auszuschließen, dass trotz sorgfältiger Prüfung einige der hier getätigten Aussagen Fehler enthalten können; insbesondere die spekulativen, meinungsbehafteten Passagen. Meinungen sind Gedanken und Gedanken sind häufig unvollständig, lücken- sowie sprunghaft und stellen Fragen, die manchmal offenbleiben. Dieser Text soll dem Leser als Anregung dienen, sich weitergehend über das Dargelegte zu informieren. Nach dem Motto: Informiere dich weitläufig; nur durch eine Quelle allein kann man sich keine Meinung/kein Urteil bilden, keine Erkenntnis erlangen und sich kein Wissen aneignen!

Geschrieben Oktober 2026

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