Wegonam: Einführung

Das Wegonam ist als offenes Lebenskonzept konzipiert und dient als Rahmen zur persönlichen Lebensgestaltung. Es richtet sich an alle Menschen, die sich mit ihrem Leben, ihrem Handeln und ihrer Haltung gegenüber sich selbst, anderen und der Welt auseinandersetzen möchten, um eine persönliche Veränderung zu erfahren. Für dieses Vorhaben bietet das Wegonam Unterstützung und verbindet dafür passende philosophische, spirituelle und praktische Elemente miteinander. Dabei wird kein spezielles Vorwissen benötigt, ebenso wenig wird eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Richtung, Lehre oder Überzeugung verlangt. Jeder ist eingeladen, das Beschriebene in seinem eigenen Tempo durchzugehen. Auch wenn bei der ersten Durchsicht oder dem Überfliegen dieser Einführung nicht alles unmittelbar schlüssig oder verständlich erscheint, werden sich weitere Zusammenhänge in den folgenden Kapiteln erschließen.

Die folgenden Abschnitte beschreiben die Grundideen des Wegonam, seine Haltung zur Individualität und seine Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen. Wegonam bietet in erster Linie eine Basis für den Umgang mit dem Hier und Jetzt und dem Zurechtfinden darin (beispielsweise, warum manches so ist, wie es ist, und was getan werden kann, um etwas zu vollbringen oder zu verändern). Es ist ein Angebot für eine allumfassende Lebensweise, die zu einer persönlichen Lebenseinstellung werden kann; zu einem Lebensweg. Vereinfacht gesagt beschreibt Wegonam einen Weg, auf dem Menschen versuchen, ihr Leben bewusst, verantwortungsvoll und im Einklang mit sich selbst, ihren Mitmenschen sowie der Natur zu gestalten. Wegonam fungiert dabei als Bindeglied zwischen diesen Bestrebungen und schöpft seine Kraft aus der Identifikation mit der Natur, aus der alles entspringt und in der alles zu finden ist. So befinden sich bildlich gesprochen auf dem Hauptweg eines Waldes die grundlegenden Begriffe und Konzepte des Wegonam mit ihren Anwendungsmöglichkeiten, die darauf warten, mitgenommen zu werden. Weitere Erklärungen, Vertiefungen und individuelle Zugänge sind am Wegesrand oder auf den Seitenwegen zu entdecken.

Zu den grundlegenden Ideen des beschriebenen Weges gehört bereits das Wort „Wegonam“ selbst. Es wird „We-go-nam“ gesprochen und bedeutet „Weg ohne Namen“ (das Wegonam, das als „Der Weg ohne Namen“ zu verstehen ist). Wegonam weist auf einen Weg hin, der nicht an bestimmte Identitäten oder Vereinigungen gebunden ist. Er symbolisiert die Idee eines unbenannten, unbekannten und zugleich universellen (allgemeinen oder auch unbestimmten) Weges, der über herkömmliches Kategoriendenken hinausgeht. Wegonam beschreibt dabei eine tiefere, möglicherweise mystische Erfahrung des Seins (der eigenen Existenz) und der Spiritualität, die auf ihm (dem Weg) gemacht werden kann. Spiritualität meint hier kein Glaubenssystem, sondern das bewusste Streben nach einem tieferen Verständnis des Lebens und des eigenen Selbst – des eigenen Erlebens im Inneren wie im Äußeren – in Verbindung mit der Welt und mit anderen Menschen.

Auch wenn für das hier aufgezeigte Konzept ursprünglich kein spezifischer Name vorgesehen war, betitelt es sich letztlich selbst als „Wegonam“, da ein gänzlich namenloses Konzept nicht vermittelbar wäre. Es bedarf einer Bezeichnung, um darüber sprechen zu können. Der Begriff „Wegonam“ ist daher als Arbeitstitel zu verstehen – als Behältnis für ein Konzept, das eine Struktur erhalten hat, um zu einem System zu werden. Dieses System umfasst eine Theorie mit Methode, grundlegende Tugenden, entwickelte Lernstufen sowie vielseitig interpretierbare Leitgedanken. Diese Elemente dienen als Orientierungspunkte, die je nach Mensch und Lebenssituation unterschiedlich gewichtet werden können. Ergänzend beinhaltet Wegonam Programme für die Bereiche Nähren (Ernährungslehre) und Bewegen (körperliche Übungen, die mit geistigen Prozessen gekoppelt sind).

Somit ist die Lehre des Wegonam als durchstrukturiertes System aufgebaut, lässt jedoch ausreichend Raum für persönliche Interpretationen und Veränderungen durch die eigenen Erfahrungen, da alles, was geschehen kann, in der Struktur des Wegonam zu finden ist, was diese Lehre zugänglicher und anpassungsfähiger für die eigene Anwendung macht. Der bewusste Verzicht auf einen spezifischen Namen unterstützt dabei die Idee, dass Wahrheit und Verständnis nicht in starren Begriffen gefasst werden können. Wegonam ist eine Einladung, über das Gezeigte hinauszudenken und einen eigenen, individuellen Lehrweg zu entwickeln. Wegonam ist als Ort gedacht, an dem frei mit Gedanken über den Menschen und das Leben gespielt werden kann.

Allgemeine Erkenntnisse, die das Leben betreffen, stehen jedem zur freien Verfügung und sollten ebenso genutzt werden. Wegonam greift auf altbewährtes Wissen zurück und verknüpft dieses zu etwas Eigenem. Es beansprucht keine Allgemeingültigkeit und präsentiert keine abschließende Wahrheit. Nichts ist vollkommen; vieles muss angepasst, korrigiert oder „hingebastelt“ werden, damit es in ein verlangtes Schema passt – so wie etwa der Kalender mit dem Schaltjahr zur Angleichung des gregorianischen Kalenders an das astronomische Jahr. Dem Wegonam erging es bei seiner Entwicklung nicht anders. Letztlich ist nicht entscheidend, woher eine Lebenslehre stammt, sondern dass sie vorhanden ist, um genutzt werden zu können. Der Mensch weiß ja auch nicht, wo er herkommt, geschweige denn, woher das Universum kommt. Er hat Vorstellungen, Ideen und einige Naturgesetze ergründet, doch das ist auch schon alles. Daher muss jeder für sich entscheiden, welchen Lebensweg er beschreiten möchte, ohne andere damit zu belästigen oder diesen Weg dem Nachbarn aufzudrängen.

Lebenswege gibt es unendlich ∞ viele. Sie sind so reich an Zahl, wie es Menschen auf der Erde gibt, gab und geben wird. Jeder Mensch denkt anders, hat seine eigenen kombinierten Ansichten und Perspektiven sowie Bedürfnisse, und dennoch gibt es sehr viele Überschneidungen. Dies führt dazu, dass Menschen häufig einen ähnlichen Weg gehen, auch wenn sich ihre jeweilige Auslegung und Umsetzung unterscheidet. „Mein Weg kann nicht dein Weg sein, da sich zwei Körper nicht an ein und demselben Platz aufhalten können.“

„Wege gibt es viele, aber nur eine Reise, denn ihr Ziel ist immer dasselbe. Es führt zum Vergehen, um neu zu beginnen. Ein Weg ohne Anfang und niemals ein Ende in Sicht.“

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